Fußball

Rapid ließ total aus: Salzburg brauchte keine meisterliche Leistung

Von einem Spitzenspiel konnte im Hütteldorfer Allianz-Stadion keine Rede sein. Das Duell zwischen dem Zweiten Rapid und Tabellenführer Red Bull Salzburg war eine eindeutige Angelegenheit für den Meister, obwohl er gar keine meisterliche Leistung brauchte, um Grün-Weiß zu dominieren. Die Diskussionen zwischen Sportchef Christoph Freund und Trainer Jesse Marsch nach dem souveränen 3:0 (1:0) in der Coaching Zone deuteten darauf hin, dass Salzburg mit der eigenen Leistung gar nicht zufrieden war. Vielleicht, weil Rapid ab der 46. Minute mit zehn Mann spielen musste und der zweite Salzburger Treffer erst in der 95. Minute durch Joker Karim Adeyemi fiel, der noch einen folgen ließ, damit zu seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga kam: „Es war nicht unsere beste Leistung“ gestand auch Marsch. Obwohl Salzburg keine einzige Torchance von Rapid zuließ. Die Salzburger ließen sich trotz sieben Punkten Vorsprung für die letzten acht Runden noch nicht zum Meistertitel gratulieren. Sie können aber den achten in Serie nur selbst verhindern.

Kein Punkt, eine rote Karte, drei Verletzte _ für Rapid war es ein total verpatzter Sonntag. Der begann in der zweiten Minute, als Filip Stojkovic und Ercan Kara beim Versuch, einen hohen Ball zu erreichen, in der Luft schlimm zusammenrasselten. Beide blieben liegen. Matteo Baric lief zu Trainer Didi Kühbauer: „Ercan blutet stark, er wird nicht weiter machen können“. Kara blieb mit einem Kopfverband bis zur 69. Minute am Rasen, Stojkovic schied nach 15 Minuten aus. Manche glaubten, dass sich Rapid vom Startschock nicht mehr erholte, deshalb bis zur Pause total ängstlich wirkte: „Wir waren in den ersten 30 Minuten nicht existent“, gestand Kühbauer, ohne dafür den Crash zwischen Stokjovic und Kara als Begründung heranzuziehen. Er konnte sich das Totalversagen im Spiel nach vorne, die praktisch nicht vorhandene Offensive nicht erklären. Kein Zugriff im zentralen Mittelfeld, in dem der Slowene Dejan Petrovic ausließ. Viele Fehlpasses, oft unbedrängt, keine Aggressivität, viel zu passiv. Eigentlich ein Wunder, dass Salzburg erst nach 36 Minuten über das Führungstor von Andre Ramalho jubeln konnte (Bild oben). Er traf nach einem Eckball von Zlatko Junuzovic, den Enock Mwepu an die Latte köpfte. Eigentlich hätte Salzburg schon früher führen müssen, aber ein Treffer von Parson Daka wurde zu Unrecht wegen Abseits annulliert.  Ebenso in der zweiten Hälfte einer von Mwepu. Die Assistenten Roland Brandner und Stefan Kühr lagen je einmal mit der Abseitsanzeige falsch.

Wie auch Schiedsrichter Manuel Schüttengrüber nach 26 Sekunden der zweiten Hälfte. Max Hofmann spielte den Ball zurück zu Tormann Richard Strebinger. Daka lief den Ball, den er nicht mehr erreicht hätte nach, fädelte bei Hofmann mehr ein als er gefoult wurde. Schüttengruber wertete dies als Torraub und zückte völlig überzogen die rote Karte. Für solche mehr als umstrittene Entscheidungen ist er geradezu berüchtigt. Daher lag Sky-Experte Alfred Tatar im Studio nicht falsch, als er vorschlug, Schüttengruber nicht mehr für Spitzenspiele zu besetzen, da der sich selbst gerne in den Mittelpunkt stellt. Ein Interview zu der strittigen Szene lehnte Schüttengruber ab. Ob Rapid Salzburg ohne Rot für Hofmann noch fordern hätte können? Die schlechte erste Hälfte spricht klar dagegen. Auch Kühbauer wollte sich auf diese Diskussion nicht einlassen, meinte nur: „Salzburg braucht keine Schiedsrichterhilfe. Es wäre schlimm, würde Salzburg mit dieser Qualität und diesen Möglichkeiten nicht Meister werden“. Die Gefahr besteht nicht.

Für Rapid beginnt der Kampf um Platz zwei wieder von vorne. Der LASK liegt nach dem 2:1 (1:0) gegen Wolfsberg nur noch einen Punkt zurück. Das Siegestor fiel aus einem Elfmeter, den Philipp Wiesinger eine Woche nach seinem vergebenen beim 0:2 in Innsbruck verwandelte. Dafür zollte ihm Trainer Dominik Thalhammer Respekt. Sturm Graz kam durch ein 3:2 (3:1) gegen WSG Swarovski Tirol bis auf drei Punkte an Rapid heran, gastiert kommenden Sonntag in Hütteldorf. Dann muss Rapid vielleicht nicht nur den gesperrten Max Hofmann vorgeben, sondern mit Matteo Barac noch einen Innenverteidiger. Er schied in der zweiten Hälfte nach einem Zweikampf mit Daka verletzt aus. Die Tiroler führten in Graz, aber Jakob Jantscher und Kapitän Stefan Hierländer drehten mit drei Toren in 17 Minuten das Spiel für Sturm. Jantscher gelang innerhalb von sieben Minuten der Doppelpack von 0:1 auf 2:1. Bis auf Wolfsberg punkteten damit in der ersten zwei Runden alle Mannschaften der ersten sechs. Vorne gibt´s wie befürchtet trotz Punkteteilung keinen spannenden Titelkampf, sondern erneut das Solo für Salzburg.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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