Fußball

Umsatz halbiert: Adi Hütter muss mit Frankfurts Vollbremsung leben

Für David Alaba, Marcel Sabitzer und Konrad Laimer ist der Urlaub vorbei: Montag beginnt sowohl bei Bayern München als auch bei RB Leipzig die Vorbereitung auf das Finalturnier der Champions League in Lissabon.  Sabitzer und Laimer sind mit Leipzig schon im Viertelfinale, treffen am 13.August auf Atletico Madrid.  Bayern hat davor noch das Achtelfinale gegen Chelsea am 8. August im Allianz-Stadion zu bestreiten. Nach dem 3:0 in London nur noch eine Formsache, ehe es sechs Tage später in Lissabon zum Duell gegen den Sieger aus Barcelona – Napoli (erstes Spiel 1:1) kommt. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß sorgte  für Aufregung in der deutschen Fan-Szene, als er im Sonntags-Stammtisch des bayrischen Fernsehens Klartext redete: „Es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie auch ein wichtiges Element sind, aber nicht alles alleine bestimmen dürfen. Die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist!“  Ob man diese Sätze jemals von Rapid-Funktionären hören wird?

Anders als Alaba, Sabitzer und Laimer haben Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker bei Eintracht Frankfurt noch eine Woche Pause. Erst am 27.Juli bittet Adi Hütter zum Training, elf Tage später folgt das Rückspiel im Achtelfinale beim FC Basel. Den Aufstieg scheint man nach der 0:3-Heimpleite schon aufgegeben haben, darauf lässt der Trainingsbeginn schließen. Zu einer Saison, in der Hütter mit der  vor Eintrachts Sport-Boss Fredi Bobic angekündigten Vollbremsung leben müssen wird. Weil sich der Klub-Umsatz gleich halbiert. Von 280 auf 140 Millionen Euro. Damit reduziert sich das Budget für die Profis um rund 30 Prozent, von 70 auf 50 Millionen. Und ist Geld für Transfers vorerst nicht da. Die Botschaft von Bobic für den von ihm sehr geschätzten Hütter (Bild oben): „Wenn Geld reinkommt, müssen wir genau schauen, was möglich ist!“ Bobic und sein Chefscout Ben Manga müssten eben wieder Rohdiamanten entdecken. Wie den Serben Luka Jovic: Von Benfica zunächst ausgeliehen, dann um sieben Millionen Euro gekauft, letztes Jahr um 60 Millionen an Real Madrid abgegeben. Oder einen wie den vor einem Jahr um 50 Millionen transferierten Franzosen Sebastien Haller. Bobic holte ihn von Utrecht um sieben Millionen.

Die Sparwelle bedeutet das vorläufige Ende der steilen Entwicklung mit Hütter. Der Kader wird um sieben Spieler auf 27 verschlankt. Bald nach Trainingsstart wird Bobic mit der Mannschaft über einen weiteren Gehaltsverzicht für die kommenden Monate reden. Bisher verzichteten Hinteregger & Co zwischen April und Juni auf 20 Prozent. Die Bobic-Vision: „Künftig wird es Pandemie-Klauseln in den Verträgen geben müssen!“ Das heißt. Es wird geregelt sein, dass im Fall einer Pandemie  vertraglich zugesichert das Gehalt gekürzt werden kann. Der erste Vertrag mit Pandemie-Klausel soll der neue von Hütter sein. Bobic will mit ihm bald über 2021 hinaus bis 2023 verlängern. Ohne größere Gehaltssteigerung. Laut „SportBild“ verdiente Hütter bisher etwa 2,2 Millionen pro Saison.

Hütter weiß auch bereits, dass auch der Verkauf von Leistungsträgern wie Tormann Kevin Trapp oder  Serbiens Teamspieler Filip Kostic kein Tabu mehr ist, wenn das Angebot stimmt. Ein Transferüberschuss ist laut Bobic Pflicht. Eine Situation, die Hütter zum ersten Mal seit langem in dieser Form erlebt. Gab es weder bei Red Bull Salzburg noch in den zwei Saisonen bei Young Boys Bern oder in den ersten zwei Jahren bei Frankfurt. Das Trainingslager musste nie gestrichen werden, aktuell hingegen schon. Aber das sind Herausforderungen, denen sich Hütter mit 50 Jahren stellt. Weil er weiß: Alle diese Maßnahmen sind notwendig, damit Eintracht Frankfurt überlebt.

Foto: Eintracht Frankfurt.

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