Fußball

Platz eins zeigt, welche Möglichkeiten Rapid verpasst

Viel Grund zum Jubeln über sportliche Erfolge hatte Rapid eigentlich seit der Eröffnung des neuen Allianz-Stadions in Hütteldorf im Juli 2016 nicht. Da ist es mehr als verständlich, dass Freude aufkommt, wenn es Tabellen gibt, bei denen Grün-Weiß auf Platz eins aufscheint. Da kann man die Gelegenheit nützen, sich wieder selbst zu feiern. Die Chance dazu bot die Umfrage der Market Marktforschung im Auftrag der Bundesliga  in den letzten zwei April-Wochen, in denen Rapid nicht in der Meistergruppe vertreten war, knapp vor dem dann verlorenen Cupfinale gegen Red Bull Salzburg stand.  Es ging um die Popularität der zwölf Bundesligavereine. Dabei kam der Wiener Traditionsklub mit klarem Vorsprung auf Platz eins. 33 Prozent nannten die Hütteldorfer, das bedeutet eine Steigerung um acht Prozent in einer Saison des sportlichen Misserfolgs ohne Qualifikation für den Europacup. Da tut es der geplagten grün-weißen Seele von Wirtschafts-Manager Christoph Peschek wirklich gut, wenn von den befragten Jugendlichen zwischen 16 und 29 Jahren 38 Prozent Rapid nannten und nur zwei den violetten Erzrivalen Austria.

Die Formel weniger Erfolge, ein Minus bei den Zuschauerzahlen um 14 Prozent, aber mehr Popularität, ist schwer nachzuvollziehen oder zu erklären. Jedenfalls nicht mit speziellen p.r.-Aktionen Rapids. Platz eins in der Popularitätstabelle zeigt aber auch, welche Möglichkeiten Rapid mit der sportlichen Talfahrt verpasste. Siege würden Rapid noch viel populärer machen, noch bessere Möglichkeiten zur Vermarktung bieten. Sportlich die Nummer eins zu werden, wird sich auch in der Saison 2019/20 nicht ausgehen. Aber unter die ersten drei zu kommen, ist Verpflichtung. Nur das muss im Fokus des neuen Präsidenten liegen, der erst im November feststehen wird. Zoran Barisic ist als Geschäftsführer Sport jetzt gefordert, die Weichen zu stellen. Er hält sich klugerweise aus dem Präsidenten-Wahlkampf raus, wird das in den nächsten fünf Monaten nicht ändern. Aber wie man hört, gab es im Vorfeld seiner Bestellung ein ausführliches Gespräch zwischen Präsidiumsmitglied Martin Bruckner, der für die Nachfogle von Michael Krammer kandidieren wird,  und ihm über eine neue grün-weiße Sportphilosophie und dabei prinzipielle Übereinstimmung. Die da heißt: Rapid muss mehr als zuletzt dem eigenen Nachwuchs zutrauen. Oder wie es Barisic immer sagt: „Wenn man junge Pflanzen hat, dann sollte man sie hegen und pflegen.“ Das heißt Vertrauen schenken. Was auch ganz im Sinne von Talentemanager Steffen Hofmann ist.

Erst Indizien für diesen Weg gibt es. Rapid stieg nicht groß in den Poker um das größte Talent von Absteiger Wacker Innsbruck, den 18jährigen gebürtigen Klagenfurter Matthäus Taferner, der bei seinen sieben Einsätzen in der Bundesliga doch aufgezeigt hatte, ein. Der Mittelfeldspieler soll auch bei Meister Red Bull Salzburg ein Thema gewesen sein, entschied sich jedoch für den deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden, der 550.000 Euro Ablöse an die Tiroler zahlte.  In Dresden wird Taferner der dritte „Ösi“ zur nach sechs Monaten von Tirol nach Sachsen zurückbeorderten „U21-Entdeckung“ Sascha Horvath und dem Ex-Rieder Patrick Möschl sein. Rapid gibt wie im Finish der vergangenen Saison angedeutet, dem eigenen Nachwuchs eine Chance. Danach sieht es derzeit aus.

Etwa bei Mittelfeldspieler Nicholas Wunsch. Oder bei Flügelflitzer Kelvin Arase, zuletzt nach Horn verliehen. Er soll nach den Barisic-Plänen einen neuen Anlauf nehmen. Abwarten, ob es ihm unter Ddi Kühbauer besser ergehen wird als zuvor unter Damir Canadi und Goran Djuricin nach seinem Debüt vor drei Jahren unter Mike Büskens. Rapid holte für die Arase-Position an den Außenbahnen mit Thorsten Schick und dem Griechen Architakis Fountas allerdings zwei Wunschspieler von Kühbauer. Mit dem 18ährigen Leo Greiml in der Abwehr probte Rapid Dienstag beim 3:0 (1:0) in Lebendorf das 3-5-2 mit drei Innenverteidigern. Arase erzielte bei seinem 45 Minuten-Einsatz gegen den Regionalligaklub das zweite Tor.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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