Fußball

Viel zu wenig: Rapid von Salzburg auf den Boden der Realität zurück geholt!

Wer vermutete, Rapid könnte durch den Aufstieg ins Viertelfinale der Conference League und den in die Meistergruppe durch das 3:0 gegen GAK der Befreiungsschlag gelungen sein und wieder an die starken Leitungen zu Saisonbeginn anschließen, den belehrte Red Bull Salzburg Sonntag eines besseren. Holte Rapid gleich im ersten Spiel danach mit einem souveränen 2:0 (1:0) vor 11.680 Zuschauern in Hütteldorf wieder auf den Boden der Realität zurück. Rapid zeigte viel zu wenig, um mit Salzburg mithalten und vorne mitmischen zu können. Das gestand auch Trainer Robert Klauß nach der ersten Saisonniederlage gegen die Salzburger, die nicht komplett spielten. Tormann Alexander Schlager fehlte wegen einer Adduktorenverletzung, die er sich im Training zuzog, Oscar Gloukh kam krank von Israels Team zurück, Adam Daghim mit muskulären Problemen von Dänemarks U 21. Dazu gibt´s auch die Langzeitausfälle von Mittelfeldspieler Maurits Kjaergaard und Schützenkönig Karim Konate.  Dennoch überzeugte Salzburg speziell nach der Pause derart, dass die Prognose von Christoph Freund, dem Bayern-Sportchef mit Salzburger Vergangenheit, wonach der Titel wieder zu seinem Ex-Klub geht, gar nicht so abwegig sein könnte.

Selbst in Rapid besten Phasen zu Beginn des Spiels wirkte Salzburg gefährlicher. Mit der Führung nach 37 Minuten durch den belgischen Winterkauf Yobe Vertessen beherrschte Salzburg Match und Gegner. Das Tor entstand durch ein Missverständnis zwischen Kapitän Matthias Seidl und Jonas Auer bei einem harmlosen Flanke, wodurch Rechtsverteidiger Leon Morgalla zum Ball kam und für Vertessen auflegte. Drei Minuten nach er Pause kam das endgültige k.o. für Rapid, als sich Verteidiger Bendeguz Bolla, über dessen Seite in letzter Zeit bereits einige Verlusttore entstanden, in Salzburgs Hälfte an der Outlinie austricksen ließ, er danach in der Abwehr fehlte. Bei der Flanke von Aleksa Terzic kam Vertessen frei zum Kopfball, bejubelte danach sein viertes Tor bei seinem siebenten Einsatz (Bild). Von Rapid kam kein Aufbäumen mehr. Das ist bedenklich. Dies auf die leere Fantribüne zurückzuführen, wäre zu billig. Da würde es sich Klauß zu leicht machen. Rund 12.000 Plätze waren zwar leer, aber die Unterstützung durch die Fans war durchaus vorhanden. Das hörte man, als die Rapid-Spieler zur Osttribüne auf der Längsseite liefen.

Es gab wenig Ermutigendes von Rapid. Kein Mittelfeldspieler von Format, wie es Salzburgs herausragender Kapitän Mads Bistrup hatte, die routinierten Innenverteidiger Nenad Cvetkovic und Serge Raux-Yao waren fehleranfälliger als die Salzburg-Youngsters Samson Baidoo und Joane Kouakou, Dion Beljo blieb harmlos, beging viele Ballfehler. So wird auch ein Europacupplatz nicht zu schaffen sei. Salzburg ist schon elf Runden ungeschlagen, davon sieben mit Trainer Thomas Letsch: „Wir treten als Einheit auf, das ist das wichtigste und entscheidende“, freute er sich.

Eine Szene wird sicher zu den kuriosesten der Saison gehören: Als Rapids Lukas Grgic nach 69 Minuten am Boden liegen blieb, was man bei ihm fast schon gewohnt ist, wurde er zunächst am Rasen, dann neben dem Tor behandelt. Klauß nutzte dies zu einem Dreifachtausch von Beljo, Louis Schaub und Grgic. Der wurde auch via Lautsprecher mitgeteilt. Grgic bekam davon nichts mit, wollte wieder auf das Feld laufen, bekam von Schiedsrichter Alexander Harkam, der offenbar auch kurz die Übersicht verlor, das Handzeichen als Erlaubnis.  Da war Rapid für kurze Zeit mit zwölf Mann am Rasen. Als Harkam dies bemerkte, zeigte er dem bereits mit gelb vorbelasteten Grgic nochmals gelb-daher rot. Rapid gab dafür Harkam die Schuld, aber hätte dies nicht auch einer aus dem grün-weißen Betreuerstaff rechtzeitig verhindern müssen? Harkam sprach im Sky-Interview von einer Verkettung unglücklicher Umstände, die so nie mehr vorkommen wird, hoffte auf Nachsicht für Grgic. Ob dies auch die Liga so sehen wird? Normal wäre Grgic für das Spiel bei Sturm Graz am nächsten Freitag gesperrt.

Foto: Red Bull Salzburg/Michael Meindl.

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