Fußball

Trotz 0:1 war Ergebnis noch das beste für Sturm

Kein guter Europacup-Mittwoch für die österreichischen Klubs: Zwei Spiele, kein Tor erzielt. Daher muss man befürchten, dass sich am nächsten Dienstag sowohl Sturm Graz in der Qualifikation zur Champions League als auch Wolfsberg in der für die Conference League verabschieden. Sturm Graz muss gegen Dynamo Kiew ein 0:1 aufholen, Wolfsberg nach dem 0:0 gegen Gzira vor nur 2114 Zuschauern im Wörthersee-Stadion in Maltas Hauptstadt La Valletta gewinnen. Es passierte erstmals in elf Europacupduellen gegen maltesische Klubs, dass es keinen österreichischen Sieg gab. Ein Scheitern am Vierten von Malta wäre ein blamabler Tiefschlag.

Wie sehr Sturm die Erwartungen nicht erfüllen konnte, zeigte ORF-Analytiker Herbert Prohaska. „Für mich ist Red Bull Salzburg besser als Dynamo Kiew. Sturm hat Samstag Salzburg überzeugend und verdient geschlagen, daher können sie diese Hürde meistern“, sagte er im Studio am Küniglberg knapp vor Anpfiff. Knapp zwei Stunden später gestand er: „Das beste für Sturm war noch das Ergebnis!“ Denn der Ukraine-Mister war dem zweiten Tor näher als Sturm den Ausgleich. Die Grazer hatten ihre Chance noch bei 0:0. Doch zweimal vergab Rasmus Höjlund, der zweifache Torschütze gegen Salzburg. In Lodz traf er nicht. Kiew nützte seine erste Möglichkeit nach 28 Minuten. Die Flanke von Linksverteidiger Vladyslav Dubinchuk übernahm Oleksandr Karavayev volley mit links, traf genau ins Eck, ließ Tormann Jörg Siebenhandl keine Chance. Jener Karaveyev (Bild oben) der als Joker in Istanbul das Siegestor gegen Fenerbahce erzielt hatte. Eigentlich ist er rechter Verteidiger, bei Trainer Mircea Lucescu bekam er jetzt eine Offensivrolle. Lucescu ließ gegen die Mittelfeldraute von Sturm vor allem über die Flanken angreifen. So fiel vor 6000 Zuschauern auch das einzige Tor.

Natürlich ist für Sturm noch nichts verloren. Aber man sollte nicht darauf hoffen, dass sich die Ukrainer durch die Atmosphäre in der wohl ausverkauften Merkur-Arena beeindrucken lassen. So laut wie in Istanbul wird es auch bei 15.000 Sturm-Fans nicht werden. Im Sukru-Saracoglu-Stadion ließ sich Kiew nicht aus der Ruhe bringen, schlug im Nachspiel zu. Die Ausgangsposition in Graz ist für Dynamo Kiew besser als in Istanbul nach einem 0:0. Zudem macht offenbar die Devise „wir kämpfen für unser Land“, die Kiew Innenverteidiger IIya Zabanyi thematisiert hatte, Kräfte frei. Jeder Kiew-Spieler kam mit einer Ukraine-Fahne um die Schultern auf den Rasen. So wird es auch in Graz sein. Nur die Hymne der Ukraine wird in Graz anders als in Lodz nicht gesungen werden. Sturm wird wieder eine Leistung wie gegen Salzburg brauchen. In Lodz gelang die nicht einmal im Ansatz.

Wolfsberg schaffte schon nur das dritte Unentschieden hintereinander. Der Versuch von Trainer Robin Dutt, mit Thierno Ballo in der Startelf die Offensive zu beleben, scheitert. Zur Pause ersetzt ihn Matthäus Taferner. Dominik Baumgartner, nach dem „Transferwirbel“ erstmals im Abwehrzentrum aufgeboten, sah schon nach acht Minuten die gelbe Karte, Die Chancen zum Sieg gab es bei der Daueroffensive. Zwei vereitelte Gziras kroatischer Tormann Darijan Zarkov. „Wir haben das Tempo nicht hoch genug gekriegt“, gab Dutt zu, „außerdem waren unsere Laufwege zu wenig kreativ.

 

 

Foto: Dynamo Kiew.

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