Brasilien musste lange leiden, ehe gegen Japan in Houston der Aufstieg ins Achtelfinale der WM feststand. Der italienische Referee Maurizio Mariani ließ elf Minuten nachspielen, das Siegestor zum 2:1 (0:1) fiel erst in der 96. Minute. Von der 29. Minute bis zur 56. Minute lag England 0:1 zurück. Durch einen Mitspieler von Stefan Posch und Philipp Mwene bei Mainz. Kaishu Sano fing einen Fehlpass von Brasiliens Rechtsverteidiger Danilo ab, lief vom Mittelkreis bis zum Strafraum, zog aus 19 Metern ab, – für Sano war es das erste Tor im 16. Länderspiel. In 68 Bundesligapartien für Mainz traf der Mittelfeldspieler auch nur einmal
Da Brasilien wackelte, griff Teamchef Carlo Ancelotti ein. Brachte zur zweiten Hälfte neu den 20 jährigen Stürmer Endrick, den er auch aus gemeinsamen Zeiten bei Real Madrid kennt, für Mittelfeldspieler Luiz Paqueta, positionierte die Offensivspieler neu. Japan kam unter Druck, nach 56 Minuten fiel der Ausgleich. Casemiro, der bei Japans Tor zu langsam war, um Sano zu folgen, köpfte eine Flanke von Gabriel Magalhaes, am überragenden Tormann Suzuki, Legionär bei Parma, vorbei ins lange Eck. Eine Koproduktion von England-Legionär: Gabriel spielt bei Arsenal, der 34 jährige Casemiro bei Manchester United. Zwei Minuten später fehlten bei einem sensationellen Dribbling von Vini jr. nur Zentimeter zur Führung, er traf mit dem Außenrist die Stange. Nach 66 Minuten wechselte Ancelotti Arsenal-Stürmer Gabriel Martinelli für Manchester United-Stürmer Matheus Cunha ein. Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen.
Brasilien drückte zwar, kam aber nicht mehr zu großen Chancen. Alles deutete schon auf die erste Verlängerung dieser WM hin. Bis zur 96. Minute: Da kam Martinelli nach einem Pass von Newcastle-Legionär Bruno Guimaraes im Strafraum an den Ball, zog ab, traf und jubelte (Bild). Darauf folgte brasilianische Ekstase. Spieler und Betreuer stürmten auf den Platz, Ancelotti blieb ruhig. Japans großer Kampf reichte nicht zum ersten Sieg in der k.o.-Phase. Brasilien darf dank seiner England-Legionäre weiter vom sechsten Titel, den ersten seit 24 Jahren träumen. Achtelfinalgegner ist der Sieger aus Norwegen gegen Elfenbeinküste.
Foto: FIFA.