Fußball

Nach Pepi Hamerls Tod leben nur noch vier 7:0-Helden des Sportklubs

Der österreichische Meister schießt daheim den italienischen mit 7:0 vom Platz. Heutzutage undenkbar, aber doch einmal passiert. Am 1. Oktober 1958, als der Wiener Sportklub im Wiener Stadion Juventus Turin mit 7:0 (3:0) vom Rasen fegte. Juventus-Topstar Omar Sivori tobte nach dem Debakel im Hotel derart, dass er einen Polizeieinsatz notwendig machte. So hoch verlor Juventus im Europacup bis heute nicht noch einmal.

Letzten Samstag starb der strahlende Held dieses historischen Abends mit 86 Jahren: Josef „Pepi“ Hamerl erzielte dabei innerhalb von 46 Minuten die vier Tore vom 2:0 zum 5:0. Der bescheidene Hamerl gab aber mit diesem Viererpack nie groß an, blieb immer ein stiller Typ, der sich nie in den Mittelpunkt stellte. Aber wenn er  sich einmal ärgerte, ungerecht behandelt und kritisiert fühlte, dann sagte er auch seinen Trainern ins Gesicht, was er von ihnen hielt. Mitunter nicht viel. Der Sportklub dominierte damals die Meisterschaft, blieb 1958 und 1959 in 41 Spielen hintereinander ungeschlagen. Eine Kasernierung wie aktuell üblich gab es vor 59 Jahren noch nicht.  Hamerl fuhr zu seinem denkwürdigsten Match mit der Strassenbahn, kam direkt von der Arbeit.

Rudi Szanwald im Tor, in der Abwehr Alois Jaros, Heinrich Büllwatsch und Erich Hasenkopf, im Mittelfeld Rudolf Oslanky und Leopold Barschandt (damals hießen die Mittelfeldspieler Läufer), vorne im legendären Angriff Walter „Max“ Horak, Adi Knoll, Erich Hof, Hamerl und Karl Skerlan. Von dieser historischen Siegerelf leben nur noch vier: Als erster starb der geniale Erich Hof, der das 6:0 und 7:0 schoss, schon 1995 im Alter von nur 58 Jahren. Fünf Jahre später Barschandt mit 75. Jaros war 92, als er 2012 aus dem Leben schied, im selben Jahr schloss Oslanky mit 81 für immer die Augen. Vor vier Jahren kam die Meldung vom Tod Szanwalds,  heuer verstarb Karl Skerlan, der den Torreigen eröffnet hatte, am 7. Februar mit 77 Jahren.  Letzten Samstag endete leider auch das Leben des dritten Torschützen dieser denkwürdigen Begegnung.

Der „Jüngste“ aus der Mannschaft, der noch lebt, ist Adi Knoll mit 79. Büllwatsch und Hasenkopf sind 82, Horak genießt mit 86 das Leben.

 

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