Fußball

Revival der Oldies statt Transferbomben im Jänner

Am letzten Tag der Winter-Transferzeit  standen Meister und Vizemeister im Mittelpunkt: Verkleinerte Salzburg noch den Kader um Teamverteidiger Stefan Stangl, wie von Trainer Oscar Garcia gewünscht? Durfte der vom Winterkönig Altach nach neun Toren und vier Assists zurückgeholte Schweizer U21Teamspieler Dimitri Oberlin zum Konkurrenten nach Vorarlberg  zurück? Das sollte auch an  einer Einsatzgarantie für die  Startelf hängen. Denn so unglaublich das auch klingen mag, es soll Salzburgs sportlicher Chefetage ein Dorn im Auge gewesen sein, dass Oberlin bei seinen 20 Einsätzen für Altach sechsmal von der Bank kam. Die Entscheidung: Oberlin bleibt in Salzburg, weil er sich in d eer Vorbereitung laut Sporrtchef Christoph Freund sehr gut präsentierte. Auch Stangl, aber der nur  vorerst. Sein Berater Thomas Böhm sucht weiter nach einer Leihvariante, in zehn Ländern ist das Transferfenster noch länger offen. Darunter in der Schweiz, Ungarn, Kroatien, Russland, Tschechien, Norwegen und Schweden. Rapid diskutierte über einen neuen Innenverteidiger, der aber der zehnte Legionär im Kader wäre. Eigentlich wollte Sportchef Fredy Bickel die Zahl der Legionäre reduzieren. Aber der Kelch ging an Bickel und Grün-Weiß vorüber: Nach einer Magnetresonanz kam bei Max Hofmann Entwarnung. Zwar Riss im Aussenband des linken Knöchels, aber Mitte Februar wieder einsatzfähig. Vielleicht sogar beim Derby am 12. Februar. Rapids größtes Tormannversprechen, der 19jährige Paul Gartler, soll bis Saisonende bei Kapfenberg, dem Vierten der Ersten Liga, Spielpraxis sammeln.

Die Bilanz der  Winterübertrittszeit: Keiner der zehn Bundesligisten hat sich wirklich verstärkt. Das klingt nicht gut, ist aber so. Salzburg wird sogar den  Verlust von Leistungträger  Upamecano an Leipzig verkraften können, locker auch den Verkauf von Ersatz-Stürmer Reyna nach Vancouver und das Leihgeschäft mit Zweitligist Arminia Bielefeld über Mittelfeldspieler Yabo. Das verringert nicht die Aussichten auf das Double. Ebenso nicht die von Altach auf einen Europacupplatz durch den Wechsel von Defensivspieler Cesar Ortiz nach Mattersburg, für den im Transferfinish  der Ex-Rieder Bernhard Janeczek (zuvor Mönchengladbach, Rapid-Nachwuchs) geholt wurde. Sein „Ausflug“ zu Dinamo Bukarest hatte ihm nichts als Ärger beschert. Oberlin wird sicher abgehen.  Bei Sturm Graz muss man abwarten, ob die Neuen Ovenstad (Strömgodset), Chabbi und Atik  die Verkäufe  von Matic und Edomwonyi kompensieren können. Da sollte man nicht vergessen, dass Chabbi und noch mehr Atik bei St. Gallen und Hoffenheim nicht zum Stamm zählten.

Bei Austria tat sich mit neuen Spielern gar nichts, den Abgang der Defensivspieler  Windbichler nach Südkorea  und Stronati (Rückkehr nach Tschechien zu Mlada Boleslav) glauben Trainer Thorsten Fink und Sportchef Franz Wohlfahrt  verkraften zu können, was stimmen dürfte. Bei Admira  herrschte  bis auf den überraschenden Trainerwechsel von Oliver Lederer zu Damir Buric Ruhe. Markus Blutsch verabschiedete sich in die Erste Liga zu BW Linz. Wolfsberg  bekam Jamaika-Teamstürmer  Dever Orgill von Finnland-Meister  IFK Marienhamn sowie Defensivspezialist Mario Leitgeb von St. Gallens Ersatzbank dazu -aber demgegenüber steht der Ausfall von Torhüter Dobnik.Was wiegt mehr? Ried verzichtete trotz Abstiegsgefahr auf Aktivitäten, St. Pölten und Mattersburg nicht.

Der Vorletzte und das Schlusslicht sorgten für die meisten Bewegungen am Markt, was auch bezeichnend ist. St. Pölten versucht mit sechs Neuen oben zu bleiben, verlor aber auch sechs Spieler aus dem Kader, darunter die Stürmer Segovia und Keita durch ihr Watschenduell, auf das die Vertragsauflösung folgte. Abwarten, ob der aus der Slowakei gekommene bosnische Verteidiger Mehremic, der von Kuopio in Finnland geholte Senegal-Innenverteidiger Diallo,  Ex-Teamspieler Ümit Korkmaz, Türkei-Rückkehrer  Dieng  sowie Rapids Stürmertalent Entrup die Heilsbringer sind. Wobei die erhofften Trümpfe Korkmaz, Dieng und dazu Drazan allesamt Aussenbahn-Spieler sind. Korkmaz wird schon wegen seiner  Rückennummer 55 auffallen- soll die bedeuten, dass sich der Ex-Rapidler als eine Art  Spielmacher sieht? Denn fünf plus fünf ergibt zehn, die Nummer, die internationale Spitzenklubs siehe Barcelona und Messi normal dem besten Spieler überlassen. Bei St. Pölten hatte sie der zu Wattens abgewanderte Florian Mader. Große Hoffnungen setzt Sportchef Frankie Schinkels in den Dienstag aus Schottland vom Letzten Inverness geholten 26jährigen Stürmer Lonsana Doumbouya, der ein Länderspiel für Guinea absolvierte. Das läßt aber den Verdacht aufkeimen, dass sich Inverness vom 1,93 Meter großen, in Nizza geborenen Afrikaner im Kampf gegen den Abstieg keine große Hilfe erwartete. Trotz fünf Toren in 19 Spielen.

Man kann über Korkmaz denken, was man will: Der 31jährige Oldie sticht unter den insgesamt nur 15 Wintereinkäufen als eine Art Attraktion hervor. Wie der drei Jahre  ältere Sturmtank Stefan  Maierhofer bei Schlusslicht Mattersburg. Was Maierhofer und Korkmaz beim Revival der Oldies ausser der erfolgreichen  Rapid-Vergangenheit noch verbindet: Sie haben im letzten halben Jahr nicht gespielt. Also ist abwarten angesagt. Ebenso wie bei Innenverteidiger Cesar Ortiz, der bei Altachs Höhenflug  nur in sechs Parrtien zum Einsatz kam und  Salzburg-Leihgabe Atanga der in der zweiten deutschen Liga bei Heidenheim nicht zum Zug kam. Ob Mattersburgs neuem Trainer Gerald Baumgartner damit bei der Mission Rettung entscheidend geholfen ist? Wenigstens ein Kracher hätte der faden und flauen Wintertransferzeit schon  gut getan.

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