Fußball

Trotz 60 Millionen Zeichen auf Sturm

Zwei Tage nach dem Champions League-Schager zwischen dem FC Barcelona und Manchester City, dem Wiedersehen mit Barcas Erfolgstrainer Pep Guardiola im Nou Camp, wo er mit 2015 mit Bayern im Semifinale eine 0:3-Abfuhr erlitten hatte, geht der Kampf gegen die Reform gegen die Champions League weiter. Im Radisson  Blu Hotel am Züricher Flughafen Kloten bei der Generalversammlung der European  Professional Football Leagues (EPFL). Und wenn es nicht davor noch ein Zeichen seitens der Europäischen Fußballunion UEFA sowie der mächtigen European Club Association um  ihren Chef Karl Heinz Rummenigge gibt, stehen  die Zeichen auf Sturm und Protest. Georg Pangl, der EPFl-Generalsekretär aus Österreich: „Wir werden sicher für alle Fälle gewappnet sein.“

Es geht um die Verteilung der dann drei Milliarden  Champions League-Gelder ab 2018, die laut der von der UEFA-Exekutive im August beschlossenen Reform hauptsächlich den großen Klubs zu Gute kommen sollen. Und um vier fixe Startplätze für die Ligen aus Spanien, England, Deutschland und Italien. Gab es  nach einem konstruktiven Präsidententreffen zwischen  UEFA (Aleksander Ceferin) und EPFL (Lars Christer Olsson) vor zwei Wochen bei den Ligen noch Hoffnung, dass die Reform  doch nicht zu sehr auf Kosten der mittleren und kleineren Ligen geht, so hat sich dies wieder geändert.  Eine Woche später trafen sich Ceferin und Rummenigge zu einem Vieraugengespräch. Resultat: Rummenigge scheint es gelungen zu sein, mit 60 Millionen Euro Ceferin einzulullen. Als Abschlagzahlung für die Reform nach Wunsch der Großklubs. 50 Millionen für die Teilnehmer der Europa League, 10 für die Vereine, die in der Qualifikation scheitern. Aber das ist bei weitem nicht das, was  sich die Ligen vorstellten und bei Ceferin deponierten.

Dänemarks Meister FC Kopenhagen versuchte  deswegen schon das  Säbelrasseln. Rief wieder die alten Pläne  einer Atlantic League, die nie konsequent verfolgt wurden, als Gegenmodell zur Königsklasse ins Leben zurück. Mit Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam, PSV Eindhoven, aus Schottland Celtic und die Glasgow Rangers, Malmö, Rosenborg Trondheim, aus Belgien Anderlecht und FC Brügge, dazu Kopenhagen. Schön und gut. Aber eine wahre Konkurrenz zur Champions League sieht anders aus. Interessant oder bezeichnend auch, dass bei der Idee der Gegenliga kein Interesse an einem österreichischer Teilnehmer bestand. Zur nächsten Gesprächsrunde im November sollen  der neue ÖFB-Geschäftsführer Thomas Hollerer und Ligavorstand Christian Ebenbauer eingeladen werden. Die Liga ist ja vorerst mit ihrer geplanten Reform ab 2018 mit zwölf und sechzehn Klubs ausgelastet. Da offenbar zündende Ideen fehlten, engagierte man die holländische Firma Hypercube. Deren Chef Pieter Nieuwenheis soll auf  attraktive Play-off-Formate  spezialisiert sein.

Was passiert aber Freitag in Zürich? Da steigt Pangl in eine Domäne von ÖFB-Sportchef Willi Ruttensteiner ein, in die Powerpoint-Präsentationen. Auf diese Art will Pangl den Ligen alle Varianten für den möglichen Protest gegen die Champions League-Reform zu Gunsten der Großen erklären. Am wahrscheinlichsten: Die Aufkündigung des Gentleman Agreements mit der UEFA. Das bedeutet: Ab 2018 werden zu den bisher geschützten Champions League-Terminen Meisterschaftsrunden angesetzt. Ob da wirklich alle mitziehen? In Deutschland besteht immerhin die Bereitschaft, die Champions League durch den Pokal ( so nennt man in Deutschland den Cup) zu konkurrenzieren.

 

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