Fußball

Nur de Paula gewann schon mit Austria gegen Salzburg

Die Austria jubelt über 21.000 verkaufte Karten für das Finale um den Aufstieg in die k.o.-Phase der Europa League am Donnerstag gegen AEK Athen im Happel-Stadion. Aber zugleich weiß keiner eine realistische Antwort auf die bange Frage, wie eine Mannschaft, die letzten Mittwoch mit einer desaströsen, blamablen Leistung beim Schlusslicht St. Pölten 0:1  verlor, Sonntag gegen Meister Red Bull Salzburg bestehen und vier Tage später den griechischen Tabellenführer besiegen soll. Da wird Trainer Thorsten Fink mehrere gute Ideen brauchen, die über die Rückkehr von Raphael Holzhauser nach seiner Gelbsperre sowie dem möglichen Tormannwechsel von Osman Hadzikic zurück zum Salzburger Patrick Pentz, weil der bei seinem Bundesligadebüt das 0:0 gegen seinen Ex-Klub gerettet hatte, hinausgehen. „Ich muss die jungen Spieler in die Pflicht nehmen“, glaubte Fink nach fünf Niederlagen in den letzten sieben Spielen.

Die Austria gewann keines der letzten zwölf Duelle gegen Salzburg, bezog dabei acht Niederlagen, verlor die letzten drei Heimspiele gegen den Titelverteidiger. Der seit elf Runden unbesiegt blieb, zuletzt fünf Siege hintereinander feierte, stärkste Auswärtsmannschaft der Liga ist. Vizemeister Austria hat hingegen nach St. Pölten und Mattersburg die schwächste Heimbilanz. Der letzte Sieg über Salzburg liegt bereits dreieinhalb Jahre zurück. Am 25. März 2014 allerdings nicht im Prater, sondern in der Genrali-Arena am Favoritner Verteilerkreis mit 3:0 (1:0) mit Trainer  Herbert Gager, derzeit in der Regionalliga Ost bei Mannsdorf. Die Tore erzielten damals der inzwischen bei der New Yorker Red Bull-Filiale gelandete Daniel Royer (letzte Woche wurde dort der Vertrag des Schladmingers um ein Jahr verlängert), der über Ingolstadt bei Premier League-Aufsteiger Brighton gelandete Linksverteidiger Markus Suttner und Alex Gorgon, seit Sommer 2016  bei Kroatiens Meister HNK Rijeka. Bei Salzburg hieß der Trainer damals Roger Schmidt, spielten noch der spanische Torjäger Soriano, der jetzige Liverpool-Star Sadio Mane, der jetzige Leipzig-Tormann Peter Gulacsi oder Martin Hinteregger. Und einer, der jetzt zu Austrias langer Ausfallsliste gehört: Florian Klein.

Fink hat von den letzten Austria-Siegern über Salzburg morgen nur einen zur Verfügung: Den inzwischen 33jährigen Spanier David de Paula. Salzburgs Trainer Marco Rose bezeichnet die Austria derzeit als schwierig einschätzbar, weiss nur, dass sie alles daran legen wird, zu einem positiven Erlebnis zu kommen, um Selbstvertrauen zu tanken, Reklame für das Duell gegen AEK Athen zu machen, damit mehr als 21.000 Zuschauer kommen. Diese Kulisse ist das einzige, warum Salzburg derzeit die Austria beneiden kann. Denn die gab es bei den drei Heimspielen der Salzburger in der Europa League nie. 11.832 beim 1:0 gegen Olympique Marseille, 8.773 beim 0:0 gegen Konyaspor, 6.474 beim 3:0 gegen Vitoria Guimaraes zum Gruppensieg und Aufstieg, macht zusammen 27.079. Auch enttäuschend, wie die Salzburger Fans auf die drei Siege in der Woche der Wahrheit gegen Sturm Graz, Guimaraes und bei Rapid reagierten: Zum 2:0 gegen Mattersburg kamen nur 3900. Die zweitschwächste Kulisse in der Salzburger Bundesligageschichte.

In Erinnerung vom letzten Match zwischen Austria und Salzburg im Happel-Stadion blieb, dass Austria eine 2:0-Führung nach 29 Minuten verspielte. Amadou Haidara, Hee-Chan Hwang und Valentino Lazaro, jetzt bei Hertha BSC Berlin, verwandelten dies bis zur 66. Minute in eine 3:2-Führung, bei der es blieb.  Danach wetterte Fink vor den ORF-Kameras gegen Moderator Rainer Pariasek und den Experten Peter Hackmair, weil sie seine Ansicht, wonach der Ausgleich des Südkoreaners aus Abseitsposition fiel, nicht teilten. Abwarten, was Sonntag passiert.

 

Foto: FK Austria Media.

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