Fußball

Keine Spur von Hollywood, nur nachgelaufen: Österreich fehlte die Qualität

„Dann spiel´n wir Hollywood“. Das gehörte zu den berühmten Sprüchen der Legende Ernst Happel. Dazu kam Österreich im WM-Sechzehntelfinale in Los Angeles, unweit der Hollywood-Filmstudios eigentlich nie. Nur zum Nachlaufen, weil der Europameister Spanien deutlich besser war. Es gab nicht einmal den Ansatz zu einem Wunder. Das Resultat sagt alles: Spanien gewann souverän 3:0 (1:0). Nur Tormann Alexander Schlager, dem besten Österreicher bei der WM, war es zu verdanken, dass Österreich bis zur 66. Minute sozusagen noch hoffen durfte, nur 0:1 zurücklag. Spaniens Tormann Unai Simon geriet nie in ernste Gefahr, im vierten WM-Spiel erstmals bezwungen zu werden. „Uns fehlten die Qualität und Genauigkeit“, gestand der ehrliche Marcel Sabitzer im ersten Interview nach dem Schlusspfiff. Die sieglose Serie mit dem schwedischen Referee Glenn Nyberg ging weiter. Aber es lag wirklich nicht an ihm.

Teamchef Ralf Rangnick entschied sich für die gleiche Startelf wie beim 0:2 gegen Argentinien. Mit Kevin Danso und Kapitän David Alaba im Abwehrzentrum, Konrad Laimer als linken Verteidiger, Michael Gregoritsch als einzige Spitze und Paul Wanner dahinter. Laimer und Sabitzer versuchten, gemeinsam Jungstar Lamine Yamal zu stoppen. Auch wenn das mit vereinten Kräften mitunter gelang, die Spanier hatten andere Spieler, die Österreich weh taten. Etwa die Außenverteidiger Mark Cucurella und Pedro Porro, ein Mitspieler von Kevin Danso bei Tottenham. Sie waren an allen drei Toren beteiligt: Linksverteidiger Cucurella gab den Assist zu den Toren von Mikel Oyarzabal zum 1:0 nach 36 Minuten und 3:0 knapp vor Schluss, Porro erzielte das entscheidende 2:0. Österreich bekam nie Zugriff auf das Spiel und den Gegner.

Zur Pause wechselte Rangnick die zentralen Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald und Xaver Schlager gegen Florian Grillitsch und Carney Chukwuemeka und auch die Positionen. Nach 61 Minuten kamen Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic für Gregoritsch und Romano Schmid. Bedeutete mehr Risiko, mehr Offensive. Wäre fast aufgegangen: Nach Sabitzers Flanke kam Kalajdzic zum Kopfball, der darüber ging. Der Ausgleich durch den ersten Ballkontakt von Kalajdzic hätte vielleicht Chancen auf ein Wunder gebracht. Wollte nicht sein.

Daher war die Weltmeisterschaft so wie zwei Jahre vorher die Euro nach vier Spielen vorbei. Ohne eine wirklich gute Leistung wie in Berlin bei den Siegen und Holland gezeigt zu haben. Rangnick wird sich irgendwann fragen lassen müssen, warum er Kalajdzic und Gregoritsch nur drei Minuten gemeinsam einsetzte. Die brachten Österreich noch in die k.o.-Phase. Rangnicks 50. Länderspiel als Teamchef wird leider nicht Montag in Dallas das Achtelfinale sein, sondern am 24. September in Linz der Start in die Nations League gegen Israel. In der hat Rangnick etwas gut zu machen: Mit ihm passierte der Abstieg, gelang aber nicht der Aufstieg.

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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