Zunächst geht es Freitagabend in Graz beim Kellerduell der Qualifikationsgruppe zwischen dem Letzten GAK und dem Vorletzten Austria Klagenfurt bei der Premiere dessen neuen Trainers Carsten Jancker gegen den Abstieg, eine Stunde später ist im Ried Anpfiff zum Spitzenduell der zweiten Liga, in das der Tabellenführer Admira mit einem Punkt Vorsprung auf den Zweiten Ried geht. Das lockt mehr Zuschauer an als der Überlebenskampf in der Steiermark: Keine Tageskassa wird geöffnet, die Innviertel-Arena mit 7300 Zuschauern ausverkauft sein. Klar bedeutet das einen Push für Ried. Bedeuten Trainerwechsel und die erteilte Lizenz mit drei Strafpunkten auch einen Push für Austria Klagenfurt?
Klagenfurts Gesellschaft Zeljko Karajica entwickelt seit Mittwoch wieder Versionen für Klagenfurt 2.0., was immer das bedeuten soll, Sportchef Günther Gorentzel betonte, wie engagiert strukturiert und vorbildhaft Jancker an die herausfordernde Sache heranging. Gorentzels Rolle sehen Klagenfurt-Insider ziemlich kritisch, vor allem in Sachen Loyalität zum Trainer. Solange Pacult Erfolg hatte, war er chancenlos. Durch die Negativserie war seine Stunde gekommen, für den frischen Impuls, wie er es bezeichnete, zu sorgen. Schon Walter Schachner machte in seiner Trainerzeit mit Assistent Gorentzel nicht nur gute Erfahrungen. Besonders in den 44 Spielen bei 1860 München 2006/07. Jancker glaubt, den Reset-Knopf gedrückt zu haben, es habe sich für ihn gut angefühlt, mit den „Jungs“ am Platz zu stehen, obwohl er weiß, dass die Situation nicht einfach ist. Er gehe mit voller Kraft voran: „Es ist wichtig, dass wir alle zusammenhalten. Alle im Vereinm alle in der Kabine und alle am Platz“, forderte Jancker vor seinem ersten Bundesligaspiel als Cheftrainer noch mehr Geschlossenheit ein. Ob Gorentzel das befolgen wird? Interessant wird sein, ob bei Jancker der Winterkauf von Karajica und Gorentzel, der Amerikaner Steven Juncaj in den Kader kommt. Für Pacult war er zu schwach.
Zwischen Admira und Ried gab es vor dem Kampf um die Tabellenführung Parallelen: Beide schwächelten zuletzt. Admira holte in den letzten drei Runden nur einen Punkt gegen Stripfing, verlor in Amstetten und daheim gegen die zweite Mannschaft von Sturm Graz. Ried, seit 29. Mai 2003 (!) in Heimspielen gegen Admira ungeschlagen, verpasste letzte Runde durch das 1:2 in Kapfenberg den Sprung an die Spitz, zuvor gab es gegen Austria Lustnau nur einen Punkt. Also hatten die Trainer Thomas Silberberger und Maximilian Senft in den letzten Tagen eigentlich dieselbe Aufgabe: Ihre Mannschaft wieder auf gleich zu bringen.
Foto: Austria Klagenfurt/Marco Walter.