Katzenjammer bei Rapid nach dem verpassten Aufstieg ins Semifinale der Conference League. Einige fühlten Donnerstag nach Schlusspfiff knapp vor Mitternacht die völlige Leere, sprachen aber andererseits davon, auf die Europachtbilanz stolz zu sein. Gibt es wirklich einen Grund dazu? Beeindruckend war Donnerstag nur die Kulisse im ausverkauften Weststadion, die Choreographie auf der Fantribüne vor dem Anpfiff. Nach dem 1:4, das noch lange weh tun wird, geht es darum, wirklich eine Einheit zu sein. Trainer Robert Klauß wusste, wie schwer es wird, bis Sonntag die Köpfe wieder in die Höhe zu bringen, um nicht in Wolfsberg zu verlieren. Sportchef Markus Katzer hielt trotzdem noch Platz drei und die direkte Qualifiktion für den Europacup für machbar. Auf den Dritten Red Bull Salzburg fehlen dem Fünften Rapid sieben Runden vor Schuss fünf Punkte. Wird Hartberg am 1. Mai in Klagenfurt gegen Wolfsberg Cupsieger, dann ist der Fünfte nächste Saison nicht im Europacup dabei. Das wäre der totale Absturz.
In den nächsten drei Runden spielt Rapid in Wolfsberg und zweimal gegen Blau Weiß Linz, ehe das Wiener Derby folgt. Gegen Wolfsberg und Blau Weiß Linz gewann Rapid im Grunddurchgang kein Spiel, holte aus den vier Partien nur einen Punkt. Das muss sich ändern. Aber reichen dazu am Ostersonntag die Kräfte? Kapitän Matthias Seidl lief in 130 Minuten mehr als 16,2 Kilometer, das kann er nicht leicht wegstecken. Bei Kräften müssten der Donnerstag gesperrt gewesene Bendegüz Bolla, der nicht für die Europa League gemeldete Innenverteidiger Kouadio Ahoussou , Mamadou Sangare nach seiner schnellen roten Karte, der deswegen schon nach neun Minuten ausgetauschte Ercan Kara und der nicht eingesetzte Andrija Radulovic sein. Ahoussou, der beim Derbysieg gegen die Austria überzeugte, muss den verletzt ausgeschiedenen Nenad Cvetkovic ersetzen, der wochenlang ausfallen dürfte. Wolfsbergs Trainer mit Rapid-Vergangenheit,Didi Kühbauer, konnte sich Freitag nicht vorstellen, dass Rapid Sonntag nicht viel Energie auf den Rasen bringen wird.
Keiner machte Sangare Vorwürfe, alles wollten ihn aufrichten. Aber er ist ein „Wiederholungstäter“. Es war sein dritter Ausschluss in den letzten zwei Jahren. Alle wegen Fouls mit gestrecktem Bein! So war es auch im letzten November beim 1:1 gegen Sturm in Graz. Damals gelang durch ein Elfmetertor in der Nachspielzeit die Schadensbegrenzung, Donnerstag nicht.
Foto: UEFA.