Fußball

Stögers bisher härtester Köln-Job! Kampl ist Hasenhüttls Ausnahme

In Hamburg geht Freitag Abend nach der Länderspielpause die deutsche Bundesliga weiter: Der Hamburger SV empfängt mit dem Selbstvertrauen der Startsiege gegen Augsburg und Köln, des besten Starts seit vielen Jahren,  Vizemeister RB Leipzig. Der letzte Saison in Hamburg mit 4:0 seinen bisher höchsten Sieg in der Bundesliga feierte, aber im Frühjahr durch die Hamburger die erste Heimniederlage bezog. Bei den tipp3-Quoten (siehe unten) gelten die Leipziger mit 1,80 als Favorit. Marcel Sabitzer sollte nach seiner  bei Österreichs 0:1 in Wales erlittenen Wadenprellung einsatzfähig sein.

In Hamburg beginnen für Ralph Hasenhüttl die bisher stressreichsten Tage seiner Trainerkarriere mit drei englischen Wochen in Folge samt der Champions League-Premiere gegen AS Monaco am kommenden Mittwoch. Als Trainer will es der Steirer in der Königsklasse besser machen wie als Spieler, als er mit den Austrias in Wien und Salzburg sowie in Belgien mit Lierse stets in der Gruppenphase scheiterte. Hasenhüttl feilte vor seinen ersten internationalen Spielen als Trainer an seinem Englisch, da er künftig mehr Interviews auf englisch geben muss, auch bei den spezifischen Begriffen sattelfest sein will.

Aber er setzt auch andere Massnahmen, da künftig nicht wie bisher die volle Trainingswoche Zeit bleibt, um jeden Gegner zu sezieren, sich top vorzubereiten. Also wird es gruppentaktische Video-Sitzungen geben, heißt es, den Matchplan mit den unmittelbaren Nebenspielern am Bildschirm vorzubereiten statt mit der ganzen Mannschaft am Trainingsplatz. Um die richtigen Bilder immer zur Verfügung zu haben, stellte Leipzig noch einen Video-Analysten ein. Und dazu einen neuen Spitzen-Koch, weil die Ernährung bei der Dreifachbelastung noch wichtiger wird. Und noch eine Änderung gibt´s. Mit der Rückennummer 44 namens Kevin Kampl.  Für den Ex-Salzburger brach Leipzig alle Regeln.

Die da heißen: Keinen Spieler kaufen, der älter ist als 24 Jahre. Und keiner darf mehr als drei Millionen Euro pro Jahr kassieren.  Der Slowene ist bereits 26 und verdient angeblich rund vier Millionen.  Auch von der Ablöse her ist Kampl mit 20 Millionen Leipzigs Rekordtransfer. Aber Hasenhüttl ist von ihm seit dem gemeinsamen Zeiten beim VfR Aalen restlos überzeugt, sieht in ihm einen neuen Spielmacher. Ebenso Sportchef Ralf Rangnick, der  Kampl von Aalen nach Salzburg gelotst hatte.

Keinen neuen Namen gibt´s bei Peter Stöger und dem 1.FC Köln. Aber wie für Hasenhüttl auch für seinen Wiener Kollegen die internationale Premiere. Einen Tag nach dem früheren Mitspieler in der Europa League. Gleich im Norden von London gegen Arsenal. In Köln seit der Auslosung das Thema Nummer eins. 15.000 Euro-Dressen wurden bereits verkauft, 15.000 Fans wollen die Mannschaft im Emirates Stadium unterstützen. Stögers Assistent Manfred Schmid beobachtete Arsenal beim 0:4-Debakel an der Anfield Road beim FC Liverpool. Auch Samstag beim Heimspiel gegen Bournemouth hat Stöger einen Spion vor Ort.

„Es wird neu und spannend“, behauptete Stöger vor sieben Spielen in 23 Tagen. Neu in seiner Ära  sind vor allem die Themen, die seit dem Finish der vergangenen Erfolgssaison rund um den Traditionsklub diskutiert werden: Der Europacup, der Abgang von Torjäger Anthony Modeste, der damit verbundene Millionenregen, Rekordeinnahmen durch neue Sponsorenverträge etc. Für Stöger hat weiter die Bundesliga Priorität. Erst recht nach den zwei Startniederlagen gegen Mönchengladbach und den Hamburger SV.

Die deutschen Medien sprechen vom härtesten Job, den Stöger bisher in seiner Kölner Erfolgszeit zu bewältigen hat, zählen seine Baustellen in der Mannschaft auf. Er ließ während der Teampause Kondition bolzen, arbeitete individuell mit den Spielern. Sechs, die bei Nationalteams waren, fehlten. Und er versucht, weiter der hohen Erwartungshaltung in der fußballverrückten Domstadt entgegenzusteuern: „Manche werden sagen, sie sind Fünfter geworden und wenn sie die Verletztenliste nicht gehabt hätten, wären sie Dritter geworden. Solche positiv Wahnsinnigen sterben nie aus. Zum dritten Mal eine Top 10-Platzierung hinzulegen, ist ein seriöses Ziel.“

Aber ohne Punkt steht Köln Samstag in Augsburg gegen Martin Hinteregger und Michael Gregoritsch schon unter Druck. Dieses Gefühl hatte Stöger  verhindern wollen. Bei den tipp 3-Quoten wird Köln nur als 2,70-Ausssenseiter geführt, ein Heimsieg der Augsburg hat nur 2,30. Stöger konnte den Höhenflug  kaum genießen, da er die Erwartungshaltung spürte: „Wenn du ein solider Schüler bist, aber nie richtig gute Note schreibst, dich dann weiter entwickelst, Einser und Zweier schreibst, dann ist drei plötzlich eine schlechte Note“. Damit Köln nicht auf Note fünf sinkt, sollte seine Truppe in Augsburg punkten.

Keine englischen Wochen wird es für David Alaba bei Bayern geben. Ganz im Gegenteil: Wie es aussieht, wird er wegen der im Team erlittenen Sprunggelenksverletzung im September nicht mehr spielen können. Da auch der Spanier Juan Bernat ausser Gefecht ist, ersetzt der Brasilianer Rafinha Alaba als linken Verteidiger.

 

 

 

 

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