Fußball

Nach 0:1 hat Rapid seine bisher schlechteste Heimbilanz in der Bundesliga

Das erste Bundesligaspiel Rapids nach der Rückkehr von Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic auf die Trainerbank endete wie das letzte unter Vorgänger Ferdinand Feldhofer in Ried. Mit einer 0:1-Niederlage. Wobei die Leistung vor 14.800 Zuschauern gegen Austria Klagenfurt in der ersten Hälfte das Prädikat grottenschlecht verdiente. Am Ende jubelte Violett, war Grün-Weiß am Boden zerstört. Vier Heimspiele hintereinander verlor Rapids seit Gründung der Bundesliga vor 48 Jahren nicht. Die schlechteste Heimbilanz aller Zeiten könnte dazu führen, dass Rapid wie schon 2019 die Qualifikation für die Meisterrunde nicht schaffen wird. Auf Austria Klagenfurt beträgt der Rückstand jetzt schon sechs Punkte, Peter Pacult konnte sich über den fünften Auswärtssieg (inklusive Cup) hintereinander freuen, seinen ersten als Trainer bei seinem Ex-Klub. Er genoss das sicher mehr als er das zeigte. WSG Tirol überholte durch den 5:1 (2:1)-Kantersieg in Hartberg Rapid. Mit dem Tor eines Ex-Rapidlers. Lukas Sulzbacher erzielt den Treffer zur Pausenführung.

Schlechter als Rapid kann man kein Spiel beginnen. Das gab auch Barisic nachher zu. Nach einem Rückpass von Marco Grüll schoss der nach einer Fingerverletzung ins Tor zurückgekehrte Niklas Hedl Klagenfurts Kapitän Markus Pink an. Schon das hätte die schnelle Führung der Kärntner sein können. Die passierte in der sechsten Minuten. Bis dahin war es Rapid nicht gelungen, in die Hälfte der Kärntner zu kommen. Wahnsinn. Auch beim einzigen Treffer war die Rolle von Hedl zu hinterfragen: Die Flanke von Sinan Karweina zum langen Eck, wo Punk frei stand, war lange in der Luft, die kann man auch abfangen. Pinks Kopfball flog dann hoch ins kurze Eck. Schon der siebente Kopfballtreffer der Kärntner in dieser Saison, das achte Tor von Pink.

Rapids erster gefährlicher Torschuss kam erst nach 44 Minuten durch Ferdi Druijf. Da bewährte sich Tormann Philipp Menzel.  Geblieben sind die großen Probleme beim Spielaufbau oder wie es Barisic ausdrückte, den „Ball aus dem eigenen Drittel“ zu bringen. Das hat verschiedene Gründe: Ein damit überforderter Innenverteidiger (Michael Sollbauer), ein Linksverteidiger, der nicht zum ersten Mal mit Fehlpasses Chancen des Gegners „kreierte“ (Martin Moormann), ein zentraler Mittelfeldspieler, dem außer Alibipasses wenig einfällt (Roman Kerschbaum). Mit Tempo über die Flügel kam Rapid viel zu selten, obwohl Ante Bajic und Marco Grüll  schnelle Spieler sind. Aber Bajic musste zur Pause ausgetauscht werden, er war wieder rot gefährdet. Ein Spieler mit Ideen wie Nicolas Kühn ging an allen Ecken und Enden ab.

„Wir haben erst angefangen, zu spielen, als uns das Wasser bis zum Hals stand“, konstatierte Barisic, „das darf nicht so sein“. In der zweiten Hälfte machte Rapid zwar Druck, verteidigte Klagenfurt fast nur noch. Aber konkrete Chancen? Innenverteidiger Leopold Querfeld rutschte nach einem Freistoß an einer Vorlage von Druijf  und seinem ersten Tor in der Bundesliga vorbei, der Holländer ließ per Kopf die größte Chance zum Ausgleich aus. Ein Zeichen für die Verunsicherung? „Rapid braucht derzeit mehr einen Psychologen als einen Trainer“, konstatierte Ex-Torjäger Marc Janko im Sky-Studio, das nur zwei Kilometer vom Allianz-Stadion entfernt ist.

Eine verbale Watschen bekam Rapid dann auch noch aus Hartberg. Dort stellte der Obmann des Schlusslichts, Erich Korherr, trotz roter Laterne und des grimmigen Debakels gegen die Tiroler außer Diskussion, an Trainer Klaus Schmidt festzuhalten. Seien Begründung: „Mittwoch fahren wir zu Rapid, da kann man immer etwas holen“. Bei der aktuellen grün-weißen Heimbilanz hat er gar nicht unrecht.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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