Fußball

Rapids Rekordzahlen provozieren eine Frage: Warum ist Grün-Weiß nicht „best of the rest“?

Mittwoch präsentierte Sturm Graz ohne Präsidentenwahlkampf seinen Geschäftsbericht für die Saison 2018/19. Zum dritten Mal in Folge ein positives Ergebnis trotz Investitionen in die Infrastruktur des Trainingszentrums in Messendorf. Der Gewinn ist mit 77.300 Euro fünfstellig: „Der Fortbestand des Vereins ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg“, bemerkte Präsident Christian Jauk. Donnerstag war Rapid, elf Tage vor der Wahl des Nachfolgers von Michael Krammer, an der Reihe. Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek und Raphael Landthaler, der Herr der grün-weißen Finanzen, konnten mit Rekordzahlen aufwarten: 50,7 Millionen Umsatz, Eigenkapital von 15,1 Millionen, im Bereich des Sponsorings erstmals die Schallmauer von zehn Millionen durchbrochen.  Dafür bedankt sich Peschek bei einem hervorragenden Verkaufsteam, das dies möglicht habe. Ein Name hätte aber herausgestrichen gehört: Ex-Manager Werner Kuhn, der alle großen Verträge aushandelte.

Kein positives Ergebnis gab es aus der Transferbilanz, sondern ein Minus von 376.000 Euro. Das liegt nicht in der Verantwortung von Zoran Barisic, der erst im Mai 2019 seinen Job antrat. Begründet wurde es mit Investitionen in den Kader, die auch Verletzungspech notwendig gemacht habe. Dank der Transfers von Boli Bolingoli zu Celtic Glasgow und Mert Müldur zu Sassuolo kann man für 2019/20 wieder eine positive Transferbilanz erwarten. So macht der Gewinn trotz der Rekordzahlen nur 180.000 Euro aus. Im Vergleich dazu: 2015/16 waren es 11,6 Millionen, 2016/17 2,28 Millionen, 2017/18 2,37 Millionen. Keine Antwort gab Peschek auf die Frage, ob im Zuge der Investitionen für die geplante neue Akademie beim Happel-Stadion Sponsor Wien Energie bereits zwei der drei fälligen Raten auf einmal überwiesen habe. Peschek verwies auf die Verschwiegenheitpflicht, die zu Sponsorverträgen gehört.

Eine Frage drängt sich aber nach diesen Rekordzahlen trotzdem auf: Warum ist Rapid dann nicht „best of the rest“ in Österreich nach Meister Red Bull Salzburg, sondern weiter hinter dem LASK und Wolfsberg, die mit geringeren finanziellen Mitteln sportlich Rapid übertrumpfen? Barisic betonte, sich als Sport-Geschäftsführer aus dem Wahlkampf heraushalten zu wollen. Er glaubt, dass Grün-Weiß sich derzeit in die richtige Richtung bewege, aber zugleich noch viel zu tun bleibe. Noch als Trainer habe er vor Jahren dem damaligen Sportchef Helmut Schulte ein Sportkonzept erarbeitet, das laufend adaptiert wurde. Er ist gerade dabei, dies auch aktuell in Absprache mit Trainer Didi Kühbauer, Talentemanager Steffen Hofmann und Nachwuchschef Willi Schuldes zu tun. Ganz ohne Wahlkampftöne ging es doch nicht. Peschek verwies darauf, dass vom 32 Millionen-Budget vier in die Nachwuchsarbeit flossen. Das sind 13 Prozent. Die Liste von Roland Schmid fordert ja seit Wochen, dass zehn Prozent des laufenden Budgets dafür verwendet werden müssen. Es wurde also offenbar bereits mehr getan.

Wie Schmids Liste am Donnerstag verlauten ließ, soll im Falle eine Wahlsiegs am 25.November mit Ernst Dokupil der Trainer, der Rapid zum Meistertitel 1996 und ins Europacupfinale geführt hatte, ins Präsidium kommen, das damit auf neun Mann erweitert würde. Das könnte die Antwort auf Gerald Willfurth sein, der als Mann für Fußballkompetenz immer auf der Liste von Martin Bruckner stand. Fragt sich nur,warum Schmid die Idee mit Dokupil erst jetzt und damit etwas spät kam. Früher wäre das viel glaubwürdiger gewesen.

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