Fußball

Schweizer Spuren von Salzburg und Rapid in Basel und St.Gallen

Wenn Transfergerüchte um Red Bull Salzburg aufkommen, dann gilt es bei Österreichs Meister als Regel, die nicht zu kommentieren. Die Ausnahme der Regel hieß Takumi Minamino, bei dem Sportchef Christoph Freund Kontakte zum FC Liverpool nie abstritt. Zu den vom Schweizer „Blick“ gemeldeten großen Interesse am 19 jährigen Flügelflitzer Noah Okafor  vom FC Basel, dem Klub von Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller, hört man aber nichts. Das dürfte aber stimmen. Denn der Schweizer mit nigerianischen Wurzeln würde genau ins Salzburger „Beuteschema“ passen: Jung, hochtalentiert, sehr schnell. Nur leidet er schon längere Zeit an chronischen Adduktorenbeschwerden, weshalb die Saison für ihn bei 14 Einsätzen ohne Tor nicht nach Wunsch verläuft. Letzten Sonntag sass er auf der Tribüne des Stade de Suisse in Bern, als Basel dort beim Start gegen Meister Young Boys 0:2 verlor. Offiziell wegen der Adduktorenprobleme, Es gab aber auch einige, die munkelten, Basel wollte den bevorstehenden Transfer von Okafor, der bereits einmal im Schweizer Nationalteam spielte, nach Salzburg nicht gefährden, daher nicht riskiert, dass die Verletzung schlimmer wird. Wer Koller aus seiner Teamchefzeit kennt, zweifelt daran, dass er dem zustimmt, wenn es wie letzten Sonntag um Platz eins ging. Salzburg soll 8,5 Millionen Euro für Okafor angeboten haben, Basel sich mehr als doppelt so viel, sogar 20 Millionen als Ablöse vorstellen, weil Okafors Vertrag bis 2023 läuft. Fakt ist, dass es zwischen Basel und Salzburg zuletzt Kontakte gab. Sonst hätte Salzburg den Schweizer Defensivspieler Jasper van der Werff nicht bis Sommer 2021 an Basel verliehen. Um jeden Preis ist Okafor aber sicher nicht gefragt,

Durch Basels Niederlage belegt der FC St.Gallen mit drei Punkten Rückstand auf die Young Boys derzeit Platz zwei. Weit über den Erwartungen.  Bei St.Gallen gibt es Spuren von Salzburg, sogar auch eine von Rapid. Die von Salzburg heißt in erster Linie Peter Zeidler (Bild oben). Der glatzköpfige 57 jährige Schwabe musste als Nachfolger von Adi Hütter im Dezember 2015 nach nur fünfeinhalb Monaten gehen. Das passierte nach ihm keinem Salzburg-Trainer mehr. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Bullen zwischen Austria und Rapid auf Platz zwei. Aber deswegen musste der beredte Zeidler nicht gehen, sondern wegen der verpassten Qualifikation zur Champions League eggen Malmö und zur Europa League gegen Dynamo Minsk, wegen interner Probleme, die sich nicht nur auf Martin Hinteregger beschränkten. Damals trainierte Zeidler unter anderem den jetzigen Leiozig-Abwehrchef Dayot Upamecano, den inzwischen bei Liverpool gelandeten Naby Keita, Minamino, auch Stefan Lainer, Konrad Laimer und Valentino Lazaro. Nach dem Ende versuchte sich Zeidler in Sion am „Trainerfriedhof“ der Schweizer Super League, dann bei Frankreichs Zweitligist Sochaux. Im Sommer 2018 übernahm er St.Gallen, gilt in der Ostschweiz nach eineinhalb Jahren  als Synonym für den Aufschwung durch Mentalität, Energie und Leidenschaft. Ein Ergebnis von herausragender Teamarbeit zwischen dem Präsidenten, dem früheren populären Schweizer TV-Moderator Matthias Hüppi,  dem Ex-Teamspieler Alain Sutter als Sportchef und Zeidler.

Die Mannschaft, die letzten Sonntag Lugano 3:1 besiegte, hatte ein Durchschnittsalter von nur 22,3 Jahren. Einer der älteren Spieler, der 26 jährige ehemalige österreichische U 21-Teamtorhüter Dejan Stojanovic, wechselte  eineinhalb Wochen davor in die englische Championship zu Middlesbrough. Das brachte St.Gallen, wo das Geld meist knapp ist, 1,1 Millionen Euro Ablöse. Der Stojanovic-Nachfolger gehörte schon bei Salzburg und Liefering zu Zeitlers Schützlingen, war ihm auch nach Sochaux gefolgt: Lawrece Ali-Zigli, ein inzwischen 23 jähriger Ghanese, debütierte gegen Lugano. Die Nummer zwei im Tor von St.Gallen hat einen berühmten Namen:  Jonathan Klinsmann, Sohn des ehemaligen Teamchefs von Deutschland und den USA, jetzt Trainer bei Hertha BSC Berlin. Einen Fixplatz im Angriff St,Gallens hat ein Rapid-Transerflop: Der Schweizer Jeremy Guillemenot. Er galt zwar als hochtlentiert, zeigte dies aber im Herbst 2018 aber weder im Training noch bei fünf Kurzeinsätzen als Joker. Guillemenot war 2016 als 18 jähriger von Servette Genf zu FC Barcelona gewechselt, schaffte dort aber nicht den Sprung zu den Profis. Bei St. Gallen kommt sein Talent öfters zum Vorschein als in Hütteldorf. Zwei Tore und drei Assists stehen nach 16 Einsätzen in dieser Saison zu Buche. St. Gallen und Rapid verbinden die grün-weißen Klubfarben.

Der „Vorzeigeschüler“ von Zeidler ist der 23 jährige Stürmer Cedric Itten, der bei ihm nach schwerer Knieverletzung eine Art Wiedergeburrt feierte, im November sogar zum Schweizer Nationalhelden avancierte. Als Itten beim Teamdebüt ausgerechnet in St,Gallen das goldene Tor zum 1:0 gegen Georgien erzielte, das die Qualifikation für die  Europameisterschaft bedeutete. Seit Wochen müssen sich Hüppi und Zeidler fragen lassen, ob St,Gallen Schweizer Meister werden kann. Ihre Standardantwort darauf heißt: „2016 hielt es auch keiner für möglich, dass Leicester Meister in England wird.“ St. Gallen war zuletzt 2000 Meister. Der Trainer hieß Marcel Koller, der TV-Reporter, der ihn dazu lange interviewte, Hüppi.

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