Fußball

Kein Torschuss von Rapid: Alles läuft für Meister Sturm Graz

Mit Peter Stöger als Trainer gelangen Rapid im Herbst zwei Siege gegen Meister Sturm Graz, ohne ihn  schaffte Grün-Weiß in 95 Minuten nicht einmal einen Schuss auf das Tor des Tabellenführers. Obwohl der beste Spieler der Liga, Otar Kitseihvili, wegen muskulärer Probleme  erst nach 73 Minuten für seinen Landsmann Gizo Mamgeishvili eingetauscht wurde. Aber da war das Match eigentlich schon für die „Blackies“ entschieden.  Daher war nach Rapids 0:2 (0:1)-Heimpleite auch der Tormanntausch bei Sturm, die Rückkehr des Russen Danili Khudiakov nach einer Hüftverletzung statt Matteo Bignetti, der sich eigentlich nichts hatte zuschulden kommen lassen, überhaupt kein Thema. Das Transparent vor dem Sektor der Sturm-Fans mit der Aufschrift „stoppt die Depression“ war mit Schlusspfiff kein Thema mehr: Alles läuft für den Titelverteidiger, bei dem Unter 17-Vizeweltmeister Luca Weinhandl über die volle Distanz im Einsatz war. Sieben Runden vor Schluss je vier Punkte Vorsprung auf den LASK, der einen Tag nach dem 55. Geburtstag von Trainer Didi Kühbauer die Wiener Austria 4:1 (3:1) bezwang,  auf Red Bull Salzburg, das in Hartberg 2:1 (0:1) gewann,und Rapid, fünf vor der Austria. Nächsten Sonntag empfängt Sturm den Letzten Hartberg zum steirischen Derby.

Keine Diskussion, Sturm gewann völlig verdient, war die gefährlichere Mannschaft. Aber zugleich lieferte das Spitzenspiel  am Ostersonntag einen Beweis mehr für das spielerisch dürftige Niveau der Liga. Das Duell war intensiv, aber nicht mehr.  Auch die Tore waren billig, entstanden nicht durch gekonnte Spielzüge: Sturms Führung fiel nach 13 Minuten nach einem Eckball und einer misslungenen Rapid-Rettungsaktion: Janis Antiste köpfelt den Ball auf die Schulter von Bendegüz Bolla, fiel von dort Sturms Innenverteidiger Albert Vallci vor die Füße. Der Winterkauf traf aus der Drehung wuchtig unter die Latte. Es war sein erstes Bundesligator seit fünf Jahren. Das vorentscheidende 0:2 nach 52 Minuten passierte nach einem schlimmen Fehler von Niklas Hedl: Rapid Tormann ließ einen harmlosen Distanzschuss von Jacob Hödl wieder fallen. Bis er sich umdrehte, um den Ball festzuhalten, war Seedy Jatta schon da, traf problemlos aus einem Meter (Bild). Aber auch ohne Hedl-Fehler hätte es eine  Niederlage gegeben. Denn man hatte nie das Gefühl, dass Rapid in der Lage war, ein Tor zu schießen. In den ersten zehn Minuten gab es Szenen mit einem Ansatz zur Gefährlichkeit, die erste Torchance fand Rapid erst nach 87 Minuten vor. Die vergab der erstmals nach seiner Rückkehr von Tprkeis Meister Galatasaray Istanbul als Joker eingesetzte Yusuf Demir.

Statt des gesperrten Linksverteidigers Jannes Horn brachte Trainer Hoff Thorup überraschend Mittelfeldspieler Tobias Gulliksen. Der Rekordeinkauf enttäuschte einmal mehr. Aber das lag nicht nur an ihm, dass wenig bis nichts klappte Viele unnötige Ballverluste im zu langsamen Spielaufbau, die mitunter zu  ungenützten Chancen der Grazer führten, keine Ideen. Ein grottenschlechter Auftritt. Mit fünf Wechseln, auch mit dem von Petter Dahl, und mehr Risiko kam kein neuer Impuls. So wird es Rapid schwer haben, einen Europacupplatz zu erobern: „Wir waren nicht gut genug, unseren Spielplan umzusetzen“, gestand Thorup. Daher gab es die erste Niederlage mit einem leeren Fansektor. Alle 16.100 verfügbaren Karten waren verkauft.

Foto: Yigit Oerme.

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