Fußball

Meisterstück als Machtdemonstration: Austria machte alles falsch

Die Bierduschen blieben Matthias Jaissle nach dem ersten Titel seiner Trainerkarriere nicht erspart. So wie Julian Nagelsmann am Samstag nach Bayerns 3:1 gegen Dortmund. Nur wurde Jaissle nicht mit Weißbier geduscht, sondern mit Stiegl-Bräu. Den Anfang machte Max Wöber (Bild oben). Dass er mit 34 Jahren und 19 Tagen der jüngste Trainer in der Bundesligageschichte ist, der Meister wurde, empfand Jaissle nach dem 5:0 (3:0)-Kantersieg von Red Bull Salzburg gegen die Wiener Austria nur als nette Randnotiz, nicht mehr. Dem Schwaben gefiel es, wie seine Jungs nicht nur am Rasen marschierten, sondern auch, als er nachher in der Kabine zu den Klängen von Neil Diamonds „Sweet Caroline“ ran an die Bierflaschen ging.

1:0 hieß es schon nach zwei Minuten durch Noah Okafor, 2:0 nach 18 durch einen von Eric Martel abgefälschten Schuss von Karim Adeyemi, 3:0 nach 28 durch den Kroaten Luka Sucic. Eine Machtdemonstration. Salzburg zeigte den Meister. In nur 28 Minuten bekam die Austria halb so viele Tore wie zuvor in fünf Runden. Da waren es sechs. Der den Bierduschen ebenfalls nicht entkommene Christoph Freund freute sich aus einem speziellen Grund sowohl über diese Gala als auch über den neunten Titel in Serie sehr: „Vor Saisonbeginn hörte man ja Prognosen, dass wir diesmal angreifbar sein werden und unsere Serie gestoppt werden könnte!“ Weit gefehlt. Kein ernster Herausforderer in Sicht. Wird nächste Saison nicht viel anders sein.

Verlierer Austria konnte erstmals in 28 Spielen nicht mithalten. Wie Trainer Manfred Schmid eingestand. Schon zur Pause bemerkte Sky-Experte Martin Stranzl im Wiener Studio, dass die Austria überhaupt nicht wach wirkte, sich widersprüchlich zur bisherigen Saison nicht kompakt präsentierte. Schließlich hat die Austria auch nach dem Debakel noch immer die zweitbeste Abwehr der Liga: „Wir haben immer die Bälle dorthin gespielt, wo Salzburg sie haben will. Nämlich ins Zentrum. Dort gab es Ballverluste, verloren wir die Zweikämpfe“. Nach der Pause kassierte die Austria noch zwei Elfmetertore. Verteidiger Martins sah für das Foul an Sucic, das zum ersten führte, Gelb-Rot. Fakt ist: Die Austria hat seit dem 2:1 gegen Wolfsberg zum Start der Meistergruppe am 13. März keines der fünf Spiele gewonnen, kassierte zuletzt drei Niederlagen hintereinander mit nur einem erzielten Tor. Mittwoch geht es wieder gegen Wolfsberg, allerdings in der Lavanttal-Arena. Dort kann die Austria von den Kärntnern überholt werden.

Foto: Red Bull Salzburg.

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