Kein Zweifel, der LASK hat sich beim ersten Spiel in der Königsklasse, beim 0:1 gegen AEK Athen, mit Anstand aus der Affäre gezogen. Aber einen leichteren Gegner als den griechischen Meister wird es in den ausstehenden sieben Spielen der Ligaphase nur einmal geben: wenn am vierten Spieltag Slovan Bratislava am 3. November zu Gast auf der Gugl sein wird. Nur gegen die Slowaken hat der LASK berechtigte Hoffnungen auf die Siegesprämie von 2,1 Millionen Euro. Den alle anderen Gegner sind garantiert besser als AEK Athen: Sowohl Liverpool, Sporting Lissabon, Bödö/Glimt daheim auf Kunstrasen, Fenerbahce Istanbul, Real Madrid und der FC Porto. Das ist die Realität, zugleich aber für Trainer Didi Kühbauer nichts Neues.
Im Sky-Studio prophezeite Dienstagabend Ex-Rapidler Jan Age Fjörtoft, dass der LASK am 14, Oktober bei seinem zweiten Spiel gegen Liverpool eine bessere Leistung bieten wird als in Athen. Der Norweger meinte damit, dass Österreichs Meister nicht mehr so nervös und gehemmt beginnen wird wie Dienstag in der Hagia Sophia-Arena. Dort sich doch vom Lärm der AEK-Fans beeindrucken ließ. Personalreserven hat Kühbauer eigentlich nur eine: Sturmtank Samuel Adeniran, der nach dem Jochbeinbruch vermutlich noch vor der Länderspielpause ein Comeback feiern wird. Sasa Kalajdzic wird mit mehr Spielpraxis sicher eine Option für längere Einsatzzeiten. Die 20 Minuten von Athen waren seine ersten seit den 31 in Österreichs Team am 2. Juli beim 0:3 im WM-Sechzehntelfinale gegen Weltmeister Spanien in Los Angeles. Bei der WM kam Kaladjzic in drei der vier Partien zum Einsatz, insgesamt auf nur 83 Minuten. Da ist also noch viel Luft nach oben für die nächsten Wochen.
Besser werden muss die Effizienz. Gegen AEK Athen ließen Christoph Lang (Bild), Kapitän Sascha Horvath und in der Nachspielzeit Kalajdzic drei Chancen aus, mit denen der LASK ein Unentschieden erreichen hätte können. Nicht anzunehmen, dass Liverpools Defensivabteilung um Abwehrchef Virgil van Dijk mehr Chancen als AEK Athen zulassen wird. Auch wenn mehr als 15.000 Fans die Linzer unterstützen werden. Die nächsten drei LASK-Gegner waren Mittwoch im Einsatz: Liverpool gewann an der Anfield Road gegen Atletico Madrid nach 0:1 noch 2:1 (1:1). Der Ex-Salzburger Dominik Szoboszlai erzielte den Ausgleich, Alexis McAllister den Siegestreffer. Sporting Lissabon lag im Estadio Avalade gegen Galatasaray Istanbul nach fünf Minuten 0:1 zurück, siegte aber 3:1 (2:1). Slovan Bratislava ging ohne Kevin Wimmer im Parc de Prince gegen Titelverteidiger Paris St. Germain 1:6 (0:3) unter, lag schon nach 31 Minuten nach zwei Toren von Dembele und einem von Ferran Torres 0:3 zurück. Zwei der Pariser Topstars (Kvaratskhelia, Doue) spielten nicht.
Zwei Topfavoriten begannen mit Siegen: Barcelona fertigte im Nou Camp Feyenoord Rotterdam 5:1 (2:0) ab, Ex-Salzburger Karim Adeyemi schoss das 2:0, feierte sein Tor mit einem Salto. Arsenal, Finalist der letzten Saison gewann in Italien gegen Napoli 1:0 (0:0). Das Goldtor gelang dem norwegischen Kapitän Martin Odegaard nach 75 Minuten.
Foto: UEFA.