Fußball

Selbst bei Sensation als Costa Rica-Kopie gegen Brasilien: Wir sind nicht Mini-Weltmeister!

Die zweite Wette mit der Quote 40 von tipp 3, des Sponsors von Franco Foda ist für Sonntag noch hochaktuelle: Welche Sensation wäre die größere?  Wenn  Dominic Thiem im Finale der French Open in Paris Rafael Nadal  schlägt oder wenn Österreich acht Tage nach der Klagenfurter Sensation, dem ersten Sieg über Deutschland seit 32 Jahren im Happel-Stadion ab 16 Uhr  den ersten überhaupt gegen Rekordweltmeister Brasilien folgen lässt? Wenn Foda im sechsten Spiels seiner Ära den wertvollsten Sieg bejubeln kann, gibt es Montag unter Garantie in den Medien die Schlagzeilen in Balken-Lettern: Wir sind Mini-Weltmeister! Schön und gut! Erstens würde  Foda noch vor dem Herbst dafür sorgen, dass sich seine Seriensieger nicht als Mini-Weltmeister fühlen. Und zweitens würde auch der riesige Prestigegewinn nichts daran ändern: Es wäre für die gesamte  rot-weiß-rote Fußballszene wertvoller, ab Donnerstag bei der Weltmeisterschaft in Russland dabei zu sein als zu bejubeln, die Brasilianer in ihrem letzten WM-Test geschlagen zu haben.

Vor vier Jahren beim letzten Duell in Wien gewannen wenige Monate nach dem WM-Debakel im eigenen Land im umformierten Brasilianer in Wien 2:1. Damals spielte Marko Arnautovic mit rotem Tape über der gebrochenen linken Hand (siehe Bild),Sonntag wird dies über der rechten so sein.  Es werden sich stärkere Brasilianer als im November 2014 präsentieren, mit mehr Selbstvertrauen, mit einer Erfolgsserie im Gepäck (in 20 Spielen 16 Siege und nur eine Niederlage), erstmals seit 50 Jahren mit einem Toptormann wie Allison. Und gerade Arnautovic zeigt,auf, dass es in der Einschätzung und im Marktwert  doch noch große Unterschiede zwischen den Spitzenspielern aus Österreich und Brasilien gibt: Arnautovic soll Manchester United 57 Millionen Euro Ablöse an West Ham wert sein. Für österreichische Verhältnisse gigantisch. Aber die  englische „Sun“ deckte am Freitag auf, welche Summen um Brasiliens Nummer 10, um Neymar im Spiel sind:  Er hat im Vertrag bei Paris St. Germain eine Ausstiegsklausel um 300 Millionen Euro, die ab 1. September gilt. Heißt: Neymar könnte bei  einem anderen Verein daher wegen der  offiziellen Transferzeiten erst ab Jänner 2019 spielen.

Real Madrids Präsident Fiorentino Perez  soll bereit sein, 349 Millionen auf den Tisch zu lege, damit er Neymar schon nach der Weltmeisterschaft bekommt, Mitfinanzieren soll dies Neymars amerikanischen Schuhausrüster „Nike“. Dem versprach Perez als Gegenleistung, nach Auslaufen des Vertrags mit adidas der neue Real-Ausrüster zu werden Neymar kommt allerdings nur, wenn Cristiano Ronaldo Real Madrid verlässt. Darüber soll es zum Streit zwischen Perez und Zinedine Zidane gekommen sein, der als ein Grund für Zidanes überraschenden Rücktritt als Real-Trainer gilt. Zumal Neymar auch das Gehaltsgefüge von Real sprengen würde: Er verdient in Paris 38 Millionen pro Saison, Ronaldo bei Real „nur“ 21.

Und dieser Neymar spielt Sonntag  in Wien, wird Österreichs Fünferabwehr mit Stefan Lainer, Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl, Martin Hinteregger und David Alaba ebenso einiges aufzulösen geben wie den defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr (Kapitän Julian Baumgartlinger, Florian Grillitsch).  Zum Unterschied von Österreichs Teamchef verriet Brasiliens Teamchef Tita schon Samstag seine Aufstellung: Mit Neymar erstmals seit seiner Operation in der Startelf, mit Barcelona-Star Claudio Coutinho, ohne Liverpool-Torjäger Roberto Firmino. Wie Tita und Abwehrchef Miranda auf Brasiliens Medientermin im Happel-Stadion verrieten, sehen sie in Österreich punkto Spielanlage und Taktik eine perfekte Kopie von Costa Rica zwölf Tage vor dem WM-Gruppenspiel in St. Petersburg. Österreich habe sich verbessert, so Miranda, das hätten die vier Siege hintereinander gezeigt. Dass es sieben sind, sprach sich bis zum Legionär von Inter Mailand nicht herum.

Foda sieht Österreich verständlicherweise als Aussenseiter, traut dem allerdings zu, Torchancen zu kreieren: „Wenn man nicht optimistisch ist, wenn man nicht träumt, dann kann man keinen Erfolg haben. In einem Spiel besitzt man gegen jeden eine Chance“ Und er hat recht damit. Es könnte passieren, dass Heinz Lindner ins Tor zurückkehrt. Foda stellte aber fest, dass dies nicht vorwegnehmen wird, auf wen im Herbst seine Wahl als Nummer eins für die Nations League fällt. Und bei Brasiliens Vergleich mit Costa Rica zu blieben: Der WM-Teilnehmer hat mit Keylor Navas von Champions League-Seriensieger Real Madrid sicher den besseren Keeper. Aber ansonst? Trotzdem würde Thiems Erfolgstrainer Günter Bresnik das 40:1-Angebot von tipp 3 nicht annehmen. Zu viel Risiko seiner Ansicht nach. Ob bei Thiem oder  Arnautovic & Co, das verriet er aber nicht.

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