Dramatischer Auftakt zum Cupviertelfinale: Außenseiter Blau Weiß Linz führte im fast ausverkauften Linzer Stadion nach den ersten zwei Angriffen in der 18. Minute 2:0, am Ende gewann aber der LASK 3:2 (1:2) und erreichte das Semifinale. Ohne Sasa Kalajdzic wäre das nicht passiert. Er erzielte nach der 35. Minute durch einen 20 Meter-Kracher mit seinem schwächeren rechten Fuß das Anschlusstor, sorgte mit seinem ersten Tor im LASK-Dress bei einem Bewerbspiel für den Weckruf. Und war nach der Pause auch an den zwei weiteren LASK-Treffern beteiligt. In dieser Form kann der Zweimeter-Riese, bei dem sicher noch Luft nach oben ist, ein großer Trumpf für die Linzer im Titelkampf sein. Denn so einen Stürmer haben weder Meister Sturm Graz noch Winterkönig Red Bull Salzburg.
Bleibt Kalajdzic verletzungsfrei, dann ist er mit solchen Leistungen eigentlich ein „Fixstarter“ in Österreich Kader für die WM, sicher auch eine Verstärkung. Es wäre dem 28 jährigen, der bei der EM 2021 dabei war, Österreichs Tor beim unglücklichen 1:2 im Achtelfinale gegen den späteren Europameister Italien im Wembley-Stadion erzielte, nach seiner unglaublichen Verletzungsgeschichte zu gönnen: Im Juli 2019 erstmals Kreuzbandriss im ersten Vorbereitungsspiel mit dem VfB Stuttgart nach dem Wechsel von Admira/Wacker, im September 2022 der zweite in einem seiner ersten Spiele für Wolverhampton, das 18 Millionen Ablöse für ihn bezahlte, im Februar 2024 der dritte als Leihspieler von Wolverhampton bei Eintracht Frankfurt. Im September entschied er sich für den Wechsel zum LASK, spielte Freitag erstmals über 90 Minuten. Im Herbst war er nur dreimal in der Startelf, wurde sechsmal eingewechselt, gelang ihm weder in Tor noch ein Assist. Nach der Wintervorbereitung ist er ein „anderer“ Kalajdzic.
Der Blau-Weiß aus allen Sensationsträumen riss. Der neue Trainer Michael Köllner brachte mit Nico Mantl im Tor und dem Schweden Isak Dahlqvist rechts im Mittelfeld zwei Winterzugänge. Dahlqvists sehenswerter Volley bedeutete die Führung, Shon Weissman traf nach Flanke des Ex-LASK-Spielers Thomas Goiginger das 0:2. Der LASK war merkbar geschockt, viele Fehler im Aufbauspiel, unerklärliche Fehlpasses. Der „Geniestreich“ von Kalajdzic leitete die Wende ein, nach der Pause glich Linksverteidiger Georg Bello nach Pass von Kapitän Sascha Horvath, der den Ball von Kalajdzic bekam, aus. 15 Minuten vor Schuss wechselte Trainer Didi Kühbauer Moses Usor ein, der acht Minuten später das Siegestor erzielt. Die Vorlage kam von Kalajdzic, der nicht nur in dieser Szene spielerische Qualitäten bewies: „Am Ende zählt nur das Weiterkommen“, meinte Kühbauer merkbar erleichtert, „aber wir haben es uns selbst schwer gemacht!“
Foto: LASK/Gepa.