Fußball

Kompromisslos und gnadenlos: Hasenhüttl wechselte seinen ersten Sieg ein!

Siegreicher Sonntag für Österreichs Trainerlegionäre, die in den Neunzigerjahren miteinander bei Austria Salzburg gespielt hatten.  Für Adi Hütter bedeutete das 2:1 (1:0) mit Eintracht Frankfurt über Bayer Leverkusen schon fast Routine, da es der achte Sieg in 15 Runden der deutschen Bundesliga war. Bei Ralph Hasenhüttl löste das 3:2 (2:1) mit Southampton gegen Arsenal, sein erster Sieg in der Premier League beim Einstand im heimischen St.Mary´s Stadion, hingegen besondere Glücksgefühle, fast Euphorie aus. Kein Wunder.  Southamptons erster Sieg seit zwölf Spielen, der erst daheim seit acht Monaten, bedeutete zugleich die erste Niederlage von Arsenal nach 22 Pflichtspielen. Da kann und darf man sich schon freuen: „Ich glaubte, das Dach fiel weg, habe das genossen“, beschrieb der Steirer seine „großartigen Gefühle“ nach dem Siegestreffer, an dem er seinen Anteil hatte. Er bejubelte seine Mannschaft als konzentriert, kompromisslos und gnadenlos. Die Belohnung: Southampton verließ die Abstiegsränge, was Hasenhüttls als sein vorrangiges Ziel angab, liegt jetzt auf Rang 17.

Nach dem 0:1 beim Start in Cardiff veränderte Hasenhüttl System und Mannschaft. Mit zwei Personalien: Mi dem 30jährigen Japaner Maya Yosida brachte er einen dritten innenverteidiger, stellte auf Dreierkette um. Und der neue Stürmer hieß Danny Ings. Eine 26jährige Leihgabe vom FC Liverpool, die schon ein Match in Englands Teamdress bestritt, zuletzt aber am Oberschenkel verletzt war. Der nur 1,78 Meter große Ings köpfelte die ersten zwei Tore, Arsenal glich zweimal aus. Zum 2:2 durch ein unglückliches Eigentor des  Innenverteidigers Jannik Vestergaard, des Unglücksraben von Cardiff. Der Däne fälschte einen Schuss des Armeniers Henrik Mkhitaryan, der das 1:1 geköpfeltt hatte, unhaltbar ab. Aber dann hatte Haenhüttl das glücklichere Händchen mit seinen Jokern als Kollege Unai Emery: Der brachte nach 70 Minuten den Deutschen Mesut Özil, Hasenhüttl schon kurz davor den irischen Teamstürmer Shane Long und kurz nnch Özil Charlie Austin für Ings. Bei einer Flanke von Long verflog sich der deutsche Arsenal-Tormann Leno, Austin köpfelte fünf Minuten vor Schluss das von 29.497 Zuschauern stürmisch  umjubelte und mit „when the saints go marching in“-Gesängen  gefeierten 3:2.

In England dürfen die Trainer ihre Coaching Zone auch beim Torjubel nicht verlassen. Da hatte Hasenhüttll Probleme, sich daran zu halten. Nach Schlusspfiff durfte er auf den Rasen, ging eine Ehrenrunde, applaudierte den Fans. Die 19.000 Abonnenten hatte er bereits in den Tagen vorher wissen lassen, dass er sie mittels Gutschein zu einem Freibier einladen werde. „Steirisch Pils“ war es aber nicht. Die Mission Rettung geht nächsten Samstag beim Vorletzten Huddersfield mit dessen deutschen Trainer David Wagner, dem Trauzeugen von Jürgen Klopp, weiter. Der verteidigte mit Liverpool Platz eins durch ein 3:1 über Manchester United an der Anfield Road. Augenzeuge: Stefan Oesen, ab 1. Jänner wieder Videoanalyst bei Rapid.

Für Hütter war er hart erkämpfte Heimsieg gegen fast gleichwertige Leverkusener, bei denen von den Österreichern nur Aleksandar Dragovic spielte, nach den unglücklichen Niederlagen gegen Wolfsburg und Hertha BSC Berlin sehr wichtig. Ein Leverkusener Tor zählte nach Videobeweis nicht, weil Dragovic in Abseitsposition Frankfurts Tormann Kevin Trapp etwas die Sicht verstellte. Damit hielt  Frankfurt Platz fünf, nur einen Punkt hinter RB Leipzig. Dort folgt auf die Europa League-Blamage ein 4:1 (2:1) gegen Mainz, bei dem Marcel Sabitzer durchspielte, Konrad Laimer in der zweiten Hälfte. Das Mainzer Tor ging auf das Konto eines Österreichers, von Karim Onisiwo. Leipzig muss Mittwoch nach München zu Bayern, Frankfurt zu Derby nach Mainz. Samstag empfängt Frankfurt zum Jahresabschluss Bayern mit Hütters Vorgänger Niko Kovac. Da soll und wird es aber ein anderes Ergebnis geben als zum Saionstart im August, als Meister Bayern beim Match um den Supercup beim Pokalsieger Frankfurt mit 5:0 triumphierte.

Foto: © Southampton FC Media (Matt Watson).

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