Fußball

Neues System oder nur ein neuer Jelic?

Louis Schaub formulierte es nach dem 4:0 über Blau-Weiß Linz  und Rapids souveränen Sprung ins Cupviertelfinale vor den Puls 4-Kameras vielleicht etwas überspitzt. Aber ein Körnchen Wahrheit steckte dennoch in der Behauptung, dass halb Österreich  eine grün-weiße Niederlage sehen wollte, um dann auf die Mannschaft draufhauen zu können.  Die Gefahr, dass dieser Kelch an Rapid nicht vorbei geht, bestand nie. Von Befreiungsschlag und großer Wende zu sprechen, wäre andererseits auch verfrüht. Nicht vergessen: der Gegner war der Letzte der Ersten Liga, noch dazu  praktisch auf neutralem Terrain. Da darf Rapid bei seinen Ansprüchen nicht in Schwierigkeiten kommen.

Die große Frage, die sich danach stellte: Bedeutete der Pflichtsieg den Beginn einer Ära mit einem neuen System, den Abschied vom 4-2-3-1 aus der Ära von Zoran Barisic, den Auftakt zum 4-4-2 mit zwei Spitzen? Man könnte die Frage aufwerfen, ob dies im Cup wirklich eine  neue Taktik war  oder nur ein neue Rolle von  Matej Jelic nach seiner Verletzungspause, die sich auch schon bei seinem Kurzeinsatz in der Europa League gegen Sassuolo  als Nachfolger von Traustason angedeutet hatte. Jetzt  spielte der Kroate nicht mehr wie vor seinem Ausfall an vorderster Front, sondern  praktisch um die einzige Spitze herum. Das kann Jelic offenbar  besser als ganz vorne zu lauern.  Zumindest gegen die Linzer. Trainer Mike Büskens  brachte die Taktikdiskussionen in die richtige Relation: „Wir hatten in den letzten zwei sieglosen Partien vor dem Cup  56 Torschüsse und spielten dabei  mit einem Stürmer.“ Von der Last, die von seinen Schultern abfiel, wollte er nichts hören: „Die hatte doch der ganze Verein.“  Auch damit hatte er recht.

Was nach einem Match, bei dem die Talente Maxiliman Wöber und Philipp Malicsek zu ihrem Saisondebüt in einem Pflichtspiel kamen, noch in Erinnerung blieb: Ei Transparent der Fans gegen das für sie nicht Rapid-würdige  Trainerteam und die Aufforderung, gleich auszumisten. Da fällt einem ein, dass dies mit einer Ausnahme eigentlich das gleiche Trainerteam wie unter  Barisic ist. Das  Präsident Michael Krammer letzte Saison nach dem unglücklichen Scheitern in der Qualifikation zur Champions League  noch als einzigartig über den grünen Klee gelobt hatte.  Von dem ist nur Barisic nicht mehr dabei. Also liegt der Ärger nur an Büskens? Sportvorstand  Andreas Müller bezeichnete den Fanprotest schon zur Pause als unwichtig. Als er die Liste der Ausfälle aufzählte, die Rapid seit Saisonbeginn schadeten, fehlte  der Namen Steffen Hofmann. Nur Zufall? Büskens gab eine Stunde später  offen zu, dass bei jedem, der ein bisschen Seele hat, so ein Transparent nicht spurlos vorbei geht: „Aber so etwas wird nie zu verhindern sein.“ Bei einem Klub wie  Rapid höchstens mit einer Siegesserie.

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