Eishockey

Mit fünfter Niederlage Rückfall in schlechte Zeiten

Die fünfte WM-Niederlage für Österreichs Eishockeyteam war zwar die knappste, tat aber am meisten weh. Denn das 3:5 (0:1, 1:1, 2:3) gegen Norwegen bedeutet den Rückfall in schlechtere Eishockeyzeiten, der nach den ersten zwei Spielen in der Ondrej Nepela-Arena von Bratislava unerwartet kam. Was ist da seit letztem Sonntag, seitdem sich dieses Team so gut wie kein anderes zuvor gegen Russland verkauft hatte, passiert? Fakt ist: Es gibt realistisch nur noch eine Chance, den Aufstieg zu verhindern, Montag Abend im Entscheidungsspiel gegen Italien. An eine Sensation am Tag zuvor gegen Tschechien zu hoffen, ist völlige Illusion. Allerdings hätten auch drei Punkte gegen die Norweger nichts an dem alles oder nichts-Szenario am Montag geändert. Eine Niederlage gegen die Italiener hätten auch dann den Abstieg bedeutet, weil bei Punktegleichheit das direkte Duell zählt. Im Prinzip ist nicht allzuviel passiert, nur gut für das Selbstvertrauen war es sicher nicht.

„Wir haben nicht schlecht gespielt, müssen uns aber defensiv verbessern, kompakter sein, dürfen nicht so leicht Tore kassieren“, gestand Verteidiger Dominique Heinrich (Bild oben) nahm sich von der Kritik gar nicht aus. Auch die Ausfälle sind in diese Situation ein Problem:  Der 1,99 Meter-Riese Raphael Wolf, zu Beginn eine positive WM-Überraschung,  kann wegen eines gebrochenen Fingers nicht mehr spielen. Tormann David Kickert wegen einer Muskelverletzung am Bein, erlitten beim Aufwärmen vor dem 1:9-Debakel gegen Schweden vermutlich auch nicht mehr. Kickert war gegen die Norweger eingeplant, aber wegen seines Ausfalls musste Routinier  Bernhard Starkbaum am Tag nach den neun kassierten Treffern vom Weltmeister wieder ran. Schon nach 2:01 Minuten war er zum ersten Mal bezwungen. Nach einem Bully. Er hat schon bessere WM-Spiele abgeliefert als das gestrige mit 25 abgewehrten Schüssen, dem norwegischen Keeper Henrik Holm gelangen fünf Saves mehr. Aber die Niederlage auf den Tormann zu reduzieren, wäre unfair. Teamchef Roger Bader hielt sich an die Statistik:“Wir brauchen einen Tormann, der mehr als 90 Prozent der Schüsse abwehrt, um zu punkten. Und hatten in keinem der fünf Spiele einen.“

Ansonst sah Bader alles nicht so negativ.  Die neu formierten Linien hätten funktioniert, ebenso das Powerplay, in dem Peter Schneider für das 1:1 und Verteidiger Heinrich (Bild oben) für das 3:4 sorgte. Das gelang erst 51 Sekunden vor Schluss mit sechs Feldspielern, ohne Tormann.  Nach dem Anschlusstreffer kam Starkbaum zum Bully wieder rein, fuhr sechs Sekunden später wieder vom Eis, nur zwei danach fiel das fünfte Tor der Norweger. Bader sah den Schlüssel zur Niederlage im zweiten Drittel: „Danach hätten wir führen, nicht 1:2 zurück liegen müssen.“ Aber es klappte auch mit der Chancenverwertung nicht sehr gut. Da sündigten Raphael Herburger, Thomas Hundertpfund und auch zweimal Konstantin Komarek, ehe der Malmö-Legionär für das Schlussdrittel für das 2:2 sorgte. Aber nur 49 Sekunden später führte wieder Norwegen durch einen Fehler von KAC-Verteidiger Clemens Unterweger, der bei einer WM nicht passieren sollte.

Sicher brachte auch die Tatsache, dass einige Legionäre hinter den Erwartungen bleiben, das Team in diese prekäre Lage. Stichwort Dominic Zwerger, Fabio Hofer oder Manuel Ganahl, der weiterhin auf sein erstes Tor in der ganzen Saison wartet. Aber jammern hilft nichts: Bessere Spieler, die zur Verfügung gestanden wären, hat Österreich nicht. Baders Marschroute bis Montag: Regenerieren,  gegen Tschechien einige Spieler schonen. Montag Abend ab 20.15 schlägt dem Team die entscheidende Stunde. An der Unterstützung der Fans dürfte es nicht fehlen: Freitag waren unter den 8196 Zuschauern mehr als 3000 Österreicher.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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