Fußball

Rapid machte es Lech Posen zu einfach: Plötzlich gibt es ein Tormannproblem

Es gab Donnerstag in Polen auch österreichische Sieger. Leider nicht bei Rapid, sondern bei Crystal Palace. Oliver Glasner und seine Assistenten Michael Angerschmid, Ronald Brunmair und Emanuel Pogatetz konnten sich im Osten von Polen, in Lublin, über einen gelungenen Start in die Conference League freuen. Das 2:0 (1:0) gegen Dynamo Kiew durch Tor des Kolumbianers Daniel Munoz und von Joker Eddie Nketiah, des Siegestorschützen gegen Liverpool bedeuteten saisonübergreifend das 19. Spiel hintereinander ohne Niederlage. Für Rapid gab es hingegen im Westen Polens bei Meister Lech Posen, dem bisher stärksten Gegner dieser Saison, eine 1:4 (0:3)-Abfuhr, das dritte Spiel hintereinander ohne Sieg. Die erste Hälfte, in der Rapid von der 13. bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit, der 47., drei Treffer kassierte, von denen zwei Tormann Niklas Hedl verschuldete, war grottenschlecht. Wäre es anders gelaufen, wenn das Tor von Claude Mbuyi nach nur 47 Sekunden gezählt hätte? Der Franzose stand knapp abseits.

Neu gegenüber der Derbypleite kamen Kuadio Ahoussou im Abwehrzentrum statt Serge Raux Yavo und Lukas Grgic im zentralen Mittelfeld statt Martin Ndzie in die Mannschaft, es fehlte der verletzte Janis Antiste, den Rekordkauf Tobias Gulliksen ersetzte. Romeo Amane und Andrija Radulovic, die gegen Austria zu den Schwächsten zählen, durften wieder beginnen. Hedl wiederholte seine schwache Leistung vom Sonntag: Gegen Austria verschuldete er das zweite und dritte Tor, in Posen das erste und zweite. Beim 0:1 wehrte er eine Flanke des Portugiesen Joel Pereira, die zu fangen war, mit den Fäusten in die Mitte ab, Luis Palma, Legionär aus Honduras, kam an den Ball und traf. Acht Minuten später ließ Hedl einen harmlosen Schuss von Palmer nach vorne weg prallen, Posens Kapitän aus Schweden, Mikael Ishak, setzte nach und traf. Nach 21 Minuten lag Rapid 0:2 zurück, war völlig von der Rolle. Zur Pause hätte die Polen auch 5:0 führen können. Es stand nur 3:0, weil Hedl auch einen Elfmeter von Ishak hielt. Von Fehler gutmachen kann man aber nicht reden, weil Hedl mit individuellen Fehlern die Niederlage einleitete. Beim 3:0 des Nigerianers Taofeek Ismahael waren Amane und Grgic wie so oft nur Zuschauer.

Guido Burgstaller ging zur Pause im Canal+-Studio mit seinen ehemaligen Mitspielern schonend um, meinte, sie müssten sich bei der Ehre nehmen, die zweite Hälfte „gewinnen“, um sich etwas Selbstvertrauen zu holen. Die zweite Hälfte endete 1:1, aber auch, weil Lech Posen in den Verwaltungsmodus ging. Trainer Peter Stöger tauschte zu Beginn der zweiten Hälfte nur einmal, ersetzte Nikoslaus Wurmbrand durch Marco Tilio, ließ Grgic bis zur 65. Minute drin, Amane sogar 15 Minuten länger, Gulliksen bis zum bitteren Ende. Der Norweger blieb wie im Derby total farblos. Matthias Seidl, der rätselhafterweise wieder nicht eingesetzt wurde, kann nur besser sein. Radulovic gelang das Anschlusstor, aber dann traf Lodz-Joker Leo Bengtsson nur 33 Sekunden nach der Einwechslung. Zuvor leistete Verteidiger Jannes Horn bei Ismaheel nur Begleitschutz, kam nicht in den Zweikampf. Solche Fehler leisteten sich die Rapidler reihenweise.

„Wir machten es Posen zu einfach, Tore zu erzielen. Dann ist es schwierig, retour zu kommen“, meinte Stöger, gab zu, dass auch die fehlende Aggressivität ein Thema ist: „Wir hatten auch Probleme im Passspiel!“ Kapitän Nenad Cvetkovic versprach: „Wir kommen zurück!“ Sehr überzeugend klang das nicht.

 

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