Der LASK trug in Athen die rot-goldenen Dressen wie beim 5:1 gegen Celtic Glasgow. An die „Wunder-Leistung“ kam Österreichs Meister nicht heran. Eine schlechte Darbietung war es aber auch nicht. In der heimischen Meisterschaft hätte sie zu drei Punkten gereicht, beim ersten Champions League-Spiel der Klubgeschichte reichte sie zu keinem. AEK Athen gewann dank eines perfekten Freistoßes des Rumänen Razvan Marin nach 21 Minuten ins Kreuzeck 1:0 (1:0). Für Tormann Lukas Jungwirth gab es nichts zu halten, obwohl der Ball in „seine Ecke flog“ (Bild). Ein unnötiges Foul von Melayro Bogarde führte zum Freistoß, verhinderte ein 0:0, einen Punkt für die Linzer. Der nach 73 Minuten eingewechselte Sasa Kalajdzic hatte in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich am Kopf, doch der Ball flog über das Tor. Kein Happy End wie bei der WM durch sein Kopfballtor zu Österreichs Ausgleich zum 3:3 gegen Algerien. Ein Punkt wäre glücklich gewesen.
Denn der LASK geriet nach dem Freistoßtor bis knapp vor der Pause ins Wanken. Nicht sattelfest in der Abwehr, Ballverluste, verlorene Zweikämpfe. Mit einer der letzten Aktionen vor dem Pausenpfiff hätte Christopher Lang den Ausgleich erzielen können, ebenso Kapitän Sascha Horvath kurz nach der Pause. Beide scheiterten am 35-jährigen italienischen Tormann Alberto Brignoli, der sein Champions League-Debüt feierte. Sein einziger Fehler bei einem Eckball sorgte für die Ausgleichschance von Kalajdzic: „Ich habe schnell reagiert, aber leider den Ball etwas zu hoch gesetzt“.
Sicher bezahlte der LASK in der ausverkauften Hagia Sophia-Arena, in der 30.000 AEK Fans für ohrenbetäubenden Lärm sorgten, im Finish den Ballbesitz des LASK mit einem Pfeifkonzert quittierten, nach dem Schlusspfiff den ersten AEK-Sieg in der Champions League seit 20 Jahren zu Sirtaki-Klängen euphorisch bejubelten, etwas Lehrgeld. Die Statistik zeigte, dass es eigentlich ein Duell auf Augenhöhe war: 51 Prozent Ballbesitz des LASK, jeweils drei Schüsse auf das Tor des Gegners, AEK Athen lief 110,3 Kilometer, der LASK 111. AEK gewann 46 Bälle, der LASK sechs weniger: „Es haben definitiv Kleinigkeiten entschieden“, glaubte Trainer Didi Kühbauer, wusste aber: „Wir müssen künftig in den Zweikämpfen präsenter sein!“ Kapitän Horvath nahm etwas Schuld auf sich: „Ich muss den Ball ins Tor bringen, keine Frage. Wenn kein Treffer gelingt, kann man nicht gewinnen!“ Mit Samuel Adeniran wäre es vielleicht anders gelaufen.
Foto: UEFA.