Fußball

Die Rückkehr auf die Bank spricht für den Mut und Charakter von „Zoki“!

Auch Zoran Barisic stand zuletzt wegen Rapids Misserfolgen als Sport-Geschäftsführer in der Kritik. Weil er das Engagement von Ferdinand Feldhofer als Trainer ebenso zu verantworten hatte wie die letzte Transferzeit, in der nach den bisherigen Erfahrungen auch etwas daneben ging. Jetzt kehrt er nach sechs Jahren auf die Trainerbank zurück, in deren Nähe er in dieser Saison nur bei der 1:2-Heimniederlage gegen Sturm Graz war (Bild oben). Die verfolgte er nicht wie ansonst von der Tribüne, sondern aus dem Kabinengang, Dienstag agiert er mit Gernot Langes-Stadion von Wattens beim Cupachtelfinale gegen WSG Tirol in der Coaching Zone. Damit steht er noch mehr im Fokus der Kritik als zuvor. Daher spricht die Entscheidung, für die restlichen sechs Spiele bis zur WM-Pause gegen WSG Tirol, Austria Klagenfurt. zweimal Hartberg, Austria Lustenau und LASK, Feldhofers Nachfolge anzutreten, die mit Präsident Martin Bruckner abgestimmt war, für den Mut und Charakter von „Zoki“.

Die Trennung von Feldhofer wäre aufgrund der Gesamtsituation auch schon früher vertretbar gewesen. Ende August nach der Blamage gegen Vaduz, im September nach der ganz schwachen Leistung beim 1:3 gegen Wolfsberg, nach dem Derby. Samstag Abend kam sie fast unerwartet, vielleicht zu spät. Feldhofer sah im Rückblick seine einjährige Rapid-Ära als eine sehr hektische Zeit. Erschwert durch die negative Grundstimmung im Verein: „Wir haben uns zu oft mit eigenen Fehlern das Leben schwer gemacht, sind leider nie in einen positiven Lauf gekommen!“ Hektisch wird es auch für Barisic werden. Im Cup liegt Rapids einzige kleine Chance, diese Saison einen Title zu holen. In der Bundesliga gilt es rasch die Heimschwäche abzulegen, Rapid unter die ersten sechs zu bringen. Auch Feldhofers Assistent Matthias Urlesberger, den er zu Grün-Weiß mitgebracht hatte, wurde beurlaubt, zum Trainerteam gehören wie bisher Thomas Hickersberger und Jürgen Macho, dazu auf Wunsch von Barisic auch Sportkoordinator Steffen Hofmann: „Wir müssen einen neuen Ansatz finden“. In seinen drei erfolgreichen Trainerjahren von 2013 bis 2016 hieß der  Ballbesitz. Den hatte Rapid aber auch Samstag beim 0.1 in Ried zur Genüge. Und verlor trotzdem.

Barisic muss Rapid rasch in die Spur bringen. Die Frage ist, was mit ihm nach der Generalversammlung am 26. November passiert. Weiter Trainer oder wieder Sport-Geschäftsführer, dessen Vertrag bis 2024 läuft?  Am Trainermarkt sind derzeit einige Kandidaten zu finden. Adi Hütter, von dem Barisic viel hält, wird für Rapid nicht zu finanzieren sein, er hat auch andere Pläne.  Andreas Herzog oder Markus Schopp, mit dem Barisic vor einem Jahr verhandelt hatte, als der Grazer noch nicht den Vertrag mit Barnsley aufgelöst hatte, sind zu haben. Oder auch Peter Stöger. Das wäre brisant, da sicher viele Rapid-Fans wegen dessen Verbundenheit mit dem Erzrivalen Austria aufheulen werden. Aber Stöger hat auch eine Rapid-Vergangenheit, die viele wahrscheinlich schon vergessen haben. Eine sehr erfolgreiche, übrigens gemeinsam mit Barisic: 1996 Meister, zudem im Finale des Europacups der Cupsieger.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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