Die Weltmeisterschaft läuft bisher für die Veranstalter. Alle drei kamen ins Achtelfinale: Nach Kanada gegen Südafrika und Mexiko gegen Ecuador schaffte es auch die USA in San Francisco durch ein 2:0 (1:0) gegen Bosnien in die k.o.-Phase. Aber das hatte etwas von einem Pyrrhussieg an sich: Denn mit Folarin Balogun wurde der beste Stürmer, der knapp vor der Pause das Führungstor erzielte, nach 64 Minuten wegen einer Attacke gegen den Ex-Wolfsberger Ahmet Muharemovic ausgeschlossen. Der brasilianische Schiedsrichter Raphael Claus sah sich die Szene nach VAR-Intervention mehrmals beim On Field-Review an, zeigte Balogun dann die rote Karte. Er hat nicht so viel Kredit wie Superstar Lionel Messi. Denn der bekam bei Argentiniens 3:0-Startsieg gegen Algerien für eine ähnliche Attacke vom polnischen Referee Szymon Marciniak nicht einmal die gelbe Karte. Die Amerikaner kamen zwar auch in Unterzahl nicht in Schwierigkeiten, ein herrlicher Freistoß von Maik Tillman, der letzte Saison bei Bayer Leverkusen nicht mehr als ein Mitläufer war, entschied im Finish das Spiel. Aber Balogun wird im Achtelfinale fehlen. Die Bosnier waren chancenlos, verkauften sich aber teuer. Der dritte Joker-Einsatz von Jungstar Ermin Mahmic, der nach 51 Minuten Altstar Edin Dzeko ablöste, brachte erstmals kein Tor. Der Ex-Austrianer Haris Tabakovic, wegen einer Sprunggelenksverletzung zuvor nicht im Einsatz, kam noch zu 15 WM-Minuten.
Im Achtelfinale trifft die USA auf Belgien, das sich in Seattle gegen Senegal zum Aufstiegswunder schimpfte: 0:2 bis zur 86. Minute, dann noch ins Nachspiel gerettet, nach 125 Minuten durch einen Elfmeter das Siegestor erzielt. Teamchef Rudi Garcia brachte zur zweiten Hälfte Sturmtank Romelu Lukaku, wechselte nach dem zweiten Tor von Senegal mit Kevin de Bruyne und Manchester City-Star Jeremy Doku zwei Leistungsträger aus. Bei der letzten Trinkpause gab es deutlich sichtbar einen Streit zwischen Youri Tielemans und Leonardo Trossard, die sich beschimpften. Garcia schritt ein, ermahnte Tielemans. Lukaku brachte Belgien mit seinem 92. Tor im 130. Länderspiel heran, danach wurde es „vogelwild“. Chancen auf beiden Seiten, Tielemans verwertete eine Flanke von Trossero per Kopf. Die Ko-Produktion der „Streithansln“ bewahrte Belgien vor dem k.o. Unter Mithilfe von Senegals Tormann Mory Diaw, der bei der Flanke ins Leere griff.
Tielemans, Legionär bei Europa-League-Sieger Aston Villa, wurde dann nochmals zum Hauptdarsteller: Als er von Lamine Camara gefoult wurde, ließ Referee Said Martinez aus Honduras weiter spielen. Der VAR griff ein, dann gab es zurecht auch Elfmeter. Senegals Verteidiger Pathé Ciss legte sich genau auf den Elfmeterpunkt, sah aber ein, dass er damit nichts erreicht. Der gefoulte „Schimpfer“ Tielemans verwandelte selbst. Belgien spielt auch das Achtelfinale in der Nacht auf Dienstag in Seattle. Ein gutes Omen? 2024 und 2018 war Belgien im Viertelfinale.
Foto: FIFA.