Fußball

Nur eine perfekte Aktion: Auf dem ekligen 2:0 kann man nicht viel aufbauen

Pflichtsiege sind immer die schwersten. Aus dem Satz von Teamchef Franco Foda nach dem glanzlosen, aber verdienten 2:0 (1:0) in Torshavn gegen Färöer sprach die Erleichterung. Bis Dienstag, bis zum Duell gegen Tabellenführer Dänemark im ausverkauften Parken-Stadion von Kopenhagen, gibt es etwas Ruhe. Die Dänen feierten Samstag in Chisinau mit dem 4:0 (4:0) gegen Moldau den siebenten Sieg im siebenten Spiel, haben das imponierende Tordifferenz von 26:0. Österreich hat bisher nur dreimal gewonnen. Zweimal gegen Färöer, einmal gegen Moldau. Auf die Leistung bei starkem Wind im Torsvollur kann man nicht viel aufbauen. Dienstag wird die Defensive kompakter sein müssen, es bessere Lösungen in der Offensive brauchen, um wenigstens die Mannschaft zu sein, die den Dänen in der Qualifikation das erste Tor schießt.

Mit Ball wollte Österreich im 4-3-3 agieren, ohne  Ball im 4-2-3-1. So sah Fodas Plan aus, der Rapids Ercan Kara in seinem fünften Länderspiel erstmals beginnen ließ, auch Mainz-Legionär Karim Oniswo in die Startformation stellte, der sich nicht so gut in Szene setzte wie Kara, der in der zweiten Hälfte einmal die Latte traf.  Yusuf Demir blieb wie erwartet auf der Bank, kam nur im Finish zu einem Kurzeinsatz von fünf Minuten, Marco Grüll muss weiter auf sein Debüt warten. Die Färöer bereiteten bis zur Pause mit hohen Bällen Österreichs Abwehr einige Probleme, kamen zu den besseren Chancen, ehe Österreichs einzige perfekte Aktion in den 94 Minuten das Match in Richtung Pflichtsieg drehte: Perfekter Konter über Konrad Laimers Pass in die Tiefe von Kara, der nahm den Ball in Richtung Strafraum mit, schaute zur Mitte, wo Laimer im Sprint nachkam, legte ideal zurück, der Leipzig-Legionär verwandelte mit links. Eine Aktion wie aus dem Lehrbuch. Eine zweite gelang nicht mehr, obwohl sich Kapitän David Alaba über links oft in die Offensive einschaltete.

Mit dem ersten Schuss der zweiten Hälfte fiel Österreichs zweites Tor.  Marcel Sabitzer kam nach einer missglückten Abwehr zum Ball, zog aus 18 Metern mit links ab. Der noch abgefälschte Schuss ging via Innenstange ins Netz. Womit Sabitzer (Bild oben) seinen ersten Treffer im Teamdress seit 4. September 2020 erzielte, als er in der Nations League  beim 2:1 gegen Norwegen in Oslo einen Elfmeter verwandelte. Danach verwaltete Österreich nur noch den Vorsprung. Sabitzer gab nachher zu, das alles“etwas eklig“ war. Recht hat er. Martin Hinteregger, der über die ganze Woche Probleme mit der lädierten Schulter, in der zwei Bänder gerissen sind, klagte, musste nach der Pause mit Kreislaufproblemen raus, bedeutet für Dienstag ein Fragezeichen. Überraschend und nicht ganz nachvollziehbar, dass für ihn nicht der bei Red Bull Salzburg zuletzt überzeugende Max Wöber kam, sondern Hoffenheim-Reservist Stefan Posch. Aber es passierte mit einer Ausnahme nichts mehr, was bemerkenswert gewesen wäre.  In den letzten 17 Minuten nach dem Eintausch von Louis Schaub und Debütant Dejan Ljubicic spielten erstmals drei Legionäre des 1. FC Köln in Österreichs Team. Florian Kainz gehörte zur Startelf, machte in der 88. Minute Demir Platz.

Mit dem Sieg holte Österreich nach Punkten Israel ein. Denn die Israelis verloren erstmals unter ihrem österreichischen Teamchef Willi Ruttensteiner gegen Schottland. Beim 2:3 (2:1) im Hampden-Park von Glasgow war auch etwas Pech dabei. Torjäger Eran Zahavi mit einem Freistoß und Ex-Salzburg-Torjäger Munas Dabbur sorgten zweimal für die Führung, die bis zur 57. Minute hielt, weil Keeper Ofir Marciano knapp vor der Pause einen Elfmeter von Lynn Dyke in die Mitte mit dem linken Fuß abwehrte. Dyke gelang nach 57 Minuten mit gestrecktem Fuß der Ausgleich, den der polnische Referee Szymon Marciniak zunächst nicht gelten ließ. Er entschied auf Foul von Dyke.  Video-Referee Tomasz Kwiatkowski schickte Marciniak in die Video Area, der sich alles nochmals ansah und danach das  Tor gelten ließ. Schottlands Siegestreffer fiel in der 94. Minute nach einem Eckball durch Scott McTominay von Manchester United per Kopf.

 

Foto: FotobyHofer/Agentur Diener/Philipp Schalber.

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