Isaak Jansson verließ Mittwoch das Trainingslager Rapids in Freistadt, um an der Cote d´Azur bei OGC Nice den sportmedizinischen Test zu absolvieren. Besteht er den, wofür es aufgrund seiner Verletzungsserie keine Garantie gibt, dann winkt Rapid tatsächlich der Rekordverkauf, der mehr bringen wird, als die 7,5 Millionen Euro für den Verkauf von Max Wöber an Ajax Amsterdam vor sieben Jahren. Denn OGC Nice, letzte Saison einen Punkt hinter Adi Hütters AS Monaco auf Rang vier der Ligue 1, gehört seit 2019 dem Ineos-Chemiekonzern des 72 jährigen britischen Milliardärs Sir James Ratcliffe, der im Dezember 2023 28,94 Prozent der Anteile an Manchester United kaufte, seit 2017 den Schweizer Klub Lausanne Sports besitzt. Daher spielt Geld keine Rolle. Ein Vertrag in einer Topliga würde einen großen Karrieresprung für den 23 jährigen Schweden bedeuten, der vor zwei Jahren noch in der zweiten spanischen Liga spielte. Sein neuer Trainer wäre Franck Haise, der ehemalige von Österreichs Teamspieler Kevin Danso bei Lens. Nice spielt in der Qualifikation zur Champions League.
Wenn Jansson für eine vielleicht zweistellige Millionenablöse geht, braucht Rapid auch einen neuen Außenspieler. Aber vorerst kauft Sportchef Markus Katzer Innenverteidiger. Der 25 jährige Jean Marcelin (Bild) wurde bereits in Freistadt begrüßt, als Topspieler bezeichnet, der um ein Schnäppchen zu haben war. Eine sechsstellige Summe unter 500.000 Euro. Kein Wunder, denn sein letzter Klub Beitar Jerusalem bekam Marcelin nach der Insolvenz des französischen Zweitligisten Girondins Bordeaux ablösefrei. Für Katzer ist Marcelin ein ähnlicher Spielertyp wie Serge Raux Yao, der sich letzte Saison als Leistungsträger profilierte. Ruhig im Spielaufbau, resistent gegen Pressing und kopfballstark. Letzte Saison wurde Marcelin zum besten Verteidiger der israelischen Liga ha´Al gewählt. Er unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2028. Das letzte Spiel mit Beitar verlor er das letzte Spiel gegen Meister Maccabi Tel Aviv 0:5, dabei passierte ihm ein Eigentor. Mit Beitar wäre Marcelin in keinem europäischen Bewerb, mit Rapid kann er sich für die Conference League qualifizieren.
Mit Marcelin hat Rapid derzeit vier ausländische Innenverteidiger, insgesamt sechs ausländische Abwehrspieler unter Vertrag. Das kann man auch als „Luxus“ bezeichnen. Von einem konkreten Angebot für Raux Yao ist bisher nichts bekannt.
Foto: SK Rapid/Widner.