Fußball

Ohne Steigerung wird Sturm Fenerbahces Aufstieg nicht verhindern können

Fenerbahce Istanbul blieb auch im neunten Europacupspiel gegen einen österreichischen Klub ungeschlagen, feierte mit dem 2:0 (2:0) gegen Sturm den sechsten Sieg, der den Grazern noch am nächsten Dienstag beim Rückspiel in der ausverkauften Merkur-Arena die Mini-Chance auf ein Wunder lässt. Dazu müßte aber die spielerische Leistung um einiges besser sein als in Istanbul. Aber hat Sturm so viel Qualität, die am Mittwoch bei angenehmeren Temperaturen als in Österreich (27 Grad) fehlte? Man kann den Grazern punkto Einsatz, Kampfgeist und Laufarbeit keine Vorwürfe machen, aber Fenerbahce war mit dem Ball einfach viel besser. Unnötig war die Aktion von Sturms Innenverteidiger Jeyland Mitchell, der in der Pause beim Gang in die Kabine den Brasilianer Talisca, der schon nach zehn Minuten über seinen Führungstreffer jubelte (Bild), um den Trikotwechsel bat.

Mitchell sah bei diesem Tor nicht gut aus. Er blieb an Talisca nicht dran, als sich der von ihm wegdrehte. Der Brasilianer traf mit links zwischen den Beinen von Albert Vallci ins lange Eck. Bei 1:0 gab es eine Szene, die Fenerbahce vielleicht bremsen hätte können. Es gab eine Attacke  von Kapitän Milan Skriniar an Seedy Jatta knapp innerhalb des Strafraums. Für solche Aktionen wurde auch schon ein Elfmeter gegeben. Aber weder der englische Referee Chris Kavanagh noch VAR Stuart Attwell reagierten. Statt diesen fiel noch knapp vor der Pause der zweite Treffer: Mason Greenwood kam 17 Meter vor dem Tor frei zum Schuss, wurde nicht attackiert, der Ball flog ins kurze Eck. Das erste  Tor des Engländers, mit 39 Millionen der zweitteuerste Einkauf in der Geschichte der türkischen SüperLig.

Die Niederlage hätte höher ausfallen können. Das verhinderten zweimal Torhüter Danili Khudyakov mit glänzenden Reaktionen gegen Talisca und in der Nachspielzeit Kapitän Ion Gorenc Stankovic, als er einen Schuss von Irfan Kahveci, der in der 70. Minute Marco Asensio ersetzte, blockte. Fenerbahce ließ im Finish nach, Sturm wirkte fitter. Aber ohne Steigerung wird Sturm auch vor den eigenen Fans nicht in Gefahr bringen können. Ob in sechs Tagen die spielerischen Qualitäten entscheidend besser sein werden? Gute Standards werden zu wenig sein, um ins Play-off zu kommen. Mit Teamwork spielerische Probleme zu kaschieren, gelingt in Österreichs Bundesliga besser als auf internationalem Terrain.

Foto: UEFA.

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