Fußball

Österreich gegen Nigeria um Rohdiamanten im LASK-Tor

Letzten Sonntag feierte Tobias Lawal  sein Bundesligadebüt im Tor des LASK. Trotz des 0:3 bei Rapid überzeugte der 20 jährige 1,95 Meter-Riese (Bild oben) total, manche sprachen nachher sogar von einem Rohdiamanten. Mit seinem ruhigen Auftreten, seinen Reaktionen. Je einmal spielte Lawal, dessen Mutter aus Linz, der Vater aus Nigeria kommt, in Österreichs U 20 und U 19. Eigentlich sollte er letzte Woche auch bei Österreich U 21 dabei sein, doch da sagte Lawal ab. Größenwahn? Nein. Er hat die Chance, künftig in Nigerias Nationalteam zu spielen, da derzeit in Kärnten, sprich St. Veit, im Trainingslager für den Afrika-Cup im November ist. Der deutsche Teamchef Gernot Rohr bemühte sich höchstpersönlich um Lawal, derzeit sogar bei den „Super Eagles“ in St.Veit dabei. Rohr war der Teamchef von Kamerun bei der WM 1998 in Frankreich, als es gegen Österreich in Toulouse ein 1:1 gab.

Auf Initiative von Rohr kamen sogar zwei Mitglieder der nigerianischen Botschaft in Österreich nach St.Veit, damit Lawal einen nigerianischen Pass bekommt, um Freitag im Wörthersee-Stadion gegen Algerien sein Debüt zu feiern. Das funktionierte nicht, weil Lawal bereits einen österreichischen Pass hat. Den müsste er zurückgeben, wenn er sich für seine sportliche Zukunft in Nigeria unterscheidet. Da ist er offenbar noch am Überlegen. Den auch der ÖFB hat großes Interesse an Lawal. Sportchef Peter Schöttel und  U 21-Teamchef Werner Gregoritsch werden noch Überredungskünste brauchen, um Lawal für eine Zukunft in Rot-Weiß-Rot zu gewinnen.

Beim LASK ist Lawal als Nachfolger von Alexander Schlager eingeplant, falls Österreich Nummer eins ins Ausland übersiedelt. Was sicher  nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird. Beim Poker um Lawal spielt auch noch Ex-LASK-Trainer Oliver Glasner mit. Er deponierte in Wolfsburg bei Sportchef Jörg Schmadtke den Vorschlag, Lawal zu verpflichten und ihn vorerst zu verleihen: „Doch wir geben ihn sicher nicht her“, prophezeite LASK-Mastermind Jürgen Werner, der Lawal auch bereits ins Gewissen redete, Österreicher zu bleiben. Der Vertrag mit Lawal läuft noch drei Jahre bis 2023. Werner ist überzeugt, mit ihm einen Teamtormann der Zukunft zu haben. Fragt sich nur, ob den Teamtormann von Österreich oder von Nigeria. Beim 0:1 gegen Algerien in Klagenfurt spielte der 21 jährige Makula Okoye, letzte Saison bei der zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf, jetzt bei Sparta Rotterdam, im Tor Nigerias. Das Tor gegen ihn erzielte von Mitspieler von Stefan Lainer und Hannes Wolf bei Borussia Mönchengladbach, Ramy Bensabaini.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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