Fußball

Marsch wurde nicht gehört: Sein tiefster Moment bei Salzburg

Jesse Marsch hatte vor dem Spiel von Tabellenführer Red Bull Salzburg beim Schlusslicht Admira in der Südstadt gewarnt. Aber er erreichte die Mannschaft zwischen dem 3:1 bei Lok Moskau am letzten Dienstag und dem „Finale“ gegen Atletico Madrid  um den Aufstieg ins Achtelfinale der Champions League am Mittwoch offenbar nicht. Das ist das schlimmste, was einem Trainer passieren kann, wenn ihn die Spieler nicht hören wollen. Daher sprach der Amerikaner in seiner ehrlichen Art nach der 0:1 (0:0) von seinem bisher tiefsten Moment in eineinhalb Jahren Salzburg: „Da war keine Leidenschaft, keine Energie, keine Power.“ Nicht zum ersten Mal. Auch bereits zwei Runden zuvor bei der 1:3-Heimpleite gegen Sturm.

Kapitän Andreas Ulmer, Max Wöber und Enock Mwepu fehlten im Kader. Andre Ramalho, Rasmus Kristensen, Zlatko Junuzovic, Sekou Koita und Mergim Berisha begannen auf der Bank.  So kamen Albert Vallci, im Abwehrzentrum die Franzosen Omar Solet und Jerome Onguene, Patrick Farkas, Majeed Ashimeru, Masaya Okugawa und Patson Daka  zum Einsatz. Von den Moskau-Helden begannen Tormann Cican Stankoic, Dominik Szoboszlai sowie Torschütze Karim Adeyemi. Sie wurden teilweise hart auf den Boden zurückgeholt. Auch Adeyemi (Bild oben), der eine von drei großen Chancen zum Führungstor ausließ. Die Pannen begannen schon bald nach Beginn, als ein Franzose (Onguene) den anderen (Solet) kurzfristig k.o. schoss.

Nach 61 Minuten brachte Marsch bei 0:0 Junuzovic und Koita, zwei Minuten später Kristensen. Aber nichts änderte sich. Im Gegenteil. Nach 69 Minuten ging Admira in Führung, als Stankovic einen Schuss von Marco Hausjell nur kurz und nach vorne abwehrte, Admiras Mittelfeldspieler Roman Kerschbaum vor Solet an den Ball kam und für sein drittes Saisontor sorgte. Auch mit Berisha ging danach nichts mehr. Daher musste Marsch Admira fair gratulieren, ließ auch das schlechte Terrain als Ausrede galten: „Wir sind nur selbst schuld, hatten keine Klarheit im Spiel. Ich dachte nicht, dass dies noch einmal passiert!“ Weil es doch anders kam, könnte Salzburg Sonntag Platz eins an den LASK verlieren, wenn der das Oberösterreich-Derby gegen Ried gewinnt.

Admira freute sich über „Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt“, wie Trainer Damir Buric die Sensation nach fünf Niederlagen in Serie  bezeichnete: „Diesmal setzten wir alle Vorgaben perfekt um!“ Die Belohnung: Admira gab die rote Laterne an Altach ab. Die Vorarlberger bezogen daheim ein 0:4 (0:1)-Debakel gegen St. Pölten, sind seit dem 4:2 gegen Admira in der fünften Runde am 24. Oktober ohne Sieg, seit 467 Minuten ohne erzieltes Tor. Für Georg Zellhofer, St.Pöltens Sportvorstand mit langer Altach-Vergangenheit, bedeutet der Sieg garantiert etwas Besonderes. St. Pölten hat neun Punkte mehr als Altach.

Besser als Salzburg machte es Mittwoch-Gegner Atletico Madrid, der  daheim Valladolid 2:0 (0:0) schlug. Kapitän Koke und Jungstar Joao Felix spielten erst ab der 57. Minute, kurz nach dem Führungstor des Franzosen Thomas Lemar. Für den Endstand sorgte Marcos Llorente acht Minuten vor Schluss. Beide Treffer bereitete der englische Verteidiger Kieran Trippier vor.

Foto: Red Bull Salzburg.

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