Fußball

Neustart von Pechvogel Okungbowa: Von Rapid über St. Pölten, FAC, Lübeck und Offenbach nach Wattens

Vor sechs Jahren debütierte er als Rapid-Hoffnung in der Bundesliga, in der er es auf Grund von schweren Verletzungen bisher nur auf drei Einsätze brachte. Nach zwei Saisonen in Deutschland versucht der 28 jährgie Osarenren Okungbowa, in Wien geborener Sohn nigerianischer Eltern, einen Neustart: Dienstag trainierte er erstmals in Wattens bei WSG Tirol, einen Tag später war seine Verpflichtung perfekt. Als Innenverteidiger mit einem starken linken Fuß, den Sportchef Stefan Köck und Trainer Thomas Silberberger suchten. Zudem zählen auch Luftduelle bei  Okungbowa mit seinen 1,89 Metern  zu seinen Stärken. Das Engagement freute auch Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, der Okungbowa im Blick hatte, als er noch Rapid-Trainer war und glaubt, dass Okungbowa Tirol helfen kann, das Ziel Klassenerhalt zu schaffen.  Zu Köck hat Barisic aus gemeinsamen Tiroler Spielerzeiten einen guten Draht,

Debütiert in der Bundesliga hatte Okungbowa im Herbst 2016 nach dem Trainerwechsel bei Rapid von Mike Büskens zu Damir Canadi. Ausgerechnet gegen den damaligen Tabellenführer Sturm Graz im Allianz-Stadion in der Startelf. Zur Pause bei 1:1 ersetzte ihn der kroatische Fehlkauf Ivan Mocinic, Rapid verlor 1:2.  Im Februar 2017 gab es noch einen Kurzeinsatz im Wiener Derby gegen die Austria im Happel-Stadion. In der 94. Minute kassierte Rapid den Ausgleich zum 1:1. Danach begann die Leidenszeit: Kreuzbandriss im Training, den Weg zurück verlängerte auch eine Schambeinentzündung. Ab Sommer 2018 versuchte er es bei St. Pölten, aber so richtig kam er nicht auf Touren. Daher nach sechs Monaten ein Schritt zurück in die zweite Liga. Beim Floridsdorfer AC fand er Form und Rhythmus, Im Sommer 2020 kam der Ruf aus Deutschland vom aktuellen Horn-Trainer Rolf Landerl, der damals VfB Lübeck in die dritte Liga geführt hatte. Okungbowa nahm die Herausforderung an, war diskussionslos Stammspieler (Bild oben). Aber mit Lübecks Abstieg war das Kapitel vorbei. Es ging eine Klasse tiefer in der Regionalliga Südwest beim Traditionsklub Kickers Offenbach weiter. Am Ende fehlten vier Punkte zum Aufstieg.  Aufsteiger Elversberg lieferte letztes Wochenende die Sensation im deutschen Pokal mit einem 4:3-Sieg gegen Leverkusen.

Bei Offenbach mussten Trainer und Sportchef (Ex-Rapid-Legionär Thomas Sobotzik) gehen, Okungbowa merkte bald, beim neuen Trainer nicht gefragt zu sein.  Das ist der 2019/20 bei St. Pölten nicht gerade erfolgreich gewesene Alexander Schmidt (26 Spiele mit einem Punkteschnitt von 1,00). Also wurde Okungbowas langjähriger Wiener Berater Wlter Künzel tätig. WSG Tirol signalisierte Interesse, wollte aber keine Ablöse zahlen. Obwohl Okungbowas Vertrag noch ein Jahr lief. Künzel schaffte es, dass Okungbowa ablösefrei gehen durfte. Damit ist Philipp Hosiner, der Schützenkönig in Austrias letzter Meistersaison 2012/13, de einzige Österreicher in Offenbach. Wenn Okungbowa nicht wieder von Verletzungspech eingeholt wird, dann ihm der dritte Anlauf in der Bundesliga, den er unbedingt versuchen wollte, gelingen. Dann kann er auch in Tirol das werden, was er in Lübeck und Offenbach war: Stammspieler und Publikumsliebling.

Foto: VfB Lübeck.

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