Fußball

Laimers Gala brachte die gelbe Wand zum Schweigen

Neun Tage nach der verpassten WM-Qualifikation mit Österreich spielte sich Konrad Laimer den Frust von der Seele, sofern dies für den 24 jährigen Salzburger Mittelfeldmotor noch ein Thema war. Sein103. Spiel in der deutschen Bundesliga mit RB Leipzig war sein vielleicht bisher bestes, auf jeden Fall seine effizientestes. Beim 4:1 (2:0) im ausverkauften Dortmunder Stadion gelang ihm innerhalb von neun Minuten sein erster Doppelpack für Leipzig zur 2:0-Führung, dazu leistete er den Assist zum 3:0. Drei Torbeteiligungen in einem Match hatte Laimer zuvor noch nie. Von Dortmunds Torjäger Erling Haaland sprach nachher niemand. Laimers Gala degradierte auch ihn zum Statisten.

Sein erster Treffer war nach 21 Minuten zugleich der erste Torschuss von Leipzig. Laimer leitete die Aktion mit einem Ballgewinn gegen den deutschen Teamspieler Emre Can ein, setzte den Portugiesen Andre Silva ein, über den der Ball zum Franzosen Christopher Nkunku kam. Der „chippte“ den Ball hinter die Dortmunder Abwehr genau in den Lauf von Laimer, der den Schweizer Tormann Gregor Kobel aus spitzemWinkel mit rechts gekonnt überhob. Das Tor fiel vor der Südtribüne, der mächtigen gelben Wand der Dortmund-Fans. Die brachte er zum Schweigen. Endgültig, als er neun Minuten später eine abgewehrte Flanke Nkunkus mit links direkt übernahm. Der Schuss wurde noch abgefälscht, war unhaltbar. „Im Training trifft Konny oft alles, nur nicht das Tor“, scherzte sein zufriedener Trainer Domenico Tedesco, „er hat ein Riesenspiel gemacht“.

Mit der Ferse leistete Laimer kurz nach der Pause den Assist zum Tor Nkunkus. Ein Superauftakt für das schwere April-Programm von Leipzig mit sieben Partien in 21 Tagen. Unter Tedesco gelang die Steigerung von Platz elf auf vier. So kann es mit Laimers ersten Titel mit Leipzig, bisher die beste Mannschaft der Rückrunde, klappen. „Ich hab´meine Abschlussstärke entdeckt, so kann es weiter gehen“, freute sich Laimer, „es tut gut, in so einem Stadion vor 81.000 Zuschauern zu gewinnen.“ Für einen anderen mit Salzburg-Vergangenheit lief alles verkehrt: Für Dortmunds Trainer Marco Rose, einen gebürtigen Leipziger. Am Ende gab es vereinzelte „Rose raus“-Rufe.  Laimer war nicht der einzige Österreicher, der Samstag, traf. Es gab insgesamt vier Treffer durch „Ösis“.

Für einen sorgte Marcel Sabitzer. Beim 4:1 (0:0) von Bayern in Freiburg kam er erst in der 86. Minute auf den Rasen, traf in der siebenten Minute der Verlängerung zum Endstand. Sein erstes Tor im Bayern-Dress. Das im Wirbel um seine Einwechslung fast unterging. Sabitzer kam gemeinsam mit Niklas Süle für die Franzosen Corentin Tolisso und Kingsley Coman. Danach spielte Bayern rund 20 Sekunden lang mit zwölf Mann, da Coman das Feld noch nicht verlassen hatte. Wie es zu der Panne kam? Schiedsrichter Christian Dingert gab der Bayern-Bank und Teammanagerin Kathleen Krüger die Schuld. Weil sie bei der Auswechslung die alte Rückennummer von Coman (29) in die Höhe hält. In dieser Saison spielt er aber mit elf. Darum fühlte sich Coman nicht angesprochen, reagierte erst auf Zurufe. Als der vierte Referee den Fehler bemerkte, verständigte er über Funk Dingert, der das Match unterbrach. Nach minutenlangen Diskussionen ging es mit Schiedsrichterball weiter. Würde Freiburg protestieren, was nicht passieren wird, hätten den Bayern dem Regelwerk nach sogar eine Strafverifizierung gedroht.

Im Österreicher-Duell zwischen Patrick Wimmer, Alessandro, Schöpf, Manuel Prietl bei Arminia Bielfeld sowie Sasa Kalajdzic  beim VfB Stuttgart, brachte Kalajdzic mit seinem ersten verwandelten Elfmeter in der Bundesliga Stuttgart vor der Pause in Führung. Mit blauen Augen, einem Andenken an das 2:2 gegen Schottland am Dienstag. Den Elfer verschuldete Wimmer mit einem Hands, das der Video Assistant dem Schiedsrichter meldete. Bielefelds Ausgleich zum 1:1 (0:1) fiel nach einer Flanke von Schöpf. Mit dem glücklichen Punkt überholte Bielefeld Hertha BSC Berlin (1:2 in Leverkusen), verließ den Abstiegsplatz. Einen bitteren Samstag erlebten Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch bei Hoffenheims 1:2 (0:1)-Heimpleite gegen Bochum. Das Siegestor des Aufsteigers durch den Japaner Asano fiel nach einem schweren Fehler von Grillitsch. Eine Enttäuschung gab es auch für Oliver Glasner auf Eintracht Frankfurts Trainerbank: Fünf Tage vor dem „Jahrhundertspiel“ gegen den FC Barcelona in der Europa League nur ein 0:0 vor 50.500 Zuschauern gegen Aufsteiger Fürth.

 

Foto: RB Leipzig.

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