Auch die System-Umstellung auf drei Innenverteidiger und drei Neue in der Startelf gegenüber dem 0:2 gegen den LASK (Ange Ahoussou im Abwehrzentrum statt des angeschlagenen Nenad Cvetkovic, Furkan Demir statt Andrija Radulovic, Ercan Kara statt des verletzten Claude Mbuyi) änderte nichts am Rapid-Tief. Statt Pluspunkte zu sammeln, bezog Rapid mit 0:3 (0:1) gegen Fiorentina vor 24.300 Zuschauern die fünfte Niederlage hintereinander, die zweite in der Conference League. Die Lage wird langsam, aber sicher prekär. Am beeindruckendsten war die Choreographie auf der Rapid-Fantribüne: Alle in grün und weiß. Das war herausragend, was man von der Leistung der Mannschaft wirklich nicht behaupten kann. Das Schlimme daran: Fiorentinas Trainer Stefano Pioli bot zu Beginn nur drei Spieler der Startelf vom 1:2 gegen Milan am letzten Sonntag auf. Praktisch die Zweitbesetzung des Drittletzten in Italiens Serie A hatte Rapid fest im Griff.
Einer der drei Innenverteidiger Rapids war auf der rechten Position Jannes Horn, der bisher nur linker Verteidiger spielte. Im Vierermittelfeld besetzten der wieder sehr fehlerhafte Bendegüz Bolla und Demir die Außenspositionen, Kapitän Matthias Seidl und Romeo Amane das Zentrum, davor begannen Nikolaus Wurmbrand und Janis Antiste, die einzige Spitze war Kara. Der Matchplan war schon nach neun Minuten hinfällig. Weil Tormann Niklas Hedl wie beim 1:4 in Posen und zuvor beim 1:3 im Derby gegen die Austria die Niederlage einleitete. Er wehrte einen Schuss von Oldie Edin Dzeko statt zur Seite in die Mitte ab, genau auf die Füße von Cheer Ndour, der „unfreiwillig“ zum Schützen des Führungstors wurde. Das war Hedls zweiter schwerer Fehler, beim ersten verhinderte Ahoussou ein Fiorentina-Tor. Rapid versuchte zwar Druck zu machen, aber es gab zu viele Fehlpässe und Ballverluste. Gefährlich war Rapid im Grund genommen nur bei einem Schuss von Seidl in der 65. Minute an die Latte. Da stand es schon 0:2, weil nach drei Minuten der zweiten Hälfte Horn gegen Bosniens Teamkapitän Dzeko zu kurz kam. Dzekos Nachfolger, der Isländer Albert Gudmundsson, machte knapp vor Schluss die Abfuhr perfekt.
So gut der Saisonstart verlief ,so bedenklich ist die Entwicklung der letzten sieben Spiele inklusive des 1:1 beim GAK und beim 2:1-Cupaufstieg in Oberwart. In dieser Art kann es die nächste Watschen Sonntag in Ried und drei Tage später im Cupachtelfinale bei Zweitliga-Tabellenführer St. Pölten geben. Dort ist das Stadion erst zum vierten Mal seit der Eröffnung, mit 7800 Zuschauern bereits restlos ausverkauft. Danach kommt Meister Sturm nach Hütteldorf. Schön langsam muss man auch fragen, ob die Legionärsflut gut für Rapid war. Rekordkauf Tobias Gulliksen fiel nach der Einwechslung nur mit einem guten Pass auf, Janis Antiste war eine Vorgabe, Martin Ndzie nur fit für einen Kurzeinsatz, Marco Tilio und Radulovic blieben auf der Bank. So wie drei Spieler aus der zweien Mannschaft. „Die Umstellung auf Dreierkette war nicht der Grund für die Niederlage“, behauptete Stöger zu Recht. Für ihn zeigte Rapid ein anderes Gesicht als gegen den LASK.
Rapid ist in der Conference League Vorletzter. Nicht nur Rapid verlor daheim, sondern auch Oliver Glasner mit Crystal Palace im Selhurst-Park. 0:1 (0:0) in Bestbesetzung gegen AEK Larnaca, den Tabellenfünften aus Zypern, durch ein Tor des Bosniers Riad Bajic. Unglaublich.
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