Fußball

Nicht nur Messi war der Unterschied: Österreich ungefährlich!

Der Weltmeister war zu gut, nicht nur der Topstar und zweifache Torschütze Lionel Messi.  Nach dem 0:2 (0:1) gegen Argentinien vor 70.000 Zuschauern in Dallas  entscheidet das letzte Gruppenspiel gegen Algerien Sonntag früh in Kansas City über den Aufstieg in die k.o.-Phase. Zwei Siege in den ersten zwei Spielen gelangen Österreich zuletzt 1978 in Buenos Aires gegen Spanien und Schweden und auch 1981 in Spanien gegen Chile und Algerien.  So gesehen war der Teamchef von 1978, Helmut Senekowitsch, mit Bruno Pezzey, Herbert Prohaska und Hans Krankl, auch durch den Sieg über den regierenden Weltmeister Deutschland in Cordoba, erfolgreicher als jetzt Ralf Rangnick, der trotz Niederlage mit der Leistung zufrieden war: „Über eine Stunde lang hatten wir alles unter Kontrolle.“ Was so nicht ganz stimmt.

Es gab drei Veränderungen gegenüber dem Startsieg gegen Jordanien: Konrad Laimer diesmal nicht im zentralen Mittelfeld, sondern linker Verteidiger, neu gehörten Kevin Danso, etwas überraschend statt Philipp Lienhart im Abwehrzentrum, Paul Wanner im offensiven Mittelfeld und Michael Gregoritsch als einzige Spitze, zu den ersten elf. Schon nach neun Minuten hätte Argentinien in Führung liegen können: Der ägyptische Referee Amin Omar gab nach Intervention von VAR Kjamis Al-Marri aus Katar Elfmeter, als Stefan Posch und Xaver Schlager Lautaro Martinez attackierten. Doch Messi schoss rechts am Tor vorbei. Lag es daran, dass Tormann Alexander Schlager lange stehen blieb?

Österreich hielt zwar gut dagegen, verteidigte leidenschaftlich, lief sich die Beine wund, eroberte Bälle, wusste aber danach damit wenig anzufangen. Nach 38 Minuten traf Messi doch: Der Kapitän übernahm einen Pass von Linksverteidiger Facundo Medina mit links direkt, traf gegen die Laufrichtung von Schlager ins kurze Eck. Ein 17. WM-Tor, damit war er um 19.39 Uhr alleiniger WM-Rekordtorschütze. Der Schönheitsfehler daran: In der Aktion gab es ein klares Foul von Alexis MacAllister gegen Xaver Schlager, was der Schiedsrichter übersah. Diesmal griff der VAR nicht ein, obwohl das richtig gewesen wäre. Das sprach nachher auch Rangnick an, weil ihn das sehr ärgerte. Aber Argentiniens Führung war verdient, Kapitän David Alaba rettete noch zweimal im letzten Moment gegen Messi.

In der zweiten Hälfte  schien Österreich aktiver zu sein, blieb aber eigentlich ungefährlich. Torhüter Emiliano Martinez musste nur einen Freistoß von Marcel Sabitzer abwehren. Ansonsten gab es nur Kopfbälle von Gregoritsch und Joker Patrick Wimmer in der Nachspielzeit, die über und neben das Tor gingen. Auch der Dreifachtausch mit Marko Arnautovic, Alexander Prass und Marco Friedl für Wanner, Posch und Alaba brachte nichts. Das letzte Wort hatte wieder Argentinien in der 95. Minute: Aus einer missglückten Flanke von Nicolas Seiwald wurde ein argentinischer Konter über Messi. Schlager verhinderte zwar gegen Nico Gonzalez das 0:2, aber dann traf noch Messi zum Ärger von Rangnick. Den Messi-Weltrekord erlebte auch Weltstar Shakira auf der Tribüne mit. Das Stadion bebte, als die kilumbainische Sängerin des WM-Songs „Dai Dai“ in die Kameras winkte und Handküsschen verteilte.

Die ServusTV-Experten Jan Age Fjörtoft und Zlatko Junuzovic meinten im Salzburger Studio, mit Messi, der alle fünf Tore des Titelverteidigers bei dieser WM erzielte,  statt Wanner hätte Österreich gewonnen. Das mag zwar stimmen, ist aber kein „Trost“. Anders als Österreich sind Ägypten und Kap Verde nach zwei Spielen unbesiegt: Kap Verde eroberte in Miami mit dem 2:2 gegen Uruguay seinen zweiten Punkt, Ägypten feierte mit 3:1 gegen Neuseeland in Vancouver seinen ersten WM-Sieg. Mo Salah erzielte das 2:1, gab den Assist zum 3:1.

Foto: FIFA.

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