Fußball

Rapid schwimmt nur auf ganz, ganz hohem Niveau

Der Samstag begannt für Rapid nicht gut. Louis Schaub meldete sich krank, fiel daher für das Verfolgerduell beim LASK aus. Verfolgte das 2:1 (2:0) in Pasching nur aus dem Rapid-Autobus. Zu Beginn nur auf der Bank: Der ermüdete Senkrechtstarter Dejan Ljubicic und Philipp Schobesberger. Der hatte angeblich auch Gesundheitsprobleme. Ein Schelm, der dies als grün-weißen Warnschuss  einschätzte, weil sich der Poker um seinen neuen Vertrag in die Länge zieht, Sportchef Fredy Bickel nicht ohne Unterschriften in die Weihnachtsferien gehen will. Egal, am Ende stand das zwölfte Pflichtspiel Rapids hintereinander ohne Niederlage, davon zwölf in der Punktejagd. Mit sieben Siegen und drei Unentschieden. Das 2:1 bedeutete auch den siebenten Saisonsieg Rapids mit nur einem Tor Unterschied. Aber auch die zählen. Immerhin erzielte Rapid nach fünf Runden wieder mehr als ein Tor.

Eigentlich hätten es wieder einmal mehr sein müssen. Weil es in der dominanten ersten Hälfte mehr Chancen gab als die zwei verwerteten Konter durch Thomas Murg (der  beim 1:0 in Hütteldorf gegen die Linzer  die grün-weiße Erfolgsserie einleitete) und Kapitän Stefan Schwab, jetzt der Rapid-Spieler mit den meisten Scorerpunkten, nämlich acht. Davon fünf durch Tore. So viele erzielte er in der gesamfen letzten Seuchensaison.  Und weil dann Rapid nach einer Stunde ein „bissel ins Schwimmen“ geriet, wie Schwab gestand. Dabei drohte auch die Gefahr, zwei Puntke liegen zu lassen, weil im Finish Konterchancen geradezu fahrlässig ungenützt blieben. Aber Trainer Goran Djuricin meinte auf Grund der  letzten Ergebnisse zurecht, dass Rapid auf jeden Fall ein Spitzenteam in Österreich mit einem „ganz, ganz hohem Niveau“ ist. So setzte Rapid das Spitzenduo Sturm und Salzburg unter Druck, krallte sich oben fest. Was nicht nur „Sky“-Experte Alfred Tatar vor zwei Monate für undenkbar hielt. Er sprach damals durchaus verständlich von einer Durchschnittsmannschaft.

Auch wenn es nicht gerade opportun ist, mitten im Erfolgslauf Kritik zu üben, dies vor allem bei den Djuricin-Fans Ärger hervorrufen wird, es gibt dennoch weiter Baustellen und manches, was nicht nachzuvollziehen ist. Die Baustellen betreffen die Legionäre in der Offensive: Djuricins Favorit Giorgi Kvilitaia vergab wieder  einen Sitzer,den man nicht auslassen darf. Joelinton, der nach der Verletzung des Georgiers auf ihn folgte, macht es im Finish bei einem Konter nicht besser.  Und wenn beim Norweger  Veton Berisha schon sein Bemühen als so positiv dargestellt wird, muss man doch fragen, ob das bei den Ansprüchen von Rapid genügen darf. Wenn Schaub jpielt, tauschte  ihn Djuricin  stets vor  Murg aus. Jetzt spielte Schaub nicht und Duricin tauschte Murg aus. Obwohl  Schaub-Ersatz Eren Keles stehend k.o. war. Ob Keles trotz Assist zum zweiten Tor mehr bringt als Steffen Hofmann? Ausländerprobleme hin oder her, es tut nicht nur dem Ehrenkapitän wirklich weh, wie Rapid mit seinem verdienstvollsten Spieler des letzten Jahrzehnts umgeht. Und es keinen gibt, der das korrigiert.

Rapid hat Platz drei mit sieben Punkten vor dem Vierten Admira abgesichert, so viele nach 15 Spielen wie zuletzt vor acht Jahren. Zehn mehr als der Lokalrivale Austria, dem es ähnlich geht wie Rapid letzte Saison: Von Verletzungen gebeutelt und geschwächt, keine Konstanz. Das 2:3 gege Admira mit der jüngsten Austria der Klubgeschichte (Durchschnittsalter 22 Jahre und 266 Tage), mit dem 18jährigen Alksandar Borkovic im Abwehrzentrum, bedeutete zum fünften Malin in dieser Saison drei Verlusttore, damit die dritte Heimpleite hintereinander, bei der Trainer Thorsten Fink wie gewohnt positive Ansätze sah: „Wir müssen nur weiter hart arbeiten, dann kommen wieder bessere Zeiten.“ Der Mann des Spiels: Christoph Knasmüllner, den Admiras Trainer mit violetter Vergangenheit, Ernst Baumeister, zunächst auf die Bank verbannte, weil er mit dessen letzten Leistungen sowie der Einstellung im Training nicht einverstanden war. Knasmüllner kam, als die Austria 2:1 führte, sorgte mit den Saisontoren neun und zehn für die Fortsetzung der Admira-Erfolgsserie im Happel-Stadion, die vor zwei Saisonen gegen Rapid begann, übernahm damit zumindest für 24 Stunden die Führung in der Schützenliste vor Deni Alar und Munas Dabbur.

 

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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