An seinem 68. Geburtstag gönnte Teamchef Ralf Rangnick den Teamspielern einen freien Montag. Dienstag beginnen die Vorbereitungen auf das Sechzehntelfinale gegen den seit 34 Spielen ungeschlagenen Europameister Spanien. Mittwoch endete der Aufenthalt im „Basecamp“ Santa Barbara. Selbst wenn Donnerstag in Los Angeles die Sensation und der Aufstieg ins Achtelfinale gelingen sollte, gibt es keine Rückkehr ins Ritz Carlton. Dann ging es Freitag gleich weiter nach Dallas, wo drei Tage später der Sieger aus Portugal – Kroatien warten würde. Spanien hatte nur ein überzeugendes Gruppenspiel, das 4:0 gegen Saudi Arabien, das 0:0 gegen Kap Verde zum Start und das 1:0 gegen Uruguay waren nicht das Gelbe vom Ei. Dazu dürften mit Inaki Williams und Yeremy Pino, der letzte Saison bei Crystal Palace von Oliver Glasner trainiert wurde, zwei Offensivspieler verletzt ausfallen. Torhüter Unai Simon, der 29 jährige Baske von Bilbao, kassierte bisher kein Tor. Ob ein Österreicher ihn erstmals bezwingen wird?
„Österreich soll nicht auf Spanien schauen, sondern in erster Linie auf sich selbst“, forderte im WM-Studio von ServusTV Ex-Rapidler Jan Age Fjörtoft als Experte, „denn zuletzt wirkte Österreich etwas identitätslos“. Selbstkritische Töne von einigen Teamspielern wie Marcel Sabitzer oder Michael Gregoritsch nach dem Aufstiegskrimi gegen Algerien lassen darauf schließen, dass sie es so ähnlich sahen. Sabitzer meinte, gegen Spanien müsse eine Steigerung um mehrere Klassen her, auch in den Eins-zu-Eins-Duellen, um den Favorit fordern zu können. Rangnick ist überzeugt, dass der dramatische Aufstieg neue Kräfte frei machte, für eine neue Energie sorgt. Hoffentlich hat er recht.
Aber Spanien ist auch bekannt dafür, sich im Verlaufe des Turniers stets zu steigern. In den letzten 17 Startspielen gab es nur drei Siege, anderseits kamen die Spanier seit dem Titelgewinn 2010 in Südafrika bei der WM noch nicht über das Viertelfinale hinaus. Österreichs letztes Duell mit den Spaniern liegt schon 17 Jahre zurück. 2009 gab es das Gastspiel des auch damals regierenden Europameisters, der ein Jahr zuvor das Wiener Endspiel gegen Deutschland 1:0 gewonnen hatte, mit seinen Topstars Andres Iniesta, Cesc Fabregas oder Xabi Alonso im Wiener Happel-Stadion. Österreich ging zwar nach acht Minuten durch Jakob Jantscher in Führung, am Ende hieß es 1:5 (1:3). Zwei Verlierer von damals sind jetzt noch immer aktiv: Aleksandar Dragovic nicht mehr im Teamdress, aber bei der Wiener Austria. Für David Alaba, damals 17-jähriger Amateur bei Bayern München, war es das zweite Länderspiel. Donnerstag wird er als 34-jähriger Kapitän sein 117. bestreiten.
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