Fußball

Wieder Tormannwechsel: Rapid hat keine Nummer eins

Die Austria, deren neuer Abwehrchef Heiko Westermann noch recht langsam wirkte,  am Freitag in Ebreichsdorf beim Aufstieg im Elfmeterschießen, Aufsteiger LASK Samstag beim späten 1:0 in Kitzbühel oder Sonntag Sturm Graz beim 3:0 in Hard (bis zur 74. Minute 0:0) sowie Rapid speziell vor der Pause beim 2:0 (1:0) in Schwaz verbreiteten beim Aufstieg in die zweite Runde des Uniqa-Cups wenig Glanz. Aber keiner der  zehn  Bundesligaklubs blamierten sich so wie der ORF Samstag beim Versuch einer Vierer-Konferenzübertragung  von Deutschlandsbergs 0:7 gegen Titelverteidiger Salzburg  in der Steiermark, Lendorfs 1:3 gegen Admira in Kärnten, Kitzbühel und aus Dornbach von Sportklubs 0:4 gegen Ried.  Mitunter gab´s von dort und aus Kitzbühel gar keine Bilder, ansonst meist verwackelte. Ob der Fußballbund, der die Übertragungen selbst produzierte oder der ORF, der das Signal nur zukaufte, somit nur bedingt Zugriff auf die Qualiät der Bilder hatte,  die größere Schuld daran trägt, war den verärgerten Konsumenten egal. ORF-Moderator Rainer Pariasek nannte es schon zur Pause bei seiner Entschuldigung blamabel, armselig und unentschuldbar.  So wertet man das Image des Cups nicht auf.

Für Gesprächsstoff sorgte wieder einmal Rapid. Vor allem durch Steffen Hofmann. Er kam zur zweiten Hälfte, absolvierte damit sein 528. Spiel für Rapid, ist damit der alleinige Rekordler in Grün-Weiß, übertraf Peter Schöttel um ein Spiel.  Alles, was er machte, hatte Hand und Fuß. Damit übertraf er den 15 Jahre jüngeren Tamas Szanto, der zuvor auf seiner Position gespielt hatte wie schon eine Woche zuvor beim 2:2 gegen AS Monaco. Am Sonntag hatte Trainer Goran Djuricin den Ungarn im „Kurier“ bereits als würdigen Nachfolger des grün-weißen Fußballgotts präsentiert. Und am gleichen Tag war Szanto von der Rolle. Man sollte, mit solchen Prognosen vorsichtig sein. Bei allem Talent, das Szanto hat, die Schuhe sind  ihm derzeit sicher noch zu groß sein. Wenn Steffen Hofmann von ähnlichem Verletzungspech wie letzte Saison verschont bleibt, dann wird er am Saisonende mehr als 550 Spiele für Rapid bestritten haben.

Djuricin zog ja in der Halbzeit die Konsequenzen, als er nicht nur Steffen Hofmann, sondern mit Mario Sonnleitner für Max Hofmann einen zweiten Routinier brachte. Noch nichts von seinem traditionellen Sommerhoch ist bei Louis Schaub zu sehen, ganz im Gegenteil. Offenbar zählt  bei Djuricin der Ballbesitz wieder so viel wie früher bei Zoran Barisic. Nur unterliefen viel zu viele Fehlpasses, fehlte das Tempo. Das sah auch der Trainer so.

Für Erklärungsbedarf  sorgte auch der zweite Tormannwechsel innerhalb von sechs Monaten. Im Jänner bestimmte der damalige Trainer Damir Canadi Tobias Knoflach statt  Richard Strebinger zur Nummer eins. Canadis Nachfolger Djuricin  drehte jetzt im Juli die Hierarchie wiederum,  weil ihm beim 24jährigen Strebinger (Bild oben) das Gesamtpaket besser gefiel als beim um ein Jahr jüngeren Knoflach. An beiden Entscheidungen sicher beteiligt: Tormanntrainer Helge Payer. Also muss es irgendetwas gegeben haben, dass Payers Meinung änderte. Denn Strebinger war auch im Winter elf Zentimeter größer als Knoflach, den Payer im Frühjahr stets verteidigte, hatte damit die größere Reichweite, galt als der Tormann mit dem größeren Potenzial, speziell auf der Linie. Aber er scheiterte zu oft an seinen Nerven.

Der Tormanntausch nährte die Meinung vieler, das Rapid  keine richtige Nummer eins hat, die den grün-weißen Ambitionen und Anforderungen gerecht wird. Die Rückennummern sagen zwar nichts aus, sind aber vielleicht doch bezeichnend: Knoflach spielt mit der 21, Strebinger mit 30.  Jetzt hat Strebinger nochmals die Chance, das zu widerlegen. Sportchef Fredy Bikel ist überzeugt, das dem Niederösterreicher die Monate auf der Bank gut taten, er jetzt durchstarten wird. Wenn´s nicht gelingt, dann folgt bald wieder der Wechsel. In Schwaz verhinderte Strebinger mit einer starken Reaktion den Ausgleich des Tiroler Regionalligaklubs,  eröffnete mit einem katastrophalen Fehlpass allerdings den Verlierern die Chance zum 1:1, die sie nicht nützten. Djuricin erwartet von Knoflach, das er Strebinger unter Druck setzen wird: „Das muss so sein.“

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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