Fußball

Ronaldos Rekorde und Liverpools 190 Millionen-Torfabrik

Man soll Cristiano Ronaldo nie abschreiben. Auch wenn er schon 33 Jahre alt ist. Der erste Vergleich der Superstars beim Milliarden-Duell zwischen Real Madrid und Paris St. Germain ging im Bernabeu-Stadion ganz klar an ihn und nicht an Neymar: Doppelpack von Portugals Europameister beim 3:1 (1:1) gegen Real Madrid. Ein Elfer zum 1:1 und ein Knietor zum späten 2:1. Damit traf er in allen bisherigen sieben Champions League-Spielen Reals in dieser Saison. Elfmal. Sagenhaft. Damit ist er der erste, der in der Königsklasse in zehn aufeinanderfolgenden Spiele scorte, der erste, der bei einem Klub die 100 Tore-Marke knackte. Das Knietor mit einem „Assist“ von Paris-Torhüter Alphonse Areola war sein 101.Treffer in der Champions League für den spanischen Titelverteidiger. Dazu kommen noch 15 für Manchester United. Mit ein Grund güt das Real-Happy End war sicher auch, dass Zinedine Zidane mit seinem Austäuschen das glücklichere Händchen hatte als Kollege Unai Emery. Joker Marco Asensio kam in der 79. Minute, bereitete vier Minuten später Ronaldos Knietor sowie 180 Sekunden danach das 3:1 durch den herausragenden Linksverteidiger Marcelo, bei dem Areola ebenfalls nicht gut aussah, vor. Emerys Versuch, mit dem belgischen Verteidiger Thomas Meunier statt Torjäger Edinson Cavani das 1:1 zu halten, ging total daneben.

Vier Partien sind im Achtelfinale erst gespielt. Und schon jetzt steht außer Diskussion, dass mit Manchester City und dem FC Liverpool zwei der fünf Klubs aus Englands Premier League ins Viertelfinale kommen,  Tottenham hat nach dem 2:2 gegen Juventus in Turin  beim Rückspiel in Wembley die Trümpfe in der Hand, auch wenn sich Juve-Trainer Massimiliano Allegri in Durchhalteparolen gefällt. Die Art, wie Manchester City im St. Jakob-Park den FC Basel beim 4:0 oder der FC Liverpool im Estadio Dragao  Portugals Champion FC Porto auseinandernahmen, ließ den Schluss zu, dass dabei die Investitionen der englischen Spitzenklubs auch in Trainerstars wie Pep Guardiola und Jürgen Klopp mit den Unterschied ausmachen, doch auch Geld Fußball spielt.  Laut der aktuellen Rangliste des Internetportals  transfermarkt hat Englands Liga mit 6,47 Milliarden Euro derzeit den höchsten Marktwert vor Spaniens La Liga (4,35), Italiens Serie A (3,51), der deutschen Bundesliga (3,09) und Frankreichs Ligue 1 (2,71). Bei Englands Champions League-Vertretern liegt Manchester City (792 Millionen) vor dem Stadtrivalen United (741), Tottenham (706), Meister Chelsea (695) und dem FC Liverpool (548) voran.

Liverpools Torfabrik, die für alle fünf Tore in Porto sorgte, die der „kicker“ in seinem Sonderheft schon vor der Gala in Portugal als famoses Trio feierte, ist alleine 190 Millionen wert: Sadio Mane 60 Millionen, Roberto Firmino 50, Mohammed Salah 80. Manes Dreierpack sorgte für wehmütige und schlechte Erinnerungen bei Österreichs Meister Red Bull Salzburg: Schließlich war der Senegalese vor dreieinhalb Jahren der erste Spieler, der mit schlechtem Beispiel voranging, die Freigabe durch einen Streik erpresste. Die aktuellsten Nachahmer heißen Pierre Emerick Aubameyang und Ousmane Dembele. Mane boykottierte damals das Rückspiel in der Qualifikation zur Champions League bei Schwedens Meister Malmö, das ohne ihn 0:3 verloren ging und bekam danach vom damaligen Sportchef Ralf Rangnick grünes Licht für Southampton. Obwohl Salzburg auch wegen seines Streiks den Aufstieg verpasst hatte. Das brachte damals 23 Millionen Euro Ablöse plus zwei Jahre später 6,18 Millionen Beteiligung, als Mane um 41,2 Millionen von Southampton zum FC Liverpool wechselte.

Bei Salahs Zaubertor zum 2:0 erinnerte  sich in Graz vor dem TV-Schirm vielleicht Sturms Trainer Heiko Vogel daran, dass er den Ägypten vom Juli bis Oktober 2012 beim FC Basel trainieren durfte. Einen wie Salah  würde Vogel nach zwei 0:1-Niederlagen  Samstag beim Krisengipfel gegen Rapid im Hütteldorfer Allianz-Stadion dringend brauchen.

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