Am Sonntag gab es ein österreichisches Erfolgserlebnis in Belgien: Tobias Hedl, der jüngere Bruder des Rapid-Torhüters, feierte mit Aufsteiger Zuite Waregem in der dritten Runde der Pro League, ausgerechnet in Brüssel gegen den Renommierklub Anderlecht den ersten Sieg, erzielte beim 3:2 das Führungstor. Damit hat Hedl drei Punkte mehr als E-Rapidler Nikolas Sattlberger und Ex-LASK-Tormann Tobias Lawal, die mit Genk in Lüttich gegen Standard 1:2 verloren. Zwei Tage später braucht der FC Salzburg im ausverkauften Jan Breydel-Stadion einen Sieg mit zwei Toren Unterschied im Duell der Vizemeister gegen Club Brügge, um weiter auf die Champions League hoffen zu dürfen. Das wäre das nächste österreichische Erfolgserlebnis in Belgien.
Am Samstag gab es zwischen Salzburg und Brügge Parallelen: Salzburg deklassierte in der Bundesliga den GAK 5:0, die Tore fielen erst, als die Grazer nur mit zehn Mann spielten. Ähnlich lief es für Club Brügge im Lokalderby gegen Cercle. Erst als die Mannschaft von Onur Cinel, der von 2022 an bis Juni Assistent von Österreichs Teamchef Ralf Rangnick war, im Frühjahr 2024 für sechs Spiele Interimstrainer bei Salzburg, dezimiert war, erzielten Hans Vanaken und der griechische Torjäger Christos Tzolis die Treffer zum 2:0. Besonders motiviert wird bei Salzburg Yorbe Vertessen (Bild) gegen seine Landsleute sein: „Dass wir in Salzburg 0:1 verloren, motiviert uns zusätzlich, es in Brügge besser zu machen. Dass wir Tore schießen können, zeigten wir am Wochenende!“ Er traf zweimal, einmal der 17 jährige Kerim Alajbegovic bei seinem Debüt in der Startelf.
Der Bosnier wird auch Dienstag beginnen, weil der Japaner Soto Kitano nachdem Tritt von GAK-Verteidiger Sadik Fofana, für den er nur für zwei Spiele gesperrt wurde, bis auf Weiteres ausfällt: „Wir fahren mit breiter Brust dorthin und schaffen das“, prophezeite der Youngster selbstbewusst. Das allein wird nicht reichen, um im Playoff auf die Glasgow Rangers zu treffen. Vielleicht kann es Salzburgs Belgier richten: Yorbe Vertessen ist in dieser Saison der torgefährlichste „Bulle“. Nach dem 0:1 hatte er im Frust behauptet, Salzburg habe seinem Gefühl nach besser gespielt. Ähnlich sah es Trainer Thomas Letsch: „Im Hinspiel hat wirklich nicht viel gefehlt. Wir werden uns sicher nicht aufgeben!“ ServusTV überträgt den Kampf um das Play-off-Ticket, bei dem auch Linksverteidiger Frans Kraetzig und Karim Oniwiso fehlen, live. Als Experte ist Sebastian Prödl im Einsatz.
Foto: Red Bull Salzburg/Schaad.