Fußball

Peter Pacults Comeback ist ein Kampf gegen die Schublade

Am 18. September 2015 war Peter Pacult zum bisher letzten Mal bei einem Pflichtspiel in Österreich auf der Trainerbank gesessen. Beim Zweitligisten FAC in seiner Floridsdorfer „Heimat“. Die 0:2-Heimniederlage gegen den LASK und seinen damaligen Trainer Oliver Glasner bedeutete einen „Abschied“ für fünfeinhalb Jahre. Bis zum 6. Februar 2021. Der Gegner von Pacult beim Comeback am Sonntag heißt ebenfalls LASK. Wenn Zweitligist Austria Klagenfurt im letzten Spiel des Cupviertelfinales nicht in Pasching gegen die Linzer ausscheidet, würde der inzwischen 61 jährige Pacult gleich mit einem Paukenschlag zurückkehren. Doch der Cup ist nicht das vorrangige Ziel von Rapids letztem Meistertrainer. Sondern Platz eins in der zweiten Liga und der Aufstieg. Damit hätte er auch den Kampf gegen die Schublade gewonnen, in die er gelegt wurde. Nicht ganz ohne eigenes Verschulden, wie er zugibt.

Ein harter Hund, der mit überholten Methoden arbeitet, von Kommunikation nicht viel hält. Das stand auch in Kärntner Medien, als er im Jänner den Job übernahm. Nach sechs Stationen im Osten Europas. In Slowenien (Zavrc), Kroatien (Cibalia), Serbien (Radnicki Nis), Albanien (Kukesi) und Montenegro (OFK Titograd). Mit Kukesi und Titograd schaffte er die Qualifikation für die Europa League, seit Juni 2019 gab es kein Engagement. Darum stürzte er sich mit viel Elan in die Aufgabe, Austria Klagenfurt in die Bundesliga zurückzuführen. Früher hätte er auf manche Kommentare sofort reagiert, zurück gepoltert. Diesmal schwieg er, will sich die Antwort für eine passende Gelegenheit aufheben. Die würde Aufstieg heißen: „Wir müssen zehn Punkte aufholen“, sagt er. Seine Erfahrung sagt ihm, dass Winterkönig Lafnitz doch um die Lizenz ansuchen wird, sollten die Steirer ihren Höhenflug fortsetzen und vorn bleiben. Auf Platz drei hinter Lafnitz und Liefering zu landen, dann gegen den Letzten der Bundesliga um den Aufstieg zu spielen, das ist nicht sein Plan. Er will direkt hinauf, ist auf ein knappes Rennen gegen Großkäufer Wacker Innsbruck eingestellt.

Austria Klagenfurt, derzeit hinter Blau Weiß Linz und vor GAK und Wacker Innsbruck auf Rang vier, hat außer dem Trainer noch zwei neue Leute im Winter geholt. Zwei von Union Berlin. Durchaus wahrscheinlich, dass sich Pacult beim Kapitön der „Eisernen“ erkundigt hat. Denn Christopher Trimmel kam in Pacults Rapid-Zeit in die Mannschaft hinein. Der 21 jährige, 1,96 Meter große Tormannriese Lennart Moser wird gegen den LASK debütieren, Rechtsaußen  Tim Macijewski, 19 Jahr jung, erst Freitag verpflichtet, nicht: „Für uns ist das in Bonusspiel!“, behauptet Pacult. Bisher läuft es  so, wie er sich das vorstellte. Hart gearbeitet, alle zogen gut mit, zufriedenstellende Testpiele: „Ich verlange nichts anderes, als dass die Spieler ihren Beruf richtig ernst nehmen“, behauptet Pacult, „das war früher nicht anders!“ Den Rapid-Sieg in Pasching am letzten Sonntag hat er beobachtet. Die Aggressivität seiner Ex-Mannschaft gefiel ihm gut: „Wir müssen uns das auch zutrauen!“ Aber eigentlich ist es schwer vorstellbar, dass der LASK drei Heimspiele hintereinander verliert.

Foto: Austria Klagenfurt/Qspictures.

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