Seit Gerhard Struber als Trainer von Wolfsberg vor sieben Jahren nach dem sensationellen 4:0-Auswärtssieg in der Europa League gegen Borussia Mönchengladbach aus dem Vertrag ausstieg und für eine fast siebenstellige Ablöse in die zweite englische Liga zu Barnsley wechselte, musste der aus Kuchl bei Salzburg stammende Struber, der zu den engsten Freunden von Bayern Münchens Sportchef Christoph Freund zählt, immer vorzeitig gehen. Das passierte dem 49 jährigen bei Barnsley drei Monate nach dem geschafften Klassenerhalt, nach 39 Spielen, danach bei der Red Bull-Filiale in New York, wo er am längsten, nämlich zweieinhalb Jahre, war. Danach bei Red Bull Salzburg als Nachfolger von Matthias Jaissle, der im Juli 2023 knapp vor Saisonbeginn nach Saudiarabien wechselte, beim 1. FC Köln und Freitag auch bei Bristol in der englischen Championship. Bei Salzburg war es für ihn nach 34 Spielen mit einem Punkteschnitt von 1,94 wieder vorbei, weil die Titelverteidigung in Gefahr war. Prompt wurde Sturm Graz Meister. Der 1. FC Köln fürchtete um den Aufstieg in die Bundesliga, reaktivierte für die letzten drei Runden mit Erfolg den 72 jährigen Friedhelm Funkel. Mit Bristol hätte Struber im Kampf um die Aufstiegsplätze mitmischen sollen, nach sechs Niederlagen in Serie liegt Bristol aber nur auf Rang 16. Zwar zwölf Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt, aber auch zwölf hinter einem Platz für das Aufstiegs-Play-off. Das war zu wenig. Jetzt ist er nicht mehr willkommen wie neun Monate zuvor. Im Jänner holte Bristol noch um eine Millionenablöse den Slowenen Tomi Horvat von Sturm Graz als Verstärkung für das Mittelfeld, aber offenbar half das nichts. Strubers Vertrag wäre bis 2028 gelaufen. Das bringt sicher ein „nettes“ finanzielles Schmerzensgeld.
Sensationell ist der Nachfolger von Struber. Denn Oliver Glasners Nachfolger bei Crystal Palace, Roy Hodgson, feiert nach zwei Jahren und einem Monat Pause mit 78 ein Comeback. Ein klingender, prominenter Name. Hodgson war Teamchef in der Schweiz, den Arabischen Emiraten, in Finnland und England, er trainierte Spitzenklubs wie Inter Mailand und den FC Liverpool. Jetzt tut er sich Bristol an. Um Strubers Zukunft muss man sich keine Sorgen machen. Sein langjähriger Berater, Thomas Böhm, hat ein großes Netzwerk und fand bisher immer einen neuen Job für ihn.
Foto: Bristol City.