Fußball

Rapid verhandelt mit Senegal-Stürmer aus Schweden

Die Stürmersuche von Rapid beschäftigt nicht nur fast Heerscharen von Managern, die Medien, sondern auch grün-weiße Herzblutfans, die kaum ein Spiel versäumen. Mancher sondiert sogar via Internet den Markt nach Mittelstürmern, die zu haben wären, nimmt dann Kontakt zu dessen Beratern auf, fragt nach der Bereitschaft zu einem Probetraining in Wien. Und wenn die Antwort positiv ist, leitet er den Namen nach Hütteldorf weiter. Und  ist dann tief frustriert, wenn als höfliche Reaktion von Sportchef Fredy Bickel (Bild oben) via WhatsApp kommt: „Danke, kennen wir. Wurde bereits Kontakt aufgenommen, der Trainer möchte ihn jedoch nicht.“ Und zweifelt danach daran, dass Didi Kühbauer den Stürmerkandidaten im Vorfeld gesehen und dann abgesagt hat.

Konkret handelt es sich um einen Legionär von der Elfenbeinküste namens Lacina Traore, 2,03 Meter groß, der 2013 einen Marktwert von 16 Millionen Euro hatte, der derzeit bei 2,5 steht. Ein Kopfballungeheuer und Killer im Strafraum soll der 28jährige sein, dazu im Besitz der kostenlosen Freigabe. Vielleicht machte das bei Rapid stutzig, weil Traore seit 1.Juli vereinslos ist. Die Europa-Karriere hatte in Rumänien bei Cluj begonnen, ging dann in Russland bei Krasnodar und Anzhi Machatschkala weiter, dann sechs Monate in Liverpool bei Everton, zwei Jahre bei Monaco, je eines bei ZSKA Moskau, in Gijon und bei Amiens in Frankreich. Der Gedanke, dass irgendetwas nicht stimmen kann, wenn einer so oft den Klub wechselt, könnten einem ja kommen.

Rapid hat jedenfalls die Stürmersuche nicht beendet, obwohl eine Neuerwerbung nicht mehr in der Europa League gegen Inter Mailand eingesetzt werden könnte. Eine neue Spur führt in die schwedische Hauptstadt Stockholm zum Traditionsklub Djurgardens, bei dem ein Senegal-Stürmer namens Alion Badji, 21 Jahre jung, unter Vertrag steht. Ein Typ wie der berühmte Didier Drogba soll er sein. Lukrative Angebote aus China hat er abgelehnt, er will in Europa bleiben. Badji erzielte in 48 Spielen für 11 Tore. Mit Djurgardens Sportchef Bosse Andersson soll Bickel laut schwedischen Quellen eine Basis gefunden haben, Wieder ist von 1,5 Millionen Euro als Ablöse die Rede, die Rapid auch Admira für Sasa Kalajdzic geboten hatte.  Ein größeres Budget bekam Bickel von der grün-weißen Finanzabteilung  offenbar nicht bewilligt. Was  etwas verwundert, war doch beim letzten Finanzbericht die Rede davon, dass Rapid so viel aktives Kapitel verfügt wie noch nie in der 120jährigen Klubgeschichte. Mehr als zwölf Millionen sollen es sein. Und dann sind nicht einmal zwei für einen neuen Stürmer drinnen? Wenn Rapid den aktuellen Ablösewahnsinn bei Transfers junger Spieler, die nur Versprechen sind, nicht mitmachen will, hat das prinzipiell zwar etwas für sich, verringert aber die Chancen auf Verstärkungen. So ließ sich Vitesse Arnheim, der Fünfte der holländischen Eredivisie, den 20jährigen Ghanesen-Stürmer Mohamed Dauda, der bei Anderlecht auf sieben Einsätze gekommen war, drei Millionen kosten. Rapid sucht ein „Schnäppchen“. Spätestens Mittwoch um 17 Uhr  wird man wissen, ob eines gefunden wurde. Mit dem Ende der Transferzeit hat auch das Rätseln ein Ende.

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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