Fußball

Brutal ernüchternd: Rapids Kunst, beim Letzten zu verlieren, bedeutet Feldhofers Ende

Rapids Kapitän Maximilian Hofmann fand es brutal ernüchternd. Damit lag er richtig. Denn es war  eine Kunst, sechs Tage nach dem Tiefschlag im Derby auch beim Letzten Ried zu verlieren. Ohne dass die Innviertler eine Torchance herausspielten. Ein schlimmer Selbstfaller. Auch weil Hofmann sich im eigenen Strafraum ungeschickt anstellte, dabei Ex-Rapidler Stefan Nutz traf. Der steirische Referee Alexander Harkam ließ weiter spielen, aber es meldete sich Video Assistant Referee Andreas Heiß. Nach dem On Field-Review gab Harkam Elfmeter, den der Ex-Austrianer Christoph Monschein verwandelte. Das reichte zum 1:0 (0:0), weil Rapid Sitzer ausließ, Rieds Tormann, Ex-Rapidler Samuel Sahin-Radlinger (in der Saison 2013/14 ein Bundesligaspiel für Grün-Weiß), sehr gut hielt. Aber gegen Ferdy Druijf hätte es nichts mehr zu retten geben dürfen. Der Holländer (Bild oben) hatte den Ausgleich am Fuß, erwies sich aber als Chancentod, traf Radlinger. Auch eine Woche gegen Austria nützte Druijf eine ähnlichen Sitzer, der den Ausgleich bringen hätte müssen, nicht. Mit ein Grund, dass Rapids Situation wieder einmal prekär ist.

Nach dem Derby entschloss sich Trainer Ferdinand Feldhofer zu fünf Umstellungen in der Startelf. Martin Koscelnik, Michael Sollbauer, Jonas Auer, Aleksa Pejic und Guido Burgstaller, der unter der Woche etwas kränklich war, blieben draußen, für sie kamen Thorsten Schick, Hofmann, Martin Moormann, Patrick Greil und Ante Bajic zum Zug. Bis zur Pause sah alles nach einem Rapid-Sieg aus. Erstmals in dieser Saison gab es 12 Torschüsse in einer Hälfte, bei dem von Greil verhinderte die Stange die verdiente Führung. Das 0:0 widersprach total dem Spielverlauf. Doch dann kam die 50. Minute mit Hofmanns Missgeschick, das der verärgerte Feldhofer nachher als „keine Kleinigkeit“ anprangerte, die das Geschehen auf den Kopf stellte. Vor allem erstmals in elf Runden kein Tor erzielte. Bei einem Rempler von Rieds Martin Unger im Strafraum am eingewechselten Burgstaller meldete sich VAR Heiß nicht. Man kann streiten, ob sich Harkam die Szene nicht ansehen hätte sollen. Feldhofer kritisierte deshalb so heftig, dass er eine von sechs gelben Karte bekam, die Harkam Rapid zeigte. Dazu nach 88 der insgesamt 97 Minuten Innenverteidiger Leopold Querfeld die rote, weil dem 19 jährigen als letzten Mann der Ball an die Hand sprang. Harkam konstruierte daraus die Verhinderung einer klaren Torchance, obwohl kein Rieder Spieler am Ball war. Eine falsche Entscheidung, die aber nicht entscheidend für die Niederlage war, die Feldhofer im Sky-Interview als „schwer zu akzeptieren“ bezeichnete, auch weil er sich etwas benachteiligt fühlte.

Harkams Fehlentscheidung führt aber zum Ausfall von Querfeld am Dienstag im Cupachtelfinale gegen WSG Tirol in Wattens. Die Tiroler holten durch ein 3:2 (3:0) im Westderby gegen Austria Lustenau, bei dem sie nach 37 Minuten 3:0 führten, ihren Cupgegner nach Punkten ein. Rapid muss wie letzte Saison um einen Platz unter den ersten sechs kämpfen. Daher wird das Heimspiel gegen Austria Klagenfurt in der nächsten Runde so wie zuvor das Cupachtelfinale richtungsweisend. Seit September 2015 ist Rapid im Innviertel ohne Sieg. Ried hatte bis vor einer Woche nur einen Sieg, feierte gegen Rapid den zweiten hintereinander nach dem 2:1 in Wolfsberg. Rapid verlor zweimal hintereinander. Und das bedeutet offenbar Feldhofers Ende bei Grün-Weiß nach nur einem Jahr, obwohl er an der unnötigen Pleite schuldlos war. Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, der ihn engagiert hatte, soll bis zur WM-Pause für Feldhofer übernehmen, was bereits seit längerer Zeit viele im Rapid-Umfeld von ihm gefordert hatten. Mit welchem Trainer Raid dann ins Frühjahr gehen wird, entscheidet sich erst nach der Präsidentenwahl am 26. November. Aber es könnte auch bis Sommer bei Barisic bleiben.

Die Negativserie beenden konnte Feldhofers Vorgänger in Hütteldorf, Didi Kühbauer, mit dem LASK. Nach fünf Spielen ohne Sieg das erlösende 3:1 (1:0) bei Austria Klagenfurt im Duell der Ex-Rapid-Trainer gegen Peter Pacult. Es war etwas Glück dabei, das in den letzten drei Partien gefehlt hatte. Bei 1:1 stand das Elf auf das Messers Schneide, traf Klagenfurts Kapitän Markus Pink per Kopf die Latte. Vor der Pause schoss der Torjäger an die Stange, köpfte Kosmas Gzekos an die Latte. Treffsicher war wieder LASK-Torjäger Marin Ljubicic. Doppelpack des Kroaten zum 1:0 und 2:1, danach lief Klagenfurt in einen Konter, den der Japaner Keito Nakamura vollendete. Ljubicic ist der erste Spieler des LASK, der in seinen ersten zehn Bundesligaspielen neun Tore erzielte.

 

Foto: Gepa/Admiral.

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