Fußball

Aus Österreichs Bundesliga sind für Rangnick nur zwei Torhüter gut genug: Was kann Cham besser als Ballo?

Zwei Torhüter aus Österreichs Bundesliga gehören zu Ralf Rangnicks 25 Mann-Kader für die Play-offs um die Rückkehr in die Nations League A gegen Serbien am 20. und 24. März, aber kein Feldspieler. Salzburgs Alexander Schlager hat Chancen auf sein 18. Lederspiel, Tobias Lawal vom LASK hingegen kaum auf sein Debüt. Von den 23 Legionären kommen 15 aus Deutschland  (Stefan Lainer, der in dieser Saison nur viermal zu Mönchengladbachs Startelf gehörte, nach überstandener Krebserkrankung erstmals seit März 24 dabei ist, Philipp Lienhart, Philipp Mwene, Alexander Prass, Leopold Querfeld, Christoph Baumgartner, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Xaver Schlager, Romano Schmid, Nicolas Seiwald, Kevin Stöger, Patrick Wimmer, Michael Gregoritsch, Marco Grüll), zwei aus Spaniens La Liga (erstmals seit dem 2:0 gegen Deutschland im November 2023 Kapitän David Alaba und Florian Grillitsch), je einer aus England (Kevin Danso), Holland (Gernot Trauner), Italien (Marko Arnautovic), Dänemark (Tormann Patrick Pentz), Slowenien (Neuling Raul Florucz) und der Türkei (Muhammed Cham).

25 Mann nominierte Rangnick deshalb, weil es noch einige Fragezeichen gibt. Etwa bei Trauner, der nach wochenlanger Verletzungspause erst seit kurzem bei Feyenoord wieder trainiert, Dienstag in der Champions League bei Inter Mailand auf der Ersatzbank begann. Oder bei Prass, den zuletzt ein lädiertes Sprunggelenk zum Pausieren zwang. Oder bei Xaver Schlager, der Dienstag erstmals seit Jänner Teile des Mannschaftstrainings von RB Leipzig absolvierte, bei dem Rangnick Kurzeinsätze in der letzten Viertelstunde für möglich hält.  Oder bei Baumgartner, den in den letzten Wochen Kreislaufprobleme und eine Erkrankung stoppten. Dazu ist Laimer beim ersten Spiel im Happel-Stadion gesperrt, fragt sich Rangnick, ob Alaba schon für beide Spiele ein Thema sein kann.

Feldspieler aus Österreichs Bundesliga findet man nur auf der Abrufliste. Das schafften sechs: von Salzburg Innenverteidiger Samson Baidoo, Thierno Ballo von Wolfsberg, Austrias Dominik Fitz, Max Entrup vom LASK sowie von Rapid Matthias Seidl und Nikolaus Wurmbrand.  Sie sind für die „ersten 23“ dem Teamchef nicht gut genug. Er bevorzugt Spieler aus Sloweniens PrvaLiga oder der türkischen SüperLig. Rangnick ignorierte Formkrisen von Spielern, die sich schon bewährt haben. Dafür kann man bei Sabitzer und Gregoritsch Verständnis haben. Aber man kann darüber diskutieren, ob Grüll derzeit teamreif ist. Die letzten zwei seiner fünf Tor für Werder Bremen erzielte er im Jänner. Total rätselhaft bleibt, was Cham oder Florucz besser als etwa Ballo können.  Trabzonspor, derzeit nur auf Platz elf, zahlte letzten Sommer für Cham an Frankreichs Absteiger Clermont Foot, zwar vier Millionen Euro, aber bisher blieb der 24 jährige mit vier Toren und sechs Assists in 22 Spielen hinter den Erwartungen. Ballo hingegen erzielte für Wolfsberg, den Dritten der Bundesliga, in nur 20 Partien sieben Treffer und fünf Assists. Mit dem Vorzug für Cham zeigte Rangnick, dass ihm Österreichs Bundesliga so ziemlich egal ist, er wenig bis nichts von ihrem Niveau hält. Cham spielt bisher dreimal bei Rangnick: im September 2022 beim 1:3 gegen Kroatien 28 Minuten, im Oktober 2013 beim 2:3 gegen Belgien 24 und im März 2024 beim 6:1 gegen die Türkei zwei.

Der 23 jährige, in Vöcklabruck geborene Florucz (Bild), der rumänische Eltern hat, hat hingegen das Argument von zwölf Toren in 20 Runden für Sloweniens Tabellenführer Olimpija Laibach für die unerwartete und überraschende erste Nominierung. Damit führt er auch in der Torschützenliste der Prva Liga. In der Conference League ging der Linksfuß, der meist über rechts stürmt, in fünf Partien hingegen leer aus.

Foto: Olimpija Laibach.

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