Fußball

Rieds Trennung von Andreas Heraf ist nicht nachvollziehbar

Würden bei Rapid ähnliche Maßstäbe gelten wie bei Ried, dann stünde eigentlich ein Trainerwechsel in Hütteldorf unmittelbar bevor, zu dem es nach der desaströsen Vorstellung in Wolfsberg aber nicht kommen wird. Ried trennten sich hingegen von Andreas Heraf. Der 57 jährige wird nach seiner sechswöchigen  Pause aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf die Trainerbank der Innviertler zurückkehren. Obwohl er mit Ried Erfolg hatte: Letzte Saison Klassenerhalt, wonach es nicht aussah, als er den Job übernahm, diese Saison lag Ried nach neun Runden unter Heraf auf Platz vier und damit über den Erwartungen. Warum will man dann mit diesem Trainer nicht mehr weitermachen?

Die Trennung kam wegen des Sky-Interviews von Sportchef Thomas Reifeltshammer nach dem Glückssieg gegen Admira am letzten Samstag eigentlich nicht überraschend.: „Es ist kein Geheimnis, dass sich sportlich bei uns was getan hat, die Mannschaft eine gewisse Entwicklung genommen hat. Die müssen wir mit Andreas besprechen, wie er das sieht. Wir müssen die Situation neu bewerten und das ist jetzt der Zeitpunkt. Wir wollen den kurzfristigen Erfolg, ohne dass wir den langfristigen aus den Augen verlieren!“ Der smarte Reifeltshammer bestritt, mit anderen Trainerkandidaten verhandelt zu haben, weil das respektlos gegenüber Heraf gewesen wäre. Präsident Roland Daxl meinte noch vielsagend: „Wenn wir uns sicher sind, mit ihm an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen zu können, dann wird Heraf unser Trainer bleiben.“

Also ist sich Ried offenbar nicht mehr sicher. Geschäftsführer Rainer Wöllinger drückte es anders aus: „Sowohl Heraf als auch wir stellten fest, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, in welche Richtung sich der Klub bewegen soll.“ Daher kam es offiziell zur einvernehmlichen Trennung, die aber nicht nachvollziehbar ist. Mag sein, dass die Art von Heraf einigen Problemen bereitete. Aber die Ergebnisse sprachen eindeutig für ihn und für seine Auffassung, wie Ried die erreichen kann. Sein Credo hieß hinten dicht machen, das war nicht attraktiv, aber erfolgreich. Die gewisse Entwicklung, die Reifeltshammer ansprach und unter Interimstrainer Christian Heinle erkannte, hieß mehr Mut zum Risiko, mehr Offensive. Ob die Qualität des Rieder Kaders das auf Dauer hergibt, ob das nicht ein Schuss ins eigene Knie wird? Man sollte sich nicht vom Glück, dass den Sieg gegen Admira, den Punkt gegen Salzburg und auch die Cupüberraschung in Graz gegen Sturm möglich machte, täuschen lassen.

Bis Weihnachten kann Herafs ehemaliger Assistent Heinle, der keine Lizenz hat, um in der Bundesliga Chef zu sein, mit einer Sondergenehmigung weiter machen. Dann muss ein neuer Trainer kommen. Die ersten Namen, die genannt werden, sind die von Robert Ibertsberger, Klaus Schmidt und Heimo Pfeifenberger. Frei am Markt wären auch Ferdinand Feldhofer und Markus Schopp. Aber die werden andere Gedanken haben. In Richtung LASK oder doch sogar Rapid.

 

Foto: PhotobyHofer/Christian Hofer.

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