Fußball

Säumel droht großes Unrecht! Den „bekannten“ Thorup bekommt Rapid nicht

Drei Tage vor Weihnachten fiel Sonntag in der Bundesliga eine Trainerentscheidung. Da Schlusslicht Blau Weiß Linz möglicherweise Admiras Ablöseforderungen für Thomas Silberberger zu hoch waren, kam der 55 jährige Deutsche Michael Köllner zum Zug. Ob einer für die Mission Klassenerhalt der richtige Mann sein wird, dessen letzte Engagements in der deutschen Liga bei Ingolstadt und 1860 München (von November 2019 bis Jänner 2023)  nicht gerade eine Erfolgsstory waren? Köllner bekam einen Vertrag bis Saisonende, der sich bei Klassenerhalt bis 2027 verlängert. Sein größter Erfolg liegt sieben Jahre zurück: 2018 führte er den 1. FC Nürnberg in die Bundesliga. Blau Weiß-Sportdirektor Christoph Schößwendter setzt auf Köllners Erfahrung, Expertise und Überzeugung, um schnellstmöglich wieder in die Spur zu finden. Viel Glück dabei.

Montag dürfte Christian Jauk, der Präsident von Meister Sturm Graz, das Ende für Trainer Jürgen Säumel, verkünden. Damit war das 1:3 bei der Wiener Austria das 52. und letztes Spiel des 41 jährigen Säumel (Bild). Dass sich Jauk für den von ihm geholten Sportchef Michael Parensen  entschied, bedeutet ein großes Unrecht für Säumel, der insgesamt elf Jahre bei Sturm gespielt hatte. Denn seine Bilanz als Trainer kann sich sehen lassen, seit er im Herbst letzten Jahres den Job zunächst interimsmäßig von Christian Ilzer übernahm. Mit Säumel gewann Sturm in der Champions League gegen Girona und RB Leipzig, verteidigte den Meistertitel, obwohl Parensen als Nachfolger des nach 23 Toren in 47 Spielen um 13 Millionen Euro an Monaco verkauften Torjäger Mika Biereth von Bristol den Franzosen Fally Mayulu holte, der sich zuvor bei Rapid nicht durchsetzte und in Graz floppte. Säumel das krachende Scheiten in der Qualifikation zur Champions League gegen den norwegischen Meister Bodoe Glimt anzulasten, wäre ebenfalls ungerecht. Denn Sturm verlor auch im Sommer mit Abwehrchef Gregory Wüthrich und Mittelfeldmotor Malick Yalcouye Leistungsträger, Parensen fand keinen annähernd gleichwertigen Ersatz. Wahrscheinlich fällt die Entscheidung gegen den Trainer vor allem deshalb, weil es Jauk nicht gefiel, dass Säumel nach dem Sieg im Grazer Derby mit internen Problemen, die zwischen ihm und der Mannschaft nicht gibt, an die Öffentlichkeit ging, die Vertrauensfrage stellte. Daher muss Parensen den neuen Trainer finden, bei Union Berlin „durfte“ er das nie. Seine Wahl soll auf den 36 jährigen Max Senft gefallen sein, dem seit 1. März 2023  mit Ried im zweiten Anlauf die Rückkehr in die Bundesliga gelang und der nach 17 Runden mit dem Aufsteiger nur zwei Punkte hinter Sturm sensationell Sechster ist. Aber Senft hat bei Ried einen Vertrag bis 2027, kostet daher sicher eine Ablöse, die sich von 300.000 Euro aufwärts bewegen wird. Damit relativiert sich die Version, dass die Trennung von Säumel die billigere Variante ist, weil der Vertrag bis Saisonende endet, etwas. Wenn es zur Einigung zwischen Sturm und Ried wegen Senft kommt,  muss Rieds Sportvorstand Wolfgang Fiala  einen neuen Trainer finden.

„Sky“ brachte in Zusammenhang mit dem vakanten Trainerjob  bei Rapid den 34 jährigen Dänen Johannes Hoff Thorup ins Gespräch. Der scheiterte letzte Saison bei Englands Zweitligist Norwich, musste im April nach 47 Spielen mit einem Punkteschnitt von 1,19 gehen, war davor in Dänemark mit Nordsjaelland Vierter. Der „bekanntere“ Trainer Thorup ist der 55 jährige Jess, der in den letzten zwei Saisonen Augsburg in der deutschen Bundesliga hielt, davor den FC Kopenhagen trainierte. Aber der ist für Rapid nicht zu haben, da er inzwischen von Al Ahli Kairo engagiert wurde.

 

Foto: Yigit Oerme.

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